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Bei älteren Hunden mit vollständig ausgebildeten Wurzeln wird wegen dem hohen Infektionsrisiko in der Regel eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt, das heisst eine vollständige Entfernung der Pulpa und Füllung der gesamten Zahnwurzel. Ob ein abgebrochener Zahn für eine Füllung geeignet ist, wird zuvor an Hand eines Röntgenbildes entschieden. Hat bei länger zurückliegenden Verletzungen bereits eine Infektion stattgefunden, können Abszesse als Knochenauflösungen an der Zahnwurzel erkannt werden. Derartige Zahnwurzelabszesse sind schmerzhaft und erfordern oftmals, dass der betroffene Zahn gezogen werden muss.

  Röntgen eines Oberkiefer P4 mit Abszessbildung Abbildung 6:
Röntgen eines Oberkiefer P4 mit Abszessbildung an der hinteren Zahnwurzel (Pfeile).

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Wie sieht eine solche Behandlung aus?

Die Wurzelkanalfüllung beginnt mit einer Reinigung der Pulpahöhle. Dazu wird über die abgebrochene Zahnkrone oder ein kleines Zugangsloch der Pulpainhalt sorgfältig entfernt. Mit kleinen langen Feilen wird dann der Wurzelkanal bis in die Spitze für die Füllung vorbereitet, gespült und anschliessend mit feinen Papierspitzen getrocknet. Die Füllung selbst besteht aus 2 Anteilen. Zuerst wird ein weicher Kunststoff mit kleinen Spiralnadeln in den Kanal gefüllt und mit feinen Kautschukstiften verdichtet. Die Öffnung an der Spitze wird anschliessend nach Vorbereitung der Schmelzoberfläche (Schmelzätztechnik) mit einem sehr festen, lichthärtenden Kunststoff verschlossen. Dadurch ist der gefüllte Zahn sofort voll einsetzbar. Mit einem Röntgenbild wird zum Schluss der Behandlung kontrolliert, ob der gesamte Wurzelkanal bis in die Spitze vollständig gefüllt ist.
Für die Wiederherstellung der vollständigen Länge des Zahnes reicht die Stabilität eines Kunststoffaufbaus bei stärker belasteten Zähnen in der Regel nicht aus. Dazu ist ein Überkronen des Zahnes erforderlich, was für die eine ungestörte Funktion nur in Ausnahmefällen notwendig ist.

Bild Fraktur eines Unterkiefereckzahnes Abbildung 7:
Fraktur eines Unterkiefereckzahnes mit eröffnetem Wurzelkanal bei einem älteren Hund.

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Bild Füllung mit weichem Kunststoff und Kautschukstiften Abbildung 8:
Füllung mit weichem Kunststoff und Kautschukstiften.

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Bild Vorbereiten der Schmelzoberfläche Abbildung 9:
Vorbereiten der Schmelzoberfläche (Schmelzätztechnik).

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Bild Abdecken der Zahnspitze mit lichthärtendem Kunststoff Abbildung 10:
Abdecken der Zahnspitze mit lichthärtendem Kunststoff.

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  Bild Zahn nach der Wurzelkanalfüllung Abbildung 11:
Zahn nach der Wurzelkanalfüllung.

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Im Gegensatz zum Menschen besteht beim Hund eine grosse Unsicherheit, wie man sich bei einem abgebrochenen Zahn verhalten soll. Die Behandlung hängt grundsätzlich davon ab, welche Anteile des Zahnes betroffen sind. Handelt es sich um Frakturen mit eröffnetem Wurzelkanal können jederzeit Bakterien eindringen und zu einer schmerzhaften Infektion an der Wurzelspitze führen. In fortgeschrittenen Fällen bleibt oft nur das Ziehen des betroffenen Zahnes. Mit einer rechtzeitigen Wurzelkanalfüllung kann das verhindert werden. Der Zeitpunkt der Behandlung spielt beim Junghund bis zum Alter von 2 Jahren eine besondere Rolle, da nur innerhalb weniger Tage die Zahnpulpa und damit das Dickenwachstum des Zahnes erhalten werden kann, was für die Stabilität von grosser Bedeutung ist.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 7/2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Stefan Grundmann,
Kleintierchirurgie Universität Zürich,
Tierspital Zürich, Winterthurerstr. 260,
8057 Zürich