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Ist eine trockene Nase normal?

"Meine Katze wird jetzt 13-jährig und ist eine Indoor-Katze. Sie ist männlich und wurde mit 6 Monaten kastriert. Ich habe nun festgestellt, dass Timos Nase im Vergleich zu früher nicht mehr so feucht ist. Gehört dies zum Alterungsprozess oder ist es gar eine andere Krankheit? Was soll ich tun?"

Antwort

Der Nasenspiegel als Teil der Nase ist kein verlässlicher Indikator, um Krankheiten oder Alterungsprozesse abzulesen. Abgesehen davon ist dieser Befund resp. deren Interpretation sehr subjektiv und kaum standardisierbar. Was für den einen trocken, ist für den anderen heiss und für einen dritten normal. Ausserdem ist die Nase als ein dem Zentrum des Körpers recht entfernt liegendes Organ auch äusserlichen Einflüssen ausgesetzt. So kann bei kalten Aussentemperaturen die Nase relativ blass, kühl und feucht erscheinen, obwohl die Katze absolut nicht unterkühlt ist.

Abgesehen von offensichtlichen Erkrankungen des Nasenspiegels wie Verletzungen, entzündlich-infektiösen Prozessen oder gar tumorösen Veränderungen, wird die Nase bei der Allgemeinuntersuchung nicht grundsätzlich als verlässliches Beurteilungskriterium herangezogen. Als Ausnahme ist hier die Farbe anzuführen: Eine Blutarmut beispielsweise kann eventuell bereits anhand eines blassen Nasenspiegels erkannt werden.

Es ist zwar schon so, dass der Nasenspiegel, obwohl seine haarlose Haut frei von Drüsen ist, einen eher kühl-feuchten Eindruck macht. Wie feucht oder trocken die Nasenoberfläche jedoch ist, hängt nicht zuletzt vom Befeuchten mit der Zunge und vom Abwischen mit den Pfoten ab. Trockene, warme Wohnungsluft hingegen senkt den Feuchtigkeitsgrad.

Zusammenfassend sollten der Beurteilung des Nasenspiegels andere offensichtliche, klinische Veränderungen vorgezogen werden, um von einem Alterungsprozess oder einer sonstigen Erkrankung zu sprechen. Typische Alterserscheinungen sind beispielsweise Gewichtsverlust oder matteres bis struppiges Fell. Denn die tägliche Toilette (z. B. die Fellpflege) wird nicht mehr so akribisch betrieben wie bei jüngeren Tieren. Die Bewegungen werden langsamer und können unter anderem beim Hochspringen von grosser Anstrengung gekennzeichnet sein. Solange wirklich nicht eine klar diagnostizierte Krankheit vorliegt, ist eine Therapie weder angezeigt noch sinnvoll. Abgesehen davon gilt es zu berücksichtigen, dass lokal angewendete Medikamente mit der Zunge oder den Pfoten weggewischt werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern