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"Es ist halt das Alter" - Ist Alter eine Krankheit?

Zahnprobleme

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Sehr häufig kommt es bei älteren Katzen zur Bildung von Plaque und Zahnstein. Plaque ist eine weiche weissliche Schicht auf den Zähnen, welche aus lebenden und toten Bakterien, Futterresten und Speichel besteht. Wenn diese Plaque durch Kalkeinlagerungen verhärtet, so spricht man von Zahnstein. Grosse Mengen von Zahnstein führen zu einer Entzündung des Zahnfleisches. Diese kann auf einen dünnen Saum entlang des Zahnes beschränkt sein, sich aber auch entlang des Zahnhalteapparates in die Tiefe erstrecken, was mit der Zeit zur Lockerung und letztendlich zum Verlust des Zahnes führt. Unter dem Zahnstein können zudem sogenannte Zahnhalsläsionen ("neck lesions") versteckt sein. Dabei handelt es sich um Vertiefungen, welche sich genau auf der Höhe des Überganges von Schmelz zu Zement befinden. Diese sind oft schmerzhaft, weil die mit Nervenendigungen versehene Schicht unter dem Zahnschmelz freigelegt ist. Katzen mit eitrigen Zahnfleischentzündungen und Zahnhalsläsionen werden vorgestellt, weil sie nicht mehr gerne fressen, abmagern, aus dem Maul stinken oder sogar mit den Zähnen klappern. Neben diesen direkten Folgen haben die beschriebenen Zahnprobleme auch indirekte Auswirkungen auf den ganzen Körper. Zahnfleischentzündung und Zahnstein stellen einen permanenten Infektionsherd dar. Daraus können jederzeit Infektionserreger herausgelöst werden und sich andernorts im Körper ablagern. Diskutiert wird insbesondere der Zusammenhang zwischen Zahnproblemen und Nierenerkrankungen, da die Nieren sehr stark durchblutet werden. Dies zeigt auch eine kürzlich veröffentlichte Studie von 80 an chronischer Niereninsuffizienz erkrankten Katzen. Als klinische Symptome wurden dabei am häufigsten Abmagerung und am zweithäufigsten Zahnprobleme festgestellt.
Die Behandlung besteht in einer gründlichen Entfernung des Zahnsteins sowie bei Bedarf Antibiotikagaben. Die Zahnsteinentfernung wird dabei in der Regel unter Narkose durchgeführt, um sämtliche Reste von Zahnstein aus den Zahnfleischtaschen entfernen zu können. Zudem können allfällige nicht mehr zu rettende Zähne entfernt werden und damit die Katze von chronischen Schmerzen befreit werden. Auch wenn die heutigen Narkosemethoden längst nicht mehr so belastend sind, muss der Nutzen der Zahnsteinentfernung sorgfältig gegen das Risiko einer Narkose abgewogen werden. Mit einer Zahnsteinentfernung ohne Beruhigung umgeht man zwar das Narkoserisiko; der Eingriff ist vor allem bei entzündetem Zahnfleisch jedoch sehr schmerzhaft. Zudem bleiben immer Reste von Zahnstein in den Zahnfleischtaschen zurück, was in der Regel zu einer raschen Neubildung von Zahnstein führt. Ihr Tierarzt wird das optimale Vorgehen im Einzelfall mit Ihnen besprechen. Zur Vorbeugung wird eine regelmässige Zahnreinigung, das Anbringen von desinfizierenden Salben auf das Zahnfleisch sowie der Einsatz von Spezialfutter zur Zahnreinigung empfohlen. Wie Sie wissen, lassen sich leider längst nicht alle Katzen von den Vorzügen dieser Behandlungen überzeugen. In diesen Fällen bleibt dann nur die gründliche Kontrolle anlässlich der jährlichen Impfungen und bei Bedarf die obenerwähnte Entfernung des Zahnsteins.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Oktober / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Markus Haller
Europäisch diplomierter Spezialist für innere Erkrankungen der Kleintiere (Dipl ECVIM-CA)
Kleintierpraxis HallMa, Oberdorfstrasse 4, 5706 Boniswil