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Die Bekämpfung von Flöhen

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Es sei betont, dass Flohbefall nicht als Zeichen für mangelnde Sauberkeit oder gar vernachlässigte Pflege durch Katzenhalter/innen zu deuten ist. Ein kurzer Streifzug in der näheren oder weiteren Umgebung, und schon kann eine Katze von Flöhen befallen sein. Es gilt daher, von Vornherein solche Infekte zu verhindern. Dazu eignen sich Flohhalsbänder gut. Sie setzen kontinuierlich Wirkstoffe frei, die auf Flöhe abschreckend oder sogar toxisch wirken. Bei den Halsbändern sollte darauf geachtet werden, dass sie auch wirklich für Katzen zugelassen sind, da Katzen einzelne Wirkstoffe nicht gut vertragen und mit Vergiftungserscheinungen reagieren. Zudem sollten die Grösse und das Alter des Tieres bei der Auswahl des Halsbandes berücksichtigt werden, und wichtig ist eine elastische Sicherheitszone, die verhindert, dass sich die Katze mit dem Halsband strangulieren kann, wenn sie sich irgendwo verhakt. Die maximale Wirkungsdauer der Halsbänder beträgt 3-5 Monate, bei einigen bis zu 7 oder mehr Monate. Die effektive Dauer der Wirkung hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. So reduziert z. B. viel Feuchtigkeit (Regen, Tau) die Wirkungsdauer des Bandes erheblich.
Ebenfalls beschrieben werden verschiedene biologische Mittel, die auf Flöhe abschreckend wirken, z. B. Produkte mit Teebaum- oder Kokosöl etc. (u. a. von Frento, Vapona, Vitakraft, Schecker, Josty). Dabei sollte individuell abgeklärt werden, wie stark der Effekt ist und wie gut die Katze die eingesetzten Substanzen verträgt. Man sollte sich aber bewusst sein, dass diese Mittel in den meisten Fällen nur zur Vorbeugung und nicht zur eigentlichen Flohbekämpfung eingesetzt werden können.

Hat sich eine Flohplage einmal etabliert, genügt es auch nicht mehr, dem befallenen Tier ein Flohband um den Hals zu legen. Eine grosse Anzahl der verschiedenen Entwicklungsstadien kann sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Wohnung verbreitet und vermehrt haben. Wird in dieser Situation die Katze mit einem Flohhalsband versehen, so wenden sich die Flöhe einfach vermehrt einem andern Wirt zu - in den meisten Fällen dem Menschen ... Es ist also sinnvoll, im Falle einer Flohproblematik planmässig vorzugehen. Prinzipiell gilt es, a) die erwachsenen (adulten) Flöhe auf allen Tieren im Haushalt zu eliminieren, und b) die verschiedenen frühen Entwicklungsstadien in der Wohnung zu bekämpfen.
Zur Therapie stehen - je nach Charaktereigenschaften des Patienten und Vorlieben der Besitzer/innen - Puder, Sprays oder Auftropflösungen zur Verfügung. Je nach eingesetztem Wirkstoff können diese ebenfalls eine prophylaktische Wirkung erzielen und somit das Halsband ersetzen.
Puder, wie z. B. Frento®, Wellcare® oder Bifex®, sollten gut im Haarkleid verteilt werden. Dazu ist das Haar gegen den Strich aufzurichten. Obwohl die Hersteller eine gute Verträglichkeit bescheinigen, ist es zu empfehlen, die Hände nach dem Einpudern gut zu waschen. Ähnlich ist beim Auftragen von Sprays, wie z. B. Frontline®, Bifex® oder Pyrethroid-Präparaten, vorzugehen. Eine gleichmässige Verteilung der Wirkstoffe im Fell ist Voraussetzung für den Therapieerfolg. Die Wirkstoffe von Bayvantage® oder Frontline® verteilen sich auf der Hautoberfläche, den Haaren und bilden in den Talgdrüsen ein Reservoir. Die Flöhe nehmen die Wirkstoffe durch den Kontakt mit dem Tier, auch ohne Blutmahlzeit auf. Es genügt daher, einige Tropfen dieser Präparate auf die Haut zwischen den Schulterblättern aufzutragen und einziehen zu lassen.

Alle diese aufgeführten Präparate sind in der Regel gut verträglich und auch für Jungtiere oder trächtige Kätzinnen geeignet. Wird jedoch eine grössere Menge Wirkstoff durch das Ablecken des Felles aufgenommen, kann dies bei einzelnen Präparaten zu Erbrechen führen. Auf jeden Fall sind die Packungsbeilagen zu beachten und die Vorschriften genau einzuhalten. So wird auch zu erfahren sein, ob und in welchen Abständen eine Wiederholung der Behandlung angezeigt ist. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt gibt Ihnen sicher gerne Auskunft.

Während der Therapie der Tiere ist es nun wichtig, dass auch die Umgebung behandelt wird. Es ist sinnvoll, sich zuerst einmal Gedanken zu machen, wo die Entwicklungsstadien zu finden sein könnten. Alle Liegeplätze und häufig aufgesuchten Orte kommen in Frage, und es ist besser eine Stelle zu viel zu behandeln, als ein Nest zu vergessen. Bei Teppichen lohnt es sich, mit dem Staubsauger die Ei- und Larvenmenge erst einmal zu vermindern. Der Staubsaugersack sollte danach relativ rasch entsorgt werden. Teppiche und Polstermöbel während ein paar Stunden oder Tagen im Winter ins Freie zu stellen genügt leider nicht, um die Flohplage loszuwerden. Möglicherweise kann kurzfristig eine Reduktion erreicht werden; die Puppen sind aber sehr resistent und können sich problemlos weiterentwickeln, wenn die Möbel wieder in der warmen Stube stehen. Um die Flöhe endgültig loszuwerden, müssen die bevorzugten Aufenthaltsorte der Tiere (Liegeplatz, Körbchen, Polstermöbel) sowie Schlupfwinkel (Teppichränder, Ecken) mit Insektiziden besprüht werden. Auch hier stehen verschiedene Mittel wie Indorex®, Tamirex® oder Baygon® zur Verfügung. Die zur Verwendung kommenden Wirkstoffe stellen kaum mehr eine Belastung für die Umwelt dar und sind nicht zu vergleichen mit den Produkten, die früher verwendet wurden. Da die Puppenstadien auch mit Insektiziden schlecht angreifbar sind, muss die Raum- und Umgebungsbehandlung mit langwirkenden Mitteln durchgeführt oder die Behandlung nach zwei Wochen wiederholt werden.

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 1999
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Heinz Sager
Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen und der Medizinischen Fakultät, Universität Bern