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Um an ihre Blutmahlzeit zu gelangen, müssen Flöhe die Haut ihres Wirtes verletzen. Sie benutzen dazu ihren Stechapparat und sondern in die Bohrkanäle Speichelsekrete ab, welche die Blutgerinnung verhindern und die Nahrungsaufnahme ermöglichen. Flohstiche sind wesentlich unangenehmer als Läusestiche und zeigen sich beim Menschen als typische, stark gerötete Pusteln, die einen heftigen Juckreiz verursachen. Typisch für Flohstiche ist die linienförmige Anordnung. Meist finden sich mehrere Einstiche in einer Reihe hintereinander.
Bei Katzen führt der Juckreiz zu heftigen Abwehrreaktionen. Bei starkem Befall und sensiblen Tieren können durch Kratzen und Scheuern Hautwunden entstehen, welche die Anfälligkeit für Bakterien und Pilze erhöhen.
Es ist ebenfalls bekannt, dass einzelne Tiere allergisch auf Speichelsekrete und andere Produkte (Stoffwechselprodukte etc.) der Flöhe reagieren. Diese Reaktionen führen zur sogenannten Flohdermatitis, einer schmerzhaften Entzündung der Haut, die bei sensibilisierten Tieren plötzlich auftreten kann. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, die Tierärztin oder den Tierarzt aufzusuchen, damit die Symptome gelindert und Massnahmen getroffen werden können, um einen weiteren Flohbefall zu verhindern.

  Bild Flohstichallergie Abbildung 3:
Einzelne Tiere können allergisch auf Flohstiche reagieren. Bei ihnen ist es besonders wichtig, dass sie vor weiterem Flohbefall geschützt werden.

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Flöhe spielen auch als Überträger von Bandwürmern eine Rolle. Eier des Bandwurmes Dipylidium caninum werden von Flohlarven aufgenommen und entwickeln sich in diesen weiter. Wird nun ein solcher infizierter Floh von einem Hund oder einer Katze während der Fellpflege aufgenommen, entwickelt sich daraus ein Bandwurm im Darm. Eine regelmässige Entwurmung ist daher sicher sinnvoll. Es ist anzumerken, dass dieser Bandwurm mit den herkömmlichen Wurmmitteln erfasst wird. Wer seine Katze regelmässig entwurmt, braucht sich diesbezüglich also keine Sorgen zu machen.

Als Überträger von Bakterien oder Viren kommen Flöhe ebenfalls in Frage. In unseren Breitengraden und dank der guten hygienischen Einrichtungen spielen sie jedoch kaum mehr eine Rolle. Es sei jedoch in Erinnerung gerufen, dass vor einigen hundert Jahren der Rattenfloh (der auch auf den Menschen übergeht) eine grosse Bedeutung bei der Verbreitung der Pest im europäischen Raum hatte.

Wie erwähnt können der Katzen- und der Hundefloh auch auf den Menschen übergehen. Interessant ist dabei die oft beobachtete Tatsache, dass innerhalb einer Wohngemeinschaft immer dieselben Personen gestochen werden, während andere verschont bleiben. Es gibt bisher keine einleuchtende Erklärung für dieses Phänomen. Falsch ist jedoch die häufig geäusserte Meinung, dass die Opfer "süsseres" Blut hätten, und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Flöhe dies nicht feststellen können, bevor sie jemand gestochen haben. Als Krankheitsüberträger auf den Menschen spielen die Flöhe bei uns nur eine beschränkte Rolle. Ein (versehentliches) Verspeisen von Flöhen kann aber - wie bei Hund und Katze - zur Entwicklung des Bandwurmes Dipylidium caninum führen - ein Ereignis, das jedoch hierzulande nur sehr selten auftritt.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 1999
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Heinz Sager
Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen und der Medizinischen Fakultät, Universität Bern