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"Es ist halt das Alter" - Ist Alter eine Krankheit?

Tumoren

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Mit zunehmendem Alter der Katze steigt auch das Risiko, an irgendeiner Form von Krebs zu erkranken. Die Symptome sind dabei ganz unterschiedlich, je nachdem, welche Organe betroffen sind. Vor allem bei Krebserkrankungen der inneren Organe werden dabei völlig unspezifische Krankheitsanzeichen wie Abmagerung und schlechter Appetit im Vordergrund stehen. Welche Behandlung dabei erfolgversprechend ist und ob überhaupt eine Behandlung sinnvoll ist, wird Ihr Tierarzt nach der Diagnosestellung mit Ihnen erörtern. Generell kann gesagt werden, dass die Behandlungsaussichten besser sind, je früher im Stadium der Erkrankung damit begonnen werden kann.

 

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die Überfunktion der Schilddrüse stellt sowohl eine Tumorerkrankung als auch eine hormonelle Störung dar. Die Hyperthyreose kommt fast nur bei über zehnjährigen Katzen vor und ist heute die häufigste hormonelle Erkrankung von älteren Katzen. Sie entsteht dadurch, dass sich in einer oder beiden Schilddrüsen ein (meist gutartiger) Tumor bildet. Diese 0.5 bis 1 cm grossen Knoten liegen seitlich neben der Luftröhre am Hals und sorgen dort kaum für Probleme. Sie produzieren jedoch unkontrolliert Schilddrüsenhormon, welches im ganzen Körper wirksam wird. Dadurch werden die Stoffwechselvorgänge im Körper angekurbelt, was zum Beispiel einen erhöhten Kalorienverbrauch sowie eine Erhöhung des Blutdruckes bewirkt. Wenn dieser Zustand über Monate und eventuell Jahre anhält, so kommt es wegen des hohen Blutdruckes zu Folgeschäden in übrigen Organen wie Herz und Nieren. Im Extremfall können die Katzen auch plötzlich erblinden, weil im Auge die Netzhaut von ihrer Unterlage abgelöst wurde.
Absolut häufigstes klinisches Anzeichen einer Hyperthyreose ist die Abmagerung. Diese tritt oft bei normalem oder sogar gesteigertem Appetit auf, was viele Katzenbesitzer zuerst gar nicht an eine Erkrankung denken lässt. Als weitere Symptome werden auch Erbrechen oder vermehrtes Trinken festgestellt.
Durch sorgfältiges Absuchen des Bereichs um die Luftröhre kann häufig die vergrösserte Schilddrüse durch das Fell ertastet werden. Die endgültige Diagnose erfolgt durch die Bestimmung eines erhöhten Schilddrüsenhormonspiegels im Blut. In der Regel wird dabei eine komplette Blutuntersuchung durchgeführt, um bereits erfolgte Schädigungen der inneren Organe zu erkennen.
Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion kann auf drei verschiedene Arten erfolgen: mit Medikamenten, mittels einer Operation oder durch die Verabreichung von radioaktivem Jod. Die medikamentelle Behandlung erfolgt mit Tabletten, welche der Produktion von Schilddrüsenhormon entgegenwirken. Sie stellt die billigste Behandlungsform dar und kann bei kooperativen Patienten meist ohne grössere Probleme durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um eine reine Symptombekämpfung; sobald die Tabletten abgesetzt werden oder die Katze die weitere Einnahme verweigert, treten die ursprünglichen Krankheitsanzeichen wieder auf. Häufig werden auch Katzen, welche für eine Operation vorgesehen sind, zuerst einige Wochen mit Medikamenten behandelt. Damit gelingt es, den Stoffwechsel zu normalisieren und damit das Narkoserisiko zu senken. Die Operation besteht aus dem Herausoperieren der vergrösserten Schilddrüse. Oft wird die nicht veränderte Schilddrüse auch entfernt, da diese (sofern belassen) sehr häufig innert ein bis zwei Jahren ebenfalls entarten würde. Damit würde die Krankheit wieder von vorne beginnen. Die beidseitige Operation verhindert also das erneute Auftreten der Erkrankung, beinhaltet dafür aber ein grösseres Risiko vor allem in den Tagen nach der Operation. Beidseitig operierte Katzen müssen in den Tagen nach der Operation unbedingt stationär betreut und streng überwacht werden. Die dritte Behandlungsmöglichkeit besteht wie erwähnt in der Verabreichung von radioaktivem Jod. Das Jod sammelt sich in der Schilddrüse an und führt zu einer gezielten Bestrahlung des Knotens. Die Behandlung gilt als wenig belastend für das Tier, da weder Narkose noch Tablettengabe nötig sind. Der grosse Nachteil ist allerdings, dass die Katzen nach der Behandlung mehrere Wochen isoliert werden müssen wegen der Ausscheidung von Radioaktivität. In der Schweiz wird diese Behandlungsmethode nur vom Tierspital in Bern angeboten. Von den Kosten her gesehen dürfte diese Methode wegen des langen Aufenthaltes mit den Kosten einer Operation vergleichbar sein. Die jeweils ideale Behandlungsmethode muss abhängig von Alter, Charakter und Allgemeinzustand der Katze sowie aus finanziellen Überlegungen im Einzelfall besprochen werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Oktober / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Markus Haller
Europäisch diplomierter Spezialist für innere Erkrankungen der Kleintiere (Dipl ECVIM-CA)
Kleintierpraxis HallMa, Oberdorfstrasse 4, 5706 Boniswil