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Störungen in der Rolligkeit

Ausbleiben der Rolligkeit

Wenn die Rolligkeit ausbleibt, stellt sich zuerst die Frage, ob die Kätzin überhaupt bereits geschlechtsreif ist. Das Alter beim Eintritt der Geschlechtsreife ist nämlich sehr variabel und reicht bei Hauskatzen von 7 bis 12, bei Rassekatzen von 3 bis 20 Monaten. Ist die Katze zwar geschlechtsreif, wird aber trotzdem nicht rollig, kann dies auch mit den Haltungsbedingungen zusammenhängen.
Stille Rolligkeit tritt in grösseren Katzenpopulationen sporadisch auf und wird hier auf den grossen sozialen Druck zurückgeführt, dem die Tiere ausgesetzt sind. Oft sind es die rangniedrigen Kätzinnen, die nur undeutliche oder gar keine Rolligkeitszeichen zeigen. Auch eine ungenügende Lichteinwirkung von weniger als 10 Stunden täglich kommt in Katzenkolonien als Ursache dafür in Frage, dass die Rolligkeit ausbleibt.
Stille Rolligkeit kommt auch vermehrt bei Kätzinnen vor, die isoliert gehalten werden. Wenn eine solche Kätzin einen Kater zur Gesellschaft bekommt, löst sich das Problem von selbst. Wird eine Kätzin zusammen mit einem kastrierten Kater gehalten, kann sie unter Umständen scheinträchtig werden. Auch kastrierte Kater sind nämlich durchaus in der Lage, aufzusteigen und zu decken. Wird dabei ein Eisprung ausgelöst, so wird die Kätzin scheinträchtig und der Besitzer oder die Besitzerin wartet vergeblich auf die nächste Rolligkeit, um die Kätzin zum Deckkater zu bringen! Auch häufiges Streicheln der Rückenpartie kann bei Kätzinnen einen Eisprung auslösen und damit zu einer Scheinträchtigkeit führen.
Nicht kastrierte Kater realisieren eine frühe Rolligkeit oft besser als die Besitzer/innen. Es kommt durchaus vor, dass die Kätzin in der Frühphase der Rolligkeit bereits erfolgreich gedeckt wurde, bevor die Besitzer/innen die Rolligkeit überhaupt bemerkt haben. So kann es geschehen, dass man meint, die Kätzin werde nicht rollig - dabei ist sie schon trächtig!
In einzelnen Fällen für ein andauerndes Ausbleiben der Rolligkeit sind ausserdem Missbildungen wie unterentwickelte oder fehlende Eierstöcke sowie Zwitterbildung die Ursache.

 

Dauerrolligkeit

Dabei handelt es sich um ein häufiges Fruchtbarkeitsproblem, das sich durch Rolligkeit während mehr als 6 Tagen auszeichnet und in drei verschiedene Störungen gliedern lässt:

  1. Fehlerhafte Funktion des Sexualzentrums im Gehirn
  2. Kontinuierliches Heranwachsen von Eibläschen (Eierstockfollikeln), die einen konstant zu hohen Blutspiegel des weiblichen Sexualhormons Oestradiol zur Folge haben
  3. Dauerrolligkeit ohne saisonalen Bezug, die oft auf zystische Entartung von Eibläschen zurückzuführen ist

Zur Abklärung von Dauerrolligkeit sind tägliche Blutentnahmen während 2 Wochen für die Bestimmung des Östrogens unumgänglich. Eine Ausnahme stellt die zystische Entartung von Eibläschen dar, welche die Tierärztin/der Tierarzt am einfachsten mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung diagnostizieren kann.

 

Die Rolligkeit ist normal, aber der Deckakt ist nicht erfolgreich

Wird eine rollige Kätzin zum Kater gebracht, so kann der Sexualzyklus infolge Stress zum Stillstand kommen. Nach einer Angewöhnungszeit von 24 Stunden treten aber im Normalfall die Rolligkeitssymptome erneut in Erscheinung und die Kätzin wird normal gedeckt.
Vom Transportieren des Katers zur Kätzin ist abzusehen, weil Kater oft nur im eigenen Revier decken.

 

Ausbleiben der Empfängnis nach erfolgtem Deckakt

In erster Linie müssen Kätzinnen mit dieser Vorgeschichte auf eine fortschreitende Veränderung der Gebärmutter untersucht werden.
Werden die Kätzinnen zu spät gedeckt, so nehmen sie nicht auf, weil die Eibläschen sich bereits wieder zurückbilden. Die besten Deckergebnisse erreicht man am 3. Tag der Rolligkeit.
In einzelnen Fällen kommt es trotz Deckakt zu keinem Eisprung. Die Ursache dafür ist entweder in einer Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) oder in einem ungenügenden Deckakt zu suchen. Die Tierärztin oder der Tierarzt stellt das Ausbleiben des Eisprungs mit Hilfe der Messung einer tiefen Konzentration des Trächtigkeitshormons Progesteron im Blut 4 Tage nach dem Deckakt fest. Wenn die Trächtigkeit jedoch bei erhöhtem Progesteronspiegel ausbleibt, kann dies auf ein Absterben der Frucht hinweisen. Dabei steht eine Leukose-Infektion (FeLV) als Ursache im Vordergrund, werden doch beinahe die Hälfte der Fortpflanzungsstörungen bei Kätzinnen durch diesen Erreger ausgelöst. Auch andere Viren oder Toxoplasmen können zu Abort, Absterben und Eintrocknen der Frucht (Mumifikation) oder Totgeburten führen.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Patrick Hensel
Veterinärchirurgische Klinik, Universität Zürich