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Schwerhörigkeit und Taubheit beim Hund

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Kann Taubheit behandelt werden?

Vereinzelte Meldungen über Hörgeräte, die bei Tieren eingesetzt wurden, existieren. Dabei handelt es sich zur Zeit jedoch noch nicht um ausgereifte Techniken. In experimentellen Arbeiten bei tauben Tieren gelang es, mit einer elektrischen Stimulation des Innenohrs die im Gehirn gelegenen Hörbahnen zu stimulieren. Die Erfahrung bei taub geborenen Kindern hat jedoch gezeigt, dass früh in der Entwicklung des zentralen Nervensystems Hörerfahrungen gemacht werden müssen, damit sich die Gehirnareale für „Hören“ entwickeln können. Wenn diese frühe Erfahrung fehlt, macht auch eine späte elektrische Stimulation des Innenohrs keinen Sinn. Bei der früh auftretenden sensorineuralen Taubheit bringt ein Hörgerät deswegen keinen Nutzen.
Bei „spät Ertaubten“ ist der Einsatz eines „Hörgerätes“ potenziell möglich, mag jedoch an einfachen Gründen wie dem hohen Preis und dem Herauskratzen des „Fremdkörpers“ durch den Hund scheitern.
Die Erfahrung zeigt, dass sich Hunde mit zumutbarem Aufwand auf Handsignale trainieren oder mit Hilfe von blinkenden Taschenlampen leiten lassen. Wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Führen eines tauben Hundes ist die Fähigkeit, Sicherheit zu vermitteln sowie der Wille und die Ausdauer des Besitzers, diesen Zusatzaufwand auf sich zu nehmen. Im Internet können dazu praktische Anleitungen gefunden werden.
Trotz Bedenken von vielen Hundehaltern ist die Lebensqualität und das Wohlbefinden von tauben Hunden kaum eingeschränkt. Sie haben insbesondere keine reduzierten mentalen Kapazitäten. Das Gehirn reagiert auf den Verlust eines Sinnes mit einer plastischen Veränderung, also durch einen Umbau seiner Struktur. Dabei reagieren Hirnanteile, die sonst Inputs von Hörbahnen erhalten, mit einer Reduktion von Synapsen (Nervenverknüpfungen) in den betroffenen Arealen und können statt dessen neue „Netzwerke“ in benachbarten Hirnregionen ausbauen.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor
Dr. med. vet. Frank Steffen, Dipl. ECVN
Neurologie/Neurochirurgie, Departement für Kleintiere, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, CH-8057 Zürich
Tierklinik Obergrund, Schlossstr. 11, CH-6005 Luzern