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Erbrechen und Durchfall bei der Katze

Allgemeinerkrankungen, die zu Erbrechen führen können

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  Bild Katze am Wassernapf Abbildung 5:
Alarmstufe! Wenn die Katze nicht nur erbricht, sondern auch ständig am Wassernapf anzutreffen ist, leidet sie möglicherweise an einer schweren Allgemeinerkrankung. (Foto: Horisberger)

Nierenerkrankungen

Erbrechen als Folge einer Nierenerkrankungen wird sehr häufig bei alten Katzen diagnostiziert. Neben Abmagerung, schlechtem Appetit und einem starken Maulgeruch fällt den Katzenbesitzer/innen oft auf, dass die Katze mehr trinkt und viel Harn absetzen muss. Da die angeschlagenen Nieren viele körpereigene Gifte nicht mehr im Harn ausscheiden können, kommt es zu einer Vergiftung des Körpers und zu Übelkeit. Da die Nieren auch ein wichtiges Hormon produzieren, das für die Blutbildung verantwortlich ist, haben solche Patienten auch zu wenig rote Blutkörperchen (Anämie). In einem fortgeschrittenen Stadium haben Katzen mit Nierenerkrankungen daher auch blasse Schleimhäute (Augenschleimhaut, Maulschleimhaut). Die Diagnose wird anhand einer Blut- und Urinuntersuchung gestellt. Als Therapie werden oft Infusionen gegeben, um die giftigen Stoffe über die Nieren auszuschwemmen. Durch Verfütterung einer Diät mit niedrigem Eiweissgehalt bilden sich im Körper weniger Giftstoffe, wodurch die Niere entlastet wird. Bei schwerer Blutarmut kann mit Injektionen des fehlenden Hormons (Erythropoetin) die Bildung der roten Blutkörperchen angeregt werden, was die Lebensqualität von nierenkranken Katzen in manchen Fällen sehr positiv beeinflussen kann. Auch Medikamente, die den oft gleichzeitig vorhandenen hohen Blutdruck bei diesen Patienten herabsetzen können, werden bei nierenkranken Katzen immer häufiger verschrieben.

 

Überfunktion der Schilddrüsen (Hyperthyreose)

Die Überfunktion der Schilddrüsen ist ebenfalls eine Erkrankung, die bei älteren Katzen diagnostiziert wird (ab etwa 8 Jahren). Bei den meisten Patienten fällt ein Gewichtsverlust auf. Die Symp-tome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig, und abgesehen von Gewichtsverlust können Erbrechen, vermehrter Durst, Durchfall, struppiges Haarkleid und Wesensveränderungen festgestellt werden. Ständiges Miauen, Unruhe und ein ängstlicher Gesichtsausdruck beherrschen manchmal das Krankheitsbild. Die Diagnose dieser gut behandelbaren Erkrankung ist oft schwierig, da häufig nur ein einzelnes der oben aufgeführten Symptome ausgeprägt ist.

Erschwerend ist zudem, dass bei einer beträchtlichen Anzahl der Patienten gleichzeitig eine Nierenunterfunktion besteht, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen kann. Oft findet die Tierärztin oder der Tierarzt bei der klinischen Untersuchung eine vergrösserte Schilddrüse, eine endgültige Diagnose kann aber nur mit der Bestimmung des Schilddrüsenhormons gemacht werden (Überfunktion = erhöhtes Schilddrüsenhormon im Blut). Die Therapie kann chirurgisch (Entfernung der Schilddrüse) oder mit Medikamenten durchgeführt werden. Falls keine anderen schwer wiegenden Krankheiten bestehen, ist die Prognose für diese Patienten sehr gut.

 

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Die Zuckerkrankheit (diabetes mellitus) führt in fortgeschrittenem Stadium ebenfalls zu Erbrechen. Meistens haben solche Katzen viel Gewicht verloren und trinken sehr viel. Beim Vorstellen in der Tierarztpraxis sind sie oft stark ausgetrocknet, da viel Körperflüssigkeit durch Urinieren und Erbrechen verloren ging. Gar nicht so selten werden diabetische Katzen in einem desolaten Zustand vorgestellt. Solche Patienten zeigen oft einen typischen "süsslichen" Maulgeruch, sind kaum mehr ansprechbar und haben oft Untertemperatur. Oft sind bei diesen Katzen auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen, wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse. Die Therapie ist sehr aufwändig und besteht in der Gabe von viel Flüssigkeit durch eine Infusion ins Blut und von kleinen Mengen Insulin, um den Blutzuckerspiegel allmählich auf normale Werte zu bringen. Meistens müssen solche Patienten lebenslang zweimal täglich mit Insulin behandelt werden, was für die Katzenbesitzer/innen eine grosse Belastung sein kann. Die meisten Katzen gewöhnen sich relativ schnell an diese täglichen Insulingaben unter die Haut. Mit regelmässigen Blutzuckerkontrollen in der Tierarztpraxis oder durch die Besitzer/innen wird für jede Katze eine individuelle Insulindosis ermittelt.

  Bild Blutentnahme bei einer Katze Abbildung 6:
Alarmstufe! Wenn die Katze nicht nur erbricht, sondern auch ständig am Wassernapf anzutreffen ist, leidet sie möglicherweise an einer schweren Allgemeinerkrankung.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Ausgaben 6 / 1999 und 1 / 2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Pierre Arnold