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Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten in der Schweiz

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Übertragung von Krankheiten

Was den Zeckenstich gefährlich macht, sind Krankheiten, die während der Blutaufnahme übertragen werden können. Die Zecken beherbergen virale, bakterielle und parasitäre Erreger in ihren Speicheldrüsen, die während dem Stich in die Wunde eingespritzt werden, und somit das Wirtstier oder den Menschen befallen können. Häufig nehmen die Zeckenlarven bei der Blutmahlzeit auf Mäusen oder anderen Kleintieren diese Erreger auf, um sie dann bei den späteren Blutmahlzeiten auf neue Wirte zu übertragen. Vielfach werden diese Erreger im "falschen" Wirt einfach absterben. Aber manchmal kann es auch zu ernsthaften Problemen kommen, wie zum Beispiel bei der Borreliose oder der FSME.

 

Borreliose oder Lyme-Krankheit

Borrelien sind kleine, längliche und schraubenförmig gewickelte Bakterien, die im Menschen zu verschiedenen Krankheitsbildern führen können. Die ersten Krankheitszeichen treten wenige Tage nach dem Zeckenstich auf und zeigen sich häufig als eine örtliche Entzündung der Haut, das so genannte Erythema migrans oder die "wandernde Röte". Damit verbunden können grippeähnliche Symptome auftreten. Es ist jedoch gut möglich, dass diese ersten Symptome nur schwach ausgeprägt sind, und somit gar nicht bemerkt werden. Insbesondere, wenn der Zeckenstich nicht erkannt wurde, wird nicht unbedingt als Erstes an eine Borreliose gedacht. Wochen bis Monate nach der Ansteckung können erneut Krankheitssymptome auftreten. Typisch sind dabei Entzündungen der Gelenke (vor allem Kniegelenke), des Nervensystems (Hirnhaut- und/oder Hirnentzündung, Gesichtsnerven), in seltenen Fällen auch des Herzens (Herzrhythmusstörungen). Wird die Krankheit im jetzigen Stadium nicht richtig erkannt und behandelt, kann es zu irreversiblen chronischen Schäden wie Arthrosen, Hautveränderungen oder Persönlichkeitsveränderungen kommen.

 

Zeckenenzephalitis

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) hat ihren Namen aufgrund des saisonalen Auftretens der Erkrankung erhalten. Sie ist damit klar mit der Aktivitätsphase des Holzbocks verbunden, denn normalerweise treten die ersten Symptome eine bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich auf. Es handelt sich um grippeartige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Gelenkschmerzen, die in der Regel nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Die meisten Patienten bauen in dieser Zeit eine Immunität auf und sind anschliessend ein Leben lang geschützt. Ungefähr zehn von hundert Patienten können sich jedoch nicht genügend gegen das Virus schützen und durchleben eine zweite, sehr gefährliche Krankheitsphase, bei der es zu Entzündungen im zentralen Nervensystem kommt (Hirn- und Hirnhautentzündung, oder eben Meningo-Encephalitis). Eine Behandlung ist schwierig und zielt vor allem darauf, die Beschwerden zu lindern, denn eine direkte Bekämpfung der Viren ist kaum möglich.

 

Ist der Hund gefährdet?

Da Hunde durch den Zeckenstich ebenfalls mit den genannten Erregern in Kontakt kommen, stellt sich die Frage, ob sie auch die gleichen Krankheitsbilder entwickeln wie der Mensch. Es kann vorweg genommen werden, dass Hunde nicht sehr anfällig sind und somit die Erkrankungen auch selten auftreten.
FSME beim Hund wird nur vereinzelt beschrieben. Dabei können ebenfalls Symptome einer Hirnhautentzündung festgestellt werden, wobei allerdings die Diagnosestellung sehr schwierig ist. In den wenigen dokumentierten Fällen wurde FSME erst nach dem Tod der Hunde diagnostiziert.
Weit häufiger wird die Ansteckung von Hunden mit Borrelien diskutiert und beschrieben. Allerdings muss auch hier hervorgehoben werden, dass ca. 95 % der Hunde eine natürliche Resistenz gegen diese Erreger aufweisen und nicht an Borreliose erkranken. Verdachtsfälle ergeben sich bei Unwohlsein, fehlendem Appetit und allgemein bei Leistungsschwäche und apathischem Verhalten. Wichtig ist dabei, dass sie mit einem nicht allzu weit zurückliegenden Zeckenbefall in Verbindung gebracht werden können. Auch hier ist es jedoch sehr schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Es kann versucht werden, Abwehrkörper gegen die Borrelien im Blut festzustellen. Jedoch weiss man, dass diese auch bei einem Grossteil der gesunden Hunde gefunden werden können. Der Tierarzt/die Tierärztin muss demnach so viele Informationen wie möglich zusammentragen und meist auf Verdacht hin mit einer Therapie beginnen, um ein klares Bild zu erhalten.
Nur am Rande sei erwähnt, dass es bisher keine Anhaltspunkte gibt, dass auch Katzen an FSME oder Borreliose erkranken. In einigen Studien konnte festgestellt werden, dass bei Katzen Antikörper gegen die Erreger der Borreliose nachgewiesen werden können, aber es bestand keinerlei Zusammenhang mit einer Erkrankung.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 3/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern