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Grosse Wunden bei Hunden: Wundheilung und –behandlung

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Wundbehandlung - Was kann man tun?

Als unmittelbare Massnahme gilt es, die Wunde zu schützen, damit nicht noch zusätzlich Schmutz in die Verletzung gelangen kann und somit die Gefahr einer Infektion weiter steigt. Nach Möglichkeit sollten die umliegenden Haare mit einer Schere entfernt werden, denn Haare können ja als Fremdkörper die Heilung erheblich stören. Die umliegende Haut reinigt man am besten mit einem mit Wasser verdünnten Desinfektionsmittel (siehe auch Tabelle 1). Die weitere Behandlung sollte durch den Tierarzt durchgeführt werden.

Als erstes wird bei der Wundreinigung totes Gewebe mittels Skalpell entfernt. Häufig muss dieser Schritt bei grossflächigen Wunden wiederholt werden, da sich das Ausmass des abgestorbenen Gewebes erst nach 48 Stunden vollständig einschätzen lässt. Bei grossen Wunden, v. a. an den Gliedmassen, werden auch so genannt nass-trockene Verbände zur Entfernung von totem Gewebematerial eingesetzt.

Durch die anschliessende Spülung oder Lavage soll die Anzahl Bakterien und die Menge des toten Gewebematerials vermindert werden. Dies geschieht teilweise auch mit einem gewissen Druck. Bei stark verschmutzten Wunden wird gegebenenfalls eine bakterielle Tupferprobe entnommen.

In gewissen Fällen wird eine Drainage durchgeführt: Dabei wird ein Implantat, in der Regel ein Latexschlauch oder ein Gazestrang, in der Wunde eingesetzt. Dieses leitet in der Wunde ausgeschwitzte Flüssigkeit (Exsudat) ab und fördert damit die Wundheilung. Da diese Implantate selbst ein Fremdkörper sind, können sie nur über einen relativ kurzen Zeitraum belassen werden. Eingesetzt wird eine Drainage vorwiegend bei Wunden mit grossen Hohlräumen, aber auch nach gezielten chirurgischen Eingriffen wie z. B. nach Entfernung eines grossen Hauttumors und zum Teil bei Körperhöhlen.

Je nach Ausmass und Lokalisation der Wunde (z. B. bei offenen Frakturen, grossflächigen infizierten Wunden), muss diese durch einen entsprechenden Verband zusätzlich geschützt und gegebenenfalls auch stabilisiert werden (z. B. bei Frakturen oder einem Bänderriss). Verbände sollten unbedingt trocken gehalten werden (d. h. bei Regen mit einem Plastiksack o. ä. schützen).

Während den ersten 5-7 Tagen - oder je nach einer Verletzung auch länger – ist der Hund zu schonen, da zuviel Bewegung die Abheilung deutlich verzögern kann. Der Hund darf nicht spielen, und er sollte auch nur an der Leine zum Spaziergang nach draussen.

Behandlung von Wunden (Tabelle 1)
1. Wunde schützen mit steriler angefeuchteter Gaze, kleiner Verband
Ausnahme: Offene Brustverletzungen!
2. Haare entfernen  
3. Reinigung der umliegenden Haut Chlorhexidinlösung,
1:40 verdünnt1 (z. B. Hibitane ®)
Povidone-Jodin-Lösung, 1:10 verdünnt (z. B. Jodoplex ®, Betadine ®)
   
Die weitere Behandlung (Punkt 4-8) sollte durch den Tierarzt erfolgen!
   
4. Wundreinigung (Wundtoilette) Entfernen von totem Gewebe
5. Spülung  
6. Ev. Entnahme einer Tupferprobe Untersuchung auf Wachstum von Bakterien und auf mögliche Resistenzen dieser Bakterien gegen Antibiotika
7. Wenn möglich, Verschluss Chirurgischer Verschluss (Vernähen von Unterhaut und Haut)
Je nach Art der Wunde ist dies auch erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich!
8. Drainage, falls notwendig z. B. mittels Gazestrang, Silikon- oder Latexschlauch
9. Schutz der Wunde egebenenfalls mit Verband, Bauchbinde, T-Shirt etc.

1 mit Wasser

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Barbara Hauser
FVH für Kleintiere
Tierklinik Obergrund
6005 Luzern