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FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

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Feline infektiöse Peritonitis bedeutetwörtlich übersetzt "ansteckende Bauchfellentzündung der Katzen". Diese Erkrankung wurde erstmals in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieben und entwickelte sich bis heute zu einer der wichtigsten ansteckenden Todesursachen bei Katzen. Die Bezeichnung rührt daher, dass sich im typischen Fall einer FIP in der Bauchhöhle des erkrankten Tieres grosse Mengen eiweissreicher Flüssigkeit ansammeln können und diese eine Bauchumfangvermehrung verursachen (vgl. Krankheitsformen). Das Wort "infektiös" besagt, dass der Auslöser der Erkrankung ein Erreger ist. Bereits zum Zeitpunkt der Erstbeschreibung wurde mittels Elektronmikroskopie (welche die 10 000fache Vergrösserung von Zellen ermöglicht) ein Virus als Ursache dieser Bauchfellentzündung festgestellt. Auf Grund des speziellen Aussehens wurde dieser als Coronavirus bezeichnet. Die aktive Forschung über diese Erkrankung und deren Entstehung brachte aber, wie bereits oben erwähnt, neben vielen Antworten auch viele Fragen mit sich.

 

Felines Coronavirus (FCoV)

Dieser Virus gehört wie einige andere, für uns Menschen krankmachenden Viren zu der Familie der Coronaviridae. In der Vergangenheit glaubte man, dass der feline Coronavirus (FCoV) in zwei verschiedenen biologischen Formen vorkommt: Die erste Form wurde als ein gutartiger Virus (feliner enteraler Coronavirus -FECV) bezeichnet, der die Dünndarmzellen angreift und zu keinen oder nur sehr milden Symptomen wie Durchfall führt. Die zweite Form, der feline infektiöse Peritonitis-Virus (FIPV) -- so glaubte man -- wurde als die deutlich gefährlichere Form des FCoV erkannt -- der Verusacher der FIP. Lange war nicht klar, wie diese zwei Formen sich voneinander unterscheiden, resp. wie es möglich sein sollte, dass derselbe Virus bei einer Katze nur milden Durchfall und bei der anderen eine FIP verursachen konnte. Heutzutage gilt als bewiesen, dass der FIP-Virus (FIPV) durch eine genetische Mutation (Veränderung der Erbinformation) des FCoV entsteht. Durch die Mutation, die spontan und unvorhersehbar passiert, gewinnt der Virus deutlich an krankmachender Eigenschaft und ist in der Lage, die FIP auszulösen. Somit wird klar, dass jede natürliche Infektion mit dem FCoV auch das Potenzial besitzt, eine FIP auszulösen! Das Beruhigende daran ist, dass lediglich weniger als 10 % der infizierten Katzen die Krankheit auch entwickeln.

 

Ausbreitung des Virus

Der FCoV-Virus ist in der Katzenpopulation sehr verbreitet. Überall wo Katzen sind, gibt es auch diesen Virus. Begünstigend wirkt sich auch die Tatsache aus, dass der Erreger über Kleider, Schuhe oder Körperoberfläche übertragen werden kann. Obwohl es geographische Unterschiede in der Ausbreitung gibt, kann grundsätzlich gesagt werden, dass je höher die Konzentration der Tiere ist, desto wahrscheinlicher auch das Vorhandensein des Virus ist. Die unterschiedliche Haltung der Katzen in der Neuzeit (Mehrkatzenhaushalte, grosse Zuchtstationen und Tierheime), wo Tiere sehr eng zusammenleben, führte zur weiteren Ausbreitung des FCoV-Virus. Katzen, die in Mehrkatzenhaushalten leben, werden häufig mit extrem hohen Konzentrationen des Virus konfrontiert. Der Virus überlebt ausserhalb seines Wirts (nach der Ausscheidung in die Umgebung) nur wenige Stunden. Es wurde aber nachgewiesen, dass die Überlebenszeit des Virus unter günstigen Bedingungen -- wie z. B. trockener Umgebung -- bis zu sieben Wochen betragen kann. Hingegen ist die Übertragung über äussere Parasiten wie Flöhe nicht möglich. Ebenso wird eine Übertragung an Katzenausstellungen als eher unwahrscheinlich erachtet.

 

Übertragung des Virus

Der Virus breitet sich durch den so genannten oro-fäkalen Weg aus. Das bedeutet, dass der Virus mit dem Kot ausgeschieden wird und die Umgebung verunreinigt. Andere Tiere stecken sich dann in den Katzentoiletten, aber auch an Wassernäpfen oder Futterstellen nach der Aufnahme des Virus durch die Maul- und Nasenschleimhaut an. Daher wird davon ausgegangen, dass es Katzen gibt, die den Virus langfristig ausscheiden. Es wurde festgestellt, dass 13 % aller angesteckten Katzen zu einem Dauerausscheider des FECV werden und fast nie selber an FIP erkranken. Wie Sie sehen, reden wir hier nach wie vor von einem ungefährlichen Darmvirus! Tiere, die an FIP erkrankt sind (also deren Körper voll vom bösartigen FIPV ist), scheiden ebenfalls nur den ungefährlichen FECV aus -- und dies nur für eine begrenzte Zeit.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz, Hünenbergerstrasse 4/6, 6330 Cham