Beckenfrakturen bei der Katze
Behandlung von Beckenfrakturen
Wird eine Katze mit Beckenfraktur in der Tierarztpraxis vorgestellt, werden die Bemühungen in erster Linie dahin gehen, den Allgemeinzustand des Tieres zu stabilisieren. Aus tierschützerischen Überlegungen sollte möglichst früh mit einer effizienten Schmerztherapie begonnen werden. Beckenfrakturen sind wie alle Knochenbrüche sehr schmerzhaft, solange es nicht stabilisierte Knochenfragmente gibt, die sich gegeneinander bewegen und berühren können. Sind zusätzliche Verletzungen, insbesondere der inneren Organe ausgeschlossen oder erfolgreich behandelt worden, kann mit der Planung der Beckenfrakturversorgung begonnen werden.
Grundsätzlich sollte in allen Fällen eine chirurgische Fixation in Betracht gezogen werden, da dies immer die nachhaltigste Schmerzbehandlung für jede Fraktur darstellt. Ist eine Fraktur mit einer gravierenden Einengung des Beckenkanals verbunden, spricht dies zusätzlich für einen chirurgischen Eingriff. Bei nicht kastrierten weiblichen Tieren ist dies in besonderem Masse zutreffend, da ein eingeengtes Becken ein bedeutendes Geburtsrisiko darstellt. Ist durch die Fraktur die Kontinuität der mechanischen Achse von Oberschenkel, Gelenkspfanne, Darmbein und Darmbein/Kreuzbeingelenk unterbrochen, sollte in der Regel ebenfalls einer stabilen operativen Versorgung der Fraktur der Vorzug gegeben werden. Auch Frakturen die ein Gelenk – im Falle des Beckens die Gelenkspfanne – betreffen, erfordern grundsätzlich immer eine chirurgische Behandlung.
Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 4 / 2005
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Autor:
Urs Weber
Dr. med. vet. Dipl. ECVS
Tierärztliches Überweisungszentrum (TüZ)
Hauptstrasse 21
CH-4456 Tenniken