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Epileptische Krampfanfälle bei Katzen

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Anfallsablauf

Je nachdem, welche Gehirnregionen von der epileptischen Aktivität betroffen sind, beobachten wir unterschiedliche Symptome: Im Vorfeld des epileptischen Anfalls kann es zu Unruhe, Im-Kreis-Laufen und intensivem Miauen kommen. Häufig sind Verhaltensauffälligkeiten, z. B. Starren und Fauchen gegen unsichtbare Erscheinungen, geweitete Pupillen oder Speichelfluss (Abb. 1). Im Gegensatz dazu können einige Katzen auch auffällig ruhig verharren oder in eine Art Starre verfallen. Bei Beginn des Anfalls beobachtet man oft Zuckungen von Gesichtsmuskeln, wobei sich vor allem die Ohren und Lippen verkrampfen. Diese Zuckungen können sich unter Umständen auf den ganzen Körper ausbreiten. Nicht selten wird die Katze zu Beginn der Konvulsionen meterweit durch den Raum katapultiert. Der eigentliche Anfall besteht dann aus Bewusstlosigkeit, begleitet von Ruderbewegungen mit den Gliedmassen oder Streckkrämpfen. Im Gegensatz zu diesen heftigen Konvulsionen kommt bei Katzen auch hie und da ein so genannter nicht-konvulsiver Anfall vor, bei dem das Tier in einen Zustand von Bewusstlosigkeit ohne Muskelkontraktionen verfällt. Die Diagnose ist unter diesen Umständen viel schwieriger zu stellen, kann aber theoretisch mit einem Elektroenzephalogramm bestätigt werden, welches die bei Epilepsie abnormalen Hirnströme aufzeichnet.

  Bild Katze mit auffälligem Speichelfluss

Abbildung 1
Katze mit auffälligem Speichelfluss. Dabei kann es sich um eine Phase eines epileptischen Anfalls handeln. Bei diesem Tier kam es im weiteren Verlauf zu eigentlichen Krampfanfällen.

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Neben diesen so genannten generalisierten Anfällen gibt es bei Katzen nicht selten partielle Krampfzeichen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass die Katze ein gestörtes Bewusstsein und stereotype Bewegungen aufweist. Dies kann sich als Zuckungen im Gesicht, Kaubewegungen oder Im-Kreis-Laufen bemerkbar machen. Daneben werden Fauchen, Attackieren von Gegenständen oder unerwartete Rennbewegungen beobachtet. Bei dieser Anfallsform werden nur Teile des Gehirns vom Krampfgeschehen betroffen – im Gegensatz zum oben beschriebenen „Grand Mal“-Anfall, bei dem das ganze Gehirn in das Anfallsgeschehen einbezogen ist.

Die Dauer der Anfälle ist in der Regel kurz, und sie enden in der Regel nach ein bis drei Minuten von selbst. Das Gehirn ist in der Lage, die ausser Kontrolle geratenen Nervenzellen zu isolieren und ihre Aktivität durch vermehrte Ausschüttung von hemmenden Botenstoffen zu dämpfen. Falls der Anfall nicht endet oder in kurzen Abständen immer wieder auftritt, spricht man von einem so genannten Status epilepticus. Ein Status epilepticus ist bei einem Drittel der Katzen mit Krampfanfällen zu beobachten und stellt einen neurologischen Notfall dar, der mit medikamentellen Massnahmen unterbrochen werden muss, um Folgeschäden oder sogar den Tod zu verhindern.

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Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 5 / 2005
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Frank Steffen DECVN
OA, Neurologie/Neurochirurgie
Klinik für Kleintierchirurgie, Departement für Kleintiere
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstr. 260
8057 Zürich