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Beckenfrakturen bei der Katze

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Als Erstes sollte daher immer abgeklärt werden, ob keine zusätzlichen, oft lebensbedrohlichen Verletzungen entstanden sind. Besonders Verletzungen im Bereich des Brust- und Bauchraumes müssen diagnostiziert und entsprechend behandelt werden. Typische Beispiele für Brustraumverletzungen sind Lungenblutungen, Luft zwischen Lunge und Brustwand (Pneumothorax) und Risse im Zwerchfell. Im Bauchraum kommen ebenfalls Blutungen von Milz und Leber sowie Risse im Harnwegssystem vor. All diese Verletzungen können primär lebensbedrohlich sein und – sofern nicht erkannt und entsprechend behandelt – zu fatalen Komplikationen bei einer Narkose führen. Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin wird daher bei Ihrer Katze nach einem Unfall zuerst eine sorgfältige Allgemeinuntersuchung durchführen. Unter Umständen können auch zusätzliche diagnostische Methoden wie Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Röntgenbilder/CT, MRT oder Ultraschall angezeigt sein. Eine einfache Untersuchung, die eine gute Übersichtsinformation liefert, ist ein so genanntes Katzogramm. Auf einem Röntgenbild können so Veränderungen des Brustraums und der inneren Organe des Bauchraums erkannt werden. Erstes Ziel nach einem Unfall ist somit, das Tier zu stabilisieren (Herz-Kreislauf-System und Atmungsapparat) und weniger offensichtliche Verletzungen auszuschliessen oder, falls vorhanden, zu behandeln. Erst danach erfolgt die Behandlung der orthopädischen Probleme (wie zum Beispiel eine Beckenfraktur) in einem zweiten Schritt. Immer sollte so schnell wie möglich mit einer Schmerzmedikation begonnen werden. Da Katzen einen anderen Stoffwechsel als Menschen oder Hunde haben, sollte die Wahl und Dosierung der Schmerzmittel immer dem Tierarzt bzw. der Tierärztin überlassen werden.

 

Funktion des Beckens

Vom Bauch her betrachtet bildet das Becken ein knöchernes Rechteck. Das Becken hat grundsätzlich zwei Funktionsbereiche: Einerseits bildet der Knochenring des Beckens eine Höhle, die das hintere Ende des Darmkanals, der Harnwege und bei weiblichen Tieren der Geburtswege enthält und schützt. Einengungen in diesem Knochenring können diese Organe beschädigen oder zu funktionellen Einschränkungen führen. Andererseits sind Teile des Beckens für die Kraftübertragung von den Hinterbeinen auf die Wirbelsäule und somit auf die vordere Körperhälfte verantwortlich. Für diese Funktion ist vor allem der Bereich zwischen der Gelenkspfanne und der gelenkigen Verbindung zwischen Beckenflügel und Kreuzbein verantwortlich. Ist mindestens eine der beiden Funktionen nachhaltig beeinträchtigt, ist eine chirurgische Wiederherstellung des Beckens als Behandlung in Betracht zu ziehen.

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Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 4 / 2005
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Urs Weber
Dr. med. vet. Dipl. ECVS
Tierärztliches Überweisungszentrum (TüZ)
Hauptstrasse 21
CH-4456 Tenniken