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Fortpflanzungsstörungen bei Katzen
Wenns mit dem Nachwuchs nicht klappen will

Fortpflanzungsstörungen beim Kater

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Bei der Geburt eines Katers befinden sich seine Hoden bereits im Hodensack, sie sind aber noch sehr klein, weich und können in die Leistengegend zurückgezogen werden. Mit 5 Monaten beginnt die Spermienbildung, im 8. bis 10. Lebensmonat sind die Tiere bereits geschlechtsreif. Bei der gezielten Paarung ist dem territorialen Verhalten des Katers Rechnung zu tragen. Es ist deshalb günstiger, die Kätzin in der Umgebung des Katers decken zu lassen.
Über Fruchtbarkeitsstörungen beim Kater ist nur sehr wenig bekannt. Es ist einleuchtend, dass ein Zuchtkater gesund, gut geimpft und frei von viralen Infektionen, wie Leukose (FeLV), Katzenaids (FIV) oder Bauchwassersucht (FIP), sein sollte. Unnötiger Kontakt mit anderen Katzen, z. B. im Rahmen von Ausstellungen, ist zu vermeiden.
Bei Katern mit mangelndem Sexualtrieb wird zuerst eine klinische Untersuchung zum Ausschluss von Allgemeinerkrankungen durchgeführt, gefolgt von einer andrologischen Untersuchung. Dabei werden die Hoden hinsichtlich Form, Grösse, Konsistenz und allfälliger Schmerzhaftigkeit beurteilt. Vor allem bei langhaarigen Katern kann der Deckakt erschwert oder verhindert sein, weil das Fell im Vorhautbereich verklebt.
Im Zusammenhang mit territorialen Rangkämpfen kommt es öfters zu Hodenbissverletzungen. Zur groben Überprüfung der hormonellen Sexualfunktion werden nach Ausschachtung des Penis Anzahl und Grösse der Penishäkchen beurteilt; schlüssige Resultate liefert allerdings nur die Bestimmung des Testosteronspiegels (männliches Sexualhormon) durch wiederholte Blutproben. Wird eine Kätzin nicht trächtig, nachdem sie wiederholt vom Kater gedeckt wurde, ist eine Untersuchung der Samenflüssigkeit angezeigt. Auch die Kätzin sollte in diesem Fall aber auf Allgemeinerkrankungen (insbesondere auf virale Infektionen) untersucht werden.
Fruchtbarkeitsstörungen des Katers treten häufig im Zusammenhang mit genetischen Fehlentwicklungen auf. So führt eine Abweichung von der normalen Chromosomenzahl, wie z. B. die XXY-Chromosomenaberration, in den meisten Fällen zu einer Unterentwicklung der Hoden und zu Sterilität. Diese auch als kongenitale Hodenhypoplasie bezeichnete Erkrankung kann aber auch als Folge einer Infektion mit dem Katzenseuchevirus (Panleukopenie) während der Trächtigkeit entstehen.

Bild Penis eines unkastrierten Katers Abbildung 5:
Der Penis eines unkastrierten Katers: Die dicht gesäten "Penishaken" auf der Penisoberfläche sprechen für einen intakten Hormonhaushalt.

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Wenn in einer Katzenzucht Sterilitätsprobleme auftreten und bei den Kätzinnen Scheidenausfluss festgestellt wird, kann die Tierärztin/der Tierarzt eine Tupferprobe aus der Scheide betroffener Tiere sowie aus der Vorhaut der Zuchtkater entnehmen und bakteriologisch untersuchen lassen. Oft können in allen Proben gleiche Keime gefunden werden. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Katzen nach Geschlecht zu separieren und entsprechend der Empfindlichkeit der Keime auf Antibiotika mit entsprechenden Medikamenten zu behandeln.

 

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Patrick Hensel
Veterinärchirurgische Klinik, Universität Zürich