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Grosse Wunden bei Hunden: Wundheilung und –behandlung

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Wundheilung

Die Wundheilung ist ein dynamischer komplexer Prozess von verschiedenen Phasen. Die einzelnen Phasen werden nun kurz beschrieben, wobei die einzelnen Abschnitte sich nicht klar trennen lassen und fliessend ineinander übergehen.

  1. Blutstillung (Koagulation)
    Unmittelbar nach der Entstehung der Wunde kommt es zu einer Gefässverengung, so genannte Vasokonstriktion, und somit zu einem Stopp der Blutung. Diese Vasokonstriktion dauert nur kurz an (5-10 Min.). Danach kommt es zu einer Erweiterung der Gefässe, einer so genannten Vasodilatation. Dadurch gelangen weisse Blutzellen und Blutplättchen zur Blutgerinnung in die Wunde. Es bildet sich eine Kruste, welche weitere Blutungen verhindert und gleichzeitig die Wunde gegen Infektionen schützt.
  2. Entzündung
    Das Ziel dieser Phase ist die Beseitigung von Fremdmaterial, Mikroorganismen (Bakterien etc.) und toten Zellen. Wesentlich daran beteiligt sind die weissen Blutzellen (Lymphozyten, Neutrophile und Makrophagen). Die dabei entstehende Entzündung ist typischerweise gekennzeichnet durch eine Rötung, Schwellung, vermehrte Wärme und Schmerzhaftigkeit der entsprechenden Stelle. In der Regel dauert dieser Prozess 3 bis 5 Tage. Die Dauer ist jedoch auch abhängig vom Ausmass der Gewebezerstörung und von dem allgemeinen Zustand des Tieres (andere Erkrankungen, Verletzungen etc.).
    Falls fremdes Material (Schmutz, Krallen etc) oder Bakterien nicht aus der Wunde entfernt werden können, kommt es zu einer chronischen Entzündung.
  3. Reparation
    Die Reparationsphase beginnt normalerweise 3-5 Tage nach Entstehung der Wunde und besteht wiederum aus verschiedenen, teilweise gleichzeitig verlaufenden Vorgängen. In einer ersten Phase wachsen feinste Gefässe, so genannte Haargefässe, ein. Gleichzeitig wandern auch Bindegewebszellen ein. Dabei entsteht das Granulationsgewebe, ein körnig-rötliches fleischiges Gewebe. In einer letzten Phase kommt es zur Bildung von Hautzellen (die Epithelisierung). Diese ist bei chirurgisch verschlossenen Wunden bereits nach 24-48 Stunden abgeschlossen, bei offenen Wunden kann sie jedoch Tage bis Wochen dauern.
  4. Reifung (Maturation)
    Der Prozess der Reifung führt zu einer erhöhten Reissfestigkeit der Wunde. Dieser Vorgang kann Monate bis Jahre dauern.
  5. Störungen der Wundheilung
    Sehr junge oder alte Tiere haben eine verzögerte Wundheilung. Schwere Leber- und Nierenerkrankungen, Zuckerkrankheit und Nebennierenerkrankungen verzögern die Wundheilung und haben z. T. auch eine erhöhte Infektionsgefahr zur Folge. Fremdmaterial in Wunden (Schmutz, totes Zellmaterial wie z. B. Haare etc.), führen zu einer massiven Entzündungsreaktion und dadurch zu einer schlechteren Heilung.

 

Wundinfektion

Eine starke Gewebeschädigung führt zu einer massiven Anhäufung von totem Zellmaterial und Abbauprodukten des Gewebes. Dies stellt ein günstiges Umfeld für Bakterien und somit für die Entstehung einer Infektion dar. Eine Wundinfektion verzögert die Heilung massiv durch eine verlängerte Entzündungsphase.
Zur Infektion kommt es, wenn die Anzahl der sich vermehrenden Bakterien in der verschmutzten Wunde ein bestimmtes Mass überschreitet. Zudem ist das Entstehen einer Infektion abhängig vom Grad der Gewebeschädigung, dem Ausmass der Verschmutzung, dem Zeitpunkt der Erstbehandlung und der Körperabwehr.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Barbara Hauser
FVH für Kleintiere
Tierklinik Obergrund
6005 Luzern