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Wie man Zecken entfernt und wie man ihnen vorbeugen kann

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Die bei uns vorkommenden Schildzecken stecken zum Blutsaugen praktisch ihren ganzen Kopf (eigentlich besteht dieser nur aus Mundwerkzeugen) in die Haut ihres Opfers. Dazu ritzen sie mit scherenartigen, beweglichen Mundfortsätzen eine Wunde in die Haut ihres Opfers und stossen einen tannzapfenähnlichen, mit Widerhaken versehenen Dorn, das sogenannte Hypostom, hinein. Um sich besser in der Wunde festhalten zu können, produzieren die Zecken eine Art "Zement", mit welchem das Hypostom zusätzlich verankert wird. Die ganze Anordnung ist darauf ausgelegt, dass sie mehrere Tage in der Wunde stecken bleibt. Früher wurde empfohlen, die Zecken mit Öl, Alkohol, Äther oder sonstigen Lösungen zu beträufeln, damit sie "loslassen". Aus obigen Ausführungen sollte nun aber klar sein, dass sie gar nicht loslassen können; sie sind gewissermassen einzementiert. Das einzige, was man mit solchen Mitteln erreicht, ist, dass die Zecken erbrechen und ihren gesamten Magen- und Speicheldrüseninhalt in die Wunde ergiessen. Somit werden auch mögliche Bakterien, Viren oder auch Babesien übertragen, und das ist genau das, was man eigentlich vermeiden möchte. Deshalb sollte auf solche Methoden verzichtet werden. Am besten wird die Zecke so hautnah wie möglich mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange erfasst, leicht hin und her gedreht um die Verankerung zu lockern (nicht "schrauben", denn es ist kein Gewinde vorhanden) und dann senkrecht herausgezogen. Ist dabei der Kopf steckengeblieben, kann es manchmal zu einer kleinen Entzündungsreaktion kommen. Wurde der restliche Zeckenkörper aber entfernt, besteht kaum Gefahr, dass Erreger von Zeckenkrankheiten noch übertragen werden können. Generell gilt, dass eine Zecke so früh wie möglich entfernt werden soll, denn die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Erregern ist kurz nach dem Stich noch gering und nimmt erst mit der Dauer der Blutaufnahme zu.

  Bild Mundwerkzeuge einer Zecke Abbildung 4:
Die Mundwerkzeuge einer Zecke. Das mit Widerhaken versehene Hypostom (siehe Pfeil) ist für die Verankerung in der Wunde verantwortlich.

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Noch besser ist es natürlich, die Zecken soweit abzuschrecken, dass es gar nicht zum Stich kommt. Dazu gibt es klassischerweise Zeckenhalsbänder oder Sprüh- und Badelösungen, welche während einer gewissen Zeit Schutz vor Zecken gewähren. Es ist darauf zu achten, dass bei diesen Produkten auch tatsächlich Zecken erwähnt werden, da einige Mittel hauptsächlich gegen Insekten, nicht aber gegen Spinnentiere wirken. So sind z.B. diverse Flohhalsbänder im Zoofachhandel erhältlich, welche nur ungenügend vor Zecken schützen. Zudem nimmt die Wirkungsdauer der Produkte bei feuchter Witterung ab. Neuere Produkte können auch im "Spot on"s - Verfahren aufgetropft werden. Sie haben auch den Vorteil, weniger witterungsanfällig zu sein. Trotzdem empfiehlt es sich, den Hund im Anschluss an einen Spaziergang im Wald mit ausgiebiger Erkundung des Unterholzes nach Zecken abzusuchen.
Weitergehende Massnahmen müssen ergriffen werden, wenn sich die Braune Hundezecke in der Wohnung breit gemacht hat. Dann ist es unumgänglich, die Verstecke ausfindig zu machen und die Zecken nicht nur auf Tier und Mensch sondern auch im Haus zu bekämpfen. Nötigenfalls muss ein professionelles Reinigungsinstitut beigezogen werden.
Der Aufenthalt in der Natur gehört sicherlich zu den schönsten Erlebnissen sowohl für den Hund als auch für sein Frauchen und Herrchen. Diese Freude muss auch durch die Zecken nicht getrübt werden: Durch das Wissen über die richtigen vorbeugenden Massnahmen und das korrekte Handeln, wenn es doch zum Stich kommt, verlieren diese Plaggeister etwas von ihrem Schrecken. Vielleicht hat dieser Artikel ein wenig dazu beigetragen.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 3/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern