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Pododermatitis – Zwischenzehenentzündungen beim Hund

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Allergische Pododermatitis

Allergische Erkrankungen wie Atopische Dermatitis, Futtermittelallergie oder in seltenen Fällen auch Kontaktallergie sind die häufigsten Ursachen einer Pododermatitis. Die meisten allergischen Pododermatitiden sind bedingt durch atopische Dermatitis, einer Allergie auf normalerweise unschädliche Umweltsubstanzen wie Pollen, Schimmelpilzsporen oder Hausstaub- und Vorratsmilben. Auch Futtermittelbestandteile (in der Regel tierische oder pflanzliche Eiweisse, seltener Kohlenhydrate und in den seltensten Fällen Konservierungsmittel) können bei sensibilisierten Hunden allergische Symptome hervorrufen. Die Kontaktallergie ist – im Gegensatz zum Menschen – bei unseren Haushunden eine sehr seltene Erkrankung (ca. 1 % aller allergischen Hunde), da die dichte Körperbehaarung die Haut vor dem Kontakt mit allergisierenden Substanzen schützt.
Die klassischen Symptome einer Allergie sind Juckreiz, der sich durch Kratzen, Beissen, Nagen, Lecken oder Scheuern äussert, sowie Hautrötungen. Typischerweise haben allergische Hunde rezidivierende (wiederholt auftretende) Ohrentzündungen, Juckreiz um Augen, Lippen und Kinn, im Bereich der Achselhöhlen und im Zwischenschenkelbereich. Die meisten allergischen Patienten zeigen auch eine Pododermatitis, welche sich durch Lecken, Nagen und Knabbern an den Pfoten äussert.
Atopische Dermatitis wie auch Futtermittelallergie werden als Ausschlussdiagnosen gestellt. Das heisst, dass andere Erkrankungen wie infektiöse, parasitäre oder systemische Ursachen zuerst abgeklärt und mittels geeigneten diagnostischen Tests ausgeschlossen werden müssen. Eine strikt saisonale Pododermatitis, das heisst, die Symptome sind nur während bestimmten Monaten (z. B. Sommermonate) vorhanden, ist ein starker Hinweis für atopische Dermatitis mit Sensibilisierung auf Pollenallergene.
Die Unterscheidung zwischen nicht-saisonaler atopischer Dermatitis und Futtermittelallergie ist bis heute nur durch die Fütterung einer Eliminationsdiät und anschliessender Provokation mit dem alten Futter möglich, da beide Krankheiten identische klinische Symptome verursachen. Bluttests zur Identifizierung von Futtermittelallergenen, sind leider nach wie vor sehr unzuverlässig. Eine Eliminationsdiät wird spezifisch für den jeweiligen Patienten auf Grund einer detaillierten Fütterungsanamnese (Vorgeschichte) zusammengestellt. Die Eliminationsdiät besteht aus einer einzigen Eiweiss- und Kohlenhydratquelle, die der Patient vorgängig noch nie gefressen hat und somit nicht darauf sensibilisiert sein kann. In der Regel dauert die Eliminationsdiät 8 bis 10 Wochen. In einigen Fällen ist aber bereits nach vier Wochen eine Besserung zu verzeichnen. Eine Futtermittelallergie ist erst dann bewiesen, wenn der Patient nach Provokation mit seiner alten Diät einen Rückfall der Symptome innerhalb einer Zeitspanne von maximal zwei Wochen hat.
Die Allergene, welche atopische Dermatitis auslösen, können entweder über Bluttests – sogenannte in-vitro-Allergietests - oder aber über einen Intrakutantest (Hauttest) ermittelt werden. Der Bluttest misst Antikörper, welche gegen sensibilisierte Allergene gebildet worden sind, währenddem beim Intrakutantest Substanzen, die denkbare Allergene sind, direkt in die Haut gespritzt werden – der Patient wird dabei mit einer leichten Betäubung ruhiggestellt. Nach 15 bis 20 Minuten können positive Substanzen anhand der Hautreaktion (Rötung, Schwellung) direkt abgelesen werden. Der Intrakutantest hat gegenüber dem Bluttest den Vorteil, dass einerseits mehr Allergene ausgetestet werden können und dass direkt das Zielorgan, nämlich die Haut, untersucht wird. Basierend auf den Resultaten des Blut- oder Intrakutantests kann eine Desensibilisierung eingeleitet werden. Es handelt sich hierbei um eine lebenslängliche Spritzenkur mit Allergenen, auf welche der Patient im Intrakutantest oder Bluttest positiv reagiert hat. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 70 %. Bei Patienten, die auf diese sog. allergenspezifische Immunotherapie nicht ansprechen bzw. die auslösenden Allergene nicht bekannt sind, können die Symptome mittels systemischer und/oder lokaler Behandlung in der Regel kontrolliert oder mindestens gelindert werden.
Wichtig ist auch bei den allergischen Erkrankungen, dass Folgeinfektion durch Bakterien oder Hefen stets erkannt und entsprechend mittherapiert werden (siehe infektiöse Pododermatitis).

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet Claudia S. Nett-Mettler
Diplomate American College of Veterinary Dermatology
Dermatologie und Allergologie für Tiere
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik
Rothusstrasse 2
6331 Hünenberg
www.vetderm.ch
email: dr.nett AT vetderm.ch