Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Zecken / Krankheiten

Allgemeines

Zecken in der Schweiz

Krankheiten

Vorbeuge / Schutz

Auswahlseite Katzen

Kontakt

Suche

Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten in der Schweiz

vorherige Seite

Vorbeugende Massnahmen

Das BAG hat die Empfehlung herausgegeben, dass sich Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten, gegen FSME impfen lassen sollten. Dazu gilt es festzuhalten, dass sich die so genannten Risikogebiete, d. h. jene Gebiete, in welchen vermehrt FSME bei Menschen festgestellt wurde, in den letzten Jahren deutlich ausgebreitet haben. Eine Karte mit den letzten Informationen findet sich auf der Homepage des BAG (www.bag.admin.ch). Personen, die sich regelmässig in Wäldern aufhalten und auch gerne durch das Unterholz spazieren, sollten sich eine Impfung ernsthaft überlegen. Wer jedoch immer nur in der Mitte von breiten Forststrassen spaziert und sich die Vegetation nur aus der Ferne betrachtet, kann ruhig darauf verzichten. Selbst wenn man nicht geimpft ist und von einer Zecke gestochen wird, heisst das noch lange nicht, dass man nun zwingend mit dem FSME-Virus angesteckt wurde. Auch in Risikogebieten ist nur ungefähr eine von hundert Zecken tatsächlich Virusträger. Für Hunde existiert keine registrierte FSME-Impfung. Es ist auch nicht zu empfehlen, die für Menschen verwendeten Präparate beim Hund einzusetzen. Im schlimmsten Fall reagiert das Immunsystem der Hunde in die falsche Richtung, und die Tiere werden anfälliger auf das Virus als sie es ohne Vakzine gewesen wären.
Im Gegensatz zu FSME gibt es für die Borreliose keine eigentlichen Risikogebiete. Man muss in allen Regionen, in welchen der Holzbock vorkommt, auch damit rechen, dass eine Übertragung der Krankheit wahrscheinlich ist. Für den Menschen gibt es keine Schutzimpfung gegen Borrelien, hingegen ist seit einigen Jahren eine Impfung für Hunde auf dem Markt. Diese, manchmal fälschlicherweise als "Zeckenimpfung" bezeichnete Vakzine enthält inaktivierte Borrelien. Sie schützt also nicht gegen die Zecken, sondern gegen die von ihnen übertragenen Bakterien. Der Erfolg dieser Impfung wird jedoch kontrovers diskutiert, denn die Impfung schützt nicht gegen alle Borrelien gleich gut. Zudem sind die Hunde vielfach bereits natürlicherweise geschützt und eine Impfung bringt keinen zusätzlichen Nutzen. Vorsicht ist geboten, wenn Hunde sich bereits mit dem Erreger angesteckt haben. Es wurden einige Fälle beschrieben, in welchen eine bestehende Infektion sich nach der Impfung verschlimmert hat und die Hunde dann tatsächlich an Borreliose erkrankt sind. Eine sorgfältige Untersuchung der Hunde vor der Impfung durch den Tierarzt/die Tierärztin ist daher eine Notwendigkeit.
Wie beim Menschen kann auch beim Hund eine Borreliose mit Antibiotika behandelt werden. Es gilt auch hier, dass die Behandlung umso erfolgreicher und der Krankheitsverlauf umso unproblematischer ist, je früher die Therapie begonnen wurde. Zögern Sie also nicht zu lange mit dem Tierarztbesuch, wenn Ihr Hund während oder kurz nach der Zeckensaison anfängt, Krankheitssymptome zu zeigen.

 

Schutz vor Zecken

Zecken sind geduldige Tierchen und warten Wochen, Monate, ja sogar Jahre bis ein Wirt an ihrem Busch oder Grashalm vorbeistreift und sie sich an ihm festhalten können. Sie befinden sich kaum mehr als 1 m über dem Boden. Daher gilt auch die Empfehlung, sich bei Spaziergängen im Wald mit langen Hosen und hohem Schuhwerk gegen die Zecken zu wappnen. Die Zecken, einmal auf dem Wirt, suchen sich eine optimale Stelle, um Blut zu saugen. Je dichter die Kleidung geschlossen ist, umso geringer ist ihre Chance, überhaupt bis zur Haut zu gelangen. Zudem sei allen Spaziergängern empfohlen, sich nach der Heimkehr auf Zecken abzusuchen.
Für Hunde existiert eine Vielzahl an Präparaten (meist Halsbänder oder Spot-on), die einen gewissen Schutz vor Zecken bieten. Da sehr viele individuelle Erfahrungen gemacht werden, lohnt es sich, mehrere Produkte auszuprobieren und das für den eigenen Hund am besten geeignete auszuwählen. Zu empfehlen sind sicher Präparate, die die Zecken bereits vor dem Stechen abtöten, da somit die Übertragungswahrscheinlichkeit massiv gesenkt werden kann. Dazu noch eine Anmerkung: Von den Borrelien ist bekannt, dass diese erst nach einigen Stunden bis Tagen von der Zecke auf den Wirt übertragen werden. In diesem Fall macht es Sinn, die Zecken so schnell als möglich zu entfernen, denn je länger sie Blut saugen, umso grösser ist die Übertragungswahrscheinlichkeit. Leider trifft dies nicht auf das FSME-Virus zu. Dieses kann bereits zu Beginn des Stiches übertragen werden. Wenn also von vornherein verhindert wird, dass die Zecken ihre Mundwerkzeuge in die Haut stecken können, so ist dies sicher ein gutes Argument für ein Präparat, das die Zecken so schnell als möglich abtötet.

 

Wie kann eine Zecke entfernt werden?

Die Mundwerkzeuge der Zecken sind mit Widerhaken versehen. Zudem produzieren sie eine Art Zement, um sich fest in der Haut verankern zu können. Es gilt daher, die Zecken sorgfältig aus der Stichstelle zu entfernen. Geschieht dies nicht, riskiert man, dass die halbe Zecke in der Wunde stecken bleibt. Am besten verwendet man eine Pinzette oder spezielle Zeckenzangen, mit welchen man die Zecken direkt am Hautansatz ergreift. Ein leichtes Drehen nach links und rechts lockert die Verankerung, danach können sie senkrecht aus der Haut gezogen werden. Es kann an der Einstichstelle zu einer kleinen Rötung kommen, die jedoch nichts mit Borreliose zu tun hat und innerhalb kurzer Zeit verschwindet. Sollte dies nicht der Fall sein, dann empfiehlt sich ein Arztbesuch. Zudem sollte das Datum des Zeckenstichs notiert werden, um sich Wochen später, wenn es tatsächlich zum Auftreten von grippeähnlichen Krankheitssymptomen oder Hautrötungen kommen sollte, daran zu erinnern.
Beim Hund können Zecken auf die gleiche Art und Weise entfernt werden. Es ist jedoch klar, dass Zecken häufig erst entdeckt werden, wenn sie sich bereits zu einer beträchtlichen Grösse mit Blut voll gesogen haben. Insbesondere auf dunklen Hunden und im dichten Fell bereitet die Suche Schwierigkeiten. Aber jede Zecke, die vorzeitig abgelesen wird, ist eine Zecke weniger, die nachher im Wald Eier ablegt.
Zecken können an verschiedene Labors eingesandt werden, um abzuklären, ob sie Träger von Borrelien oder dem FSME-Virus sind. Allerdings ist eine Untersuchung recht teuer und macht nur Sinn, wenn eine Krankheitsübertragung befürchtet wird (z. B. wenn eine nicht geimpfte Person in einem FSME-Risikogebiet von einer Zecke gestochen wird) oder unklare Symptome nach einem Zeckenstich auftreten.
Ein Zeckenstich kann Gefahren bergen. Wer sich jedoch dieser Gefahren bewusst ist und entsprechende Massnahmen ergreift, kann auch weiterhin den Aufenthalt in der Natur in vollen Zügen geniessen.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 3/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern