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FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Die Krankheitsformen

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Es gibt zwei Krankheitsformen:

  1. Die feuchte FIP: Sie ist die am häufigsten vorkommende Form der FIP. Bei den betroffenen Patienten kommt es durch die FIP-Infektion zur ausgedehnten Gefässentzündung im ganzen Körper. Die entzündeten Gefässe werden durchlässig, was zum Austritt von Eiweiss und Flüssigkeit führt. Der Flüssigkeitsaustritt ist dann für die Bildung von Bauch- und/oder Brusthöhlenerguss verantwortlich. Die neusten Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Abwehrsystem des Körpers an der Entstehung dieser Gefässentzündung beteiligt ist. Die vom FIP-Virus infizierten Zellen können sich im Körper unkontrolliert ausbreiten und dadurch weitere Entzündungszellen anlocken. Die Verständigung zwischen den einzelnen Abwehrsystemkomponenten scheint ebenfalls heftig durcheinander zu geraten, was die Situation noch verschärft.
  2. Die trockene FIP: Sie ist seltener, aber dafür deutlich schwieriger diagnostizierbar. Bei diesen Patienten kommt es durch die FIP-Infektion zur Bildung von Entzündungsherden im ganzen Körper, wobei gewisse Organe häufiger betroffen sind als andere. Die Grösse der Entzündungsherde ist unterschiedlich, das betroffene Organ wird im Allgemeinen dadurch geschwollen (vergrössert). Am häufigsten betroffen sind Augen, Nieren, Bauchlymphknoten und Gehirn. Die Symptome sind im Allgemeinem milder, schleichender und widerspiegeln die beeinträchtigte Funktion des betroffenen Organs bzw. der Organe. Seltener entwickeln Tiere mit der trockenen plötzlich die feuchte Form.

 

Klinische Symptome der feuchten FIP

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Betroffenen hauptsächlich um junge Tiere. Typischerweise beginnt die Erkrankung sehr unspezifisch: Müdigkeit, Lustlosigkeit und Fieber sind häufig. Die Tiere zeigen Fressunlust und können mit der Zeit deutlich am Gewicht verlieren. Das Fieber kann permanent sein oder in Schüben verlaufen. Typischerweise spricht das Fieber nicht auf Antibiotika an; dafür aber auf fiebersenkende Mittel. Wenn die Erkrankung voll entwickelt ist, kommt es zur raschen Bildung von Baucherguss (der Bauchumfang nimmt deutlich zu) oder zu zunehmender Atemnot (der Brusthöhlenerguss schränkt die Lungenfunktion ein). Nicht selten kann bei diesen Patienten auch Gelbsucht (die gelbe Verfärbung der Schleimhäute und Haut) gefunden werden. Die klinische Untersuchung beim Tierarzt ergibt am häufigsten Fieber, Abmagerung, Gelbsucht, vergrösserte, teilweise schmerzhafte Bauchlymphknoten, Bauch- oder Brusthöhlenerguss. Nicht selten können auch verdächtige Augenveränderungen festgestellt werden.

 

Klinische Symptome der trockenen FIP

Das klinische Bild bei der trockenen FIP ist weniger typisch, die Symptome können sich mit besseren und schlechteren Zeiten bis zu mehreren Monaten dahinschleichen. Auch hier ist die Erkrankung zu Beginn unspektakulär, es überwiegen vage Veränderungen wie Lustlosigkeit, schlechte Fellqualität, Fieber, langsamer Gewichtsverlust und mässige Fresslust.
Organspezifische Veränderungen sind:

  1. Augen: Farbveränderung der Iris (farbiger Teil des Auges = Regenbogenhaut), kleine weisslich-gräuliche Pünktchen hinter der Hornhaut, Blindheit.
  2. Nieren: erhöhter Durst in Folge eines Nierenversagens.
  3. Leber: Gelbsucht (gelbe Ohren, Maulschleimhaut, Augenbindehaut).
  4. Darm: Erbrechen, Durchfall, verdickte Därme/Lymphknoten.
  5. Gehirn: Wesensveränderungen, feine Zuckungen im Gesicht und mit den Ohren, Gehstörungen oder Krämpfe.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz, Hünenbergerstrasse 4/6, 6330 Cham