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FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Welche Faktoren spielen bei der Entstehung der FIP eine Rolle?

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Das Mysterium dieses Virus besteht darin, dass bei weitem nicht jede angesteckte Katze erkranken wird (siehe oben). Die Erkrankung bleibt trotz der starken Ausbreitung des Virus selten. Bislang konnte nicht geklärt werden, weshalb. Bekannt sind dagegen folgende Faktoren, welche die Entstehung einer FIP positiv oder negativ beeinflussen können:

  1. Haltung: Katzen, die einzeln gehalten werden, entwickeln FIP nur sehr selten. Ebenso sind Welpen, die von einzeln gehaltenen Müttern stammen, seltener mit FCoV infiziert und leiden deshalb deutlich weniger an FIP. Allerdings ist bekannt, dass die Zeit bis zum Ausbruch der FIP bis zu mehrere Jahre betragen kann. Dies gilt insbesondere für die trockene Form (siehe unten). Im Gegensatz dazu stammen die meisten FIP-Fälle aus überbesetzten Zuchtstationen mit fehlenden Platzreserven, Durchmischung von verschiedenen Altergruppen und ungenügenden hygienischen Massnahmen.
  2. Alter: Obwohl Katzen jeden Alters erkranken können, gehört die Altersgruppe zwischen drei Monaten und drei Jahren zu den Anfälligsten (50 % aller kranken Tiere sind weniger als zwei Jahre alt). Ganz junge Tiere dagegen sind in den ersten sechs Lebenswochen immun. Diese Immunität wird von der Mutter über die Kolostralmilch vermittelt. Der daraus entstehende Schutz ist relativ -- bei starker Umgebungsbelastung mit dem Virus (Mehrkatzenhaushalte, Zuchtstationen) kann er durchbrochen werden.
  3. Genetik, Rasse: Auf Grund einzelner Studien ist anzunehmen, dass gewisse Rassen (allen voran die Heilige Birma) ein erhöhtes FIP-Risiko aufweisen. Ebenso ist bekannt, dass gewisse Zuchtlinien ein erhöhtes FIP-Risiko aufweisen. Deshalb wird davon abgeraten, mit Zuchttieren weiterzuzüchten, von denen bereits Nachkommen an FIP gestorben sind. Dies gilt sowohl für Kätzinnen als auch für Kater.
  4. Stress: Stress ist in der Katzengesundheit ein extrem wichtiger Faktor. Es ist erfahrungsgemäss so, dass die Tiere bei den meisten FIP-Fällen in der jüngsten Vergangenheit einem Stress ausgesetzt waren. Meistens handelt sich dabei um einen Umzug (vom Züchter zum neuen Besitzer), einen Tierheimaufenthalt oder Tierarztbesuch (Impfung, Kastration). Nicht zu unterschätzen ist auch der Stress, dem die Tiere in einem überbesetzten Mehrkatzenhaushalt ausgesetzt sind.
  5. Serologie: Katzen, welche die Infektion bereits durchgemacht haben und in der Serologie positiv reagieren, haben ein niedrigeres Risiko, FIP zu entwickeln als Katzen, die mit dem Virus zum ersten Mal in Kontakt kommen. Hingegen sind extrem hohe Titer (siehe unten) mit höherer Wahrscheinlichkeit für Dauerausscheidung wie auch mit höherem Risiko einer FIP verbunden.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz, Hünenbergerstrasse 4/6, 6330 Cham