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Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten in der Schweiz

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Zecken in der Schweiz

Nördlich der Alpen spielt in der Schweiz immer noch der Holzbock (Ixodes ricinus) die Hauptrolle in der Zeckenpopulation. Im Kanton Tessin sind jedoch andere Zecken, wie die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), deutlich im Vormarsch. Aufgrund seiner Verbreitung und seiner Bedeutung als Krankheitsüberträger werden wir uns im vorliegenden Artikel auf den Holzbock konzentrieren. Diese Zecke hält sich mit Vorliebe im dichten Unterholz von Laub- und Mischwäldern auf, kann sich aber auch in Parkanlagen und Gärten befinden. Die Zecken durchlaufen nach dem Schlüpfen aus dem Ei mehrere Stadien, die jeweils eine Blutmahlzeit benötigen. So befallen die frisch geschlüpften Larven kleine Nagetiere oder Vögel zum Blutsaugen, während sich die Nymphen und die erwachsenen Stadien bevorzugt an grössere Wildtiere wie Hasen oder Rehe, aber auch Hunde, Katzen und Menschen halten. Erwachsene Weibchen, die sich mit Blut vollgesogen haben, lassen sich zur Erde fallen und legen mehrere hundert Eier, aus welchen sich wiederum Larven entwickeln.
Ein Zeckenstich ist nicht schmerzhaft, denn die Tierchen sondern eine betäubende Substanz aus, während sie sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut bohren. Um mehrere Tage in der Stichstelle verankert bleiben zu können, produzieren sie eine Art Zement. Es kommt häufig vor, dass die Zecken gar nicht bemerkt werden, oder erst, wenn sie sich bereits mit Blut voll gesogen haben. Die Weibchen haben ein dehnbares Hinterteil, welches ihnen ermöglicht, mehr als das hundertfache Ihres Körpergewichts zuzunehmen.
Die typische Zeckensaison ist im Frühling (April bis Juni) und im Herbst (September bis November). Zu hohe Temperaturen und Trockenheit schätzen die Holzböcke nicht, winterliche Kälte ebenso wenig. Aber, wie erwähnt, einzelne milde Wintertage reichen aus, um die Zecken bereits wieder in Lauerstellung gehen zu lassen. Sollten also warme Winter zur Regel werden, müssten wir mit deutlich längeren Zeckenaktivitäten rechnen.

Bild Ixodes ricinus Weibchen Bild Hypostom
Abbildung 1:
Ein hungriges Ixodes ricinus-Weibchen. Deutlich erkennbar sind die 8 Beine und der dunkle runde Schild, welcher die Hälfte des Rückens abdeckt. Der "Kopf" besteht nur aus Mundwerkzeugen, welche vollständig in die Haut gesteckt werden.

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Abbildung 2:
Ein wichtiger Bestandteil der Mundwerkzeuge ist das so genannte Hypostom, welches mit Widerhaken versehen ist und somit eine starke Verankerung der Zecke in der Haut erlaubt.

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Bild vollgesogenes Holzbock-Weibchen Bild Zeckenfahne

Abbildung 3:
Ein vollgesogenes Holzbock-Weibchen kann bis zum 100fachen des ursprünglichen Volumens annehmen.

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Abbildung 4:
Zecken finden sich im dichten Unterholz, aber sie treten auch häufig an Wegrändern auf. Hier wurde erfolgreich versucht, mit einer "Zeckenfahne" (einem leichten Frotté-Tuch) Holzböcke zu fangen.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 3/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern