Grosse Wunden bei Hunden: Wundheilung und –behandlung
Wundeinteilung
Die Wunden werden nach folgenden Kriterien beurteilt und entsprechend medizinisch versorgt:
- Ausmass der Verletzung betreffend Gelenke, mögliche Frakturen
- Ausmass der Gewebezerstörung (und dessen Durchblutung)
- Alter der Verletzung
- Typ und Anzahl der Bakterien sowie Anzeichen einer vorhandenen Infektion
- Verunreinigung der Wunde (totes Gewebe, Fremdmaterial wie Erde, Steine etc.)
- Alter des Tieres, mögliche bestehende Erkrankungen (Leber, Niere etc.)
Je nach Grad der Verschmutzung kann die Wunde unmittelbar nach erstmaliger Behandlung oder erst zu einem späteren Zeitpunkt verschlossen werden; dies ist immer von Fall zu Fall mit dem Tierarzt zu entscheiden.
Bei sauberen Wunden, wie z. B. frischen Schnittverletzungen, kann die Wunde häufig nach anfänglicher Reinigung und Spülung vernäht werden. Bei stark verschmutzten, eiternden oder stark geschwollenen Wunden und bei grossflächig abgestorbenem Gewebe ist ein endgültiger Verschluss erst nach 3-5 Tagen möglich. Eine Wunde lässt sich teilweise nicht verschliessen bei schwerwiegenden Infektionen, grossen Hautdefekten, grossflächigem Absterben von Gewebe und bei Unterdrückung der lokalen Abwehr; in diesem Fall spricht man von offener Wundheilung.
Sind Antibiotika notwendig?
Das Ziel bei der Abgabe von Antibiotika ist es, eine mögliche Infektion zu verhindern oder gegebenenfalls zu behandeln. Vor allem bei Bissverletzungen ist das Risiko einer Infektion relativ gross.
Bei Infektionen ist es wichtig, dass das Antibiotikum während mindestens 2-3 Tagen über das Verschwinden von Fieber und anderen Infektionsanzeichen hinaus weiterverabreicht wird. Ein frühzeitiges Absetzen fördert die Bildung von Resistenzen der Bakterien gegen Antibiotika und birgt zudem die Gefahr des Wiederauftretens einer Entzündung oder Infektion.
Schlusswort
Entscheidend für eine komplikationslose Abheilung von Wunden, insbesondere Bisswunden, ist ein guter, möglichst sauberer Schutz, ein gute Reinigung und eine frühzeitige Rücksprache mit dem Tierarzt. In der eigenen „Hausapotheke“ sollte immer etwas Verbandsmaterial inkl. Gazetupfer (keine Watte!) und eine entsprechende Desinfektionslösung vorhanden sein.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
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Autorin:
Dr. med. vet. Barbara Hauser
FVH für Kleintiere
Tierklinik Obergrund
6005 Luzern