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Auch Lebenskünstler leben gefährlich .....

Spielsachen - keineswegs harmlos

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Fäden, Schnüre, Wolle, Garn und Bänder aller Art üben eine fast magische Anziehungskraft auf spielfreudige Katzen aus. Gegen kontrollierte Jagdspiele ist nichts einzuwenden. Sobald Katzen jedoch sich selbst überlassen sind, müssen sämtliche potenziellen Beuteobjekte entfernt und sicher verwahrt werden. Kleinere, eher runde Gegenstände könnten beim spielerischen Aufwerfen und Fangen aus Versehen verschluckt werden. Fadenähnliche, lange, dünne, eher weiche Fremdkörper werden dann gefährlich, wenn die Katze sie zerbeissen möchte oder auf ihnen zu kauen beginnt. Die zahlreichen, nach hinten gerichteteten und rauhen Papillen auf der Katzenzunge sorgen dafür, dass entsprechendes Fremdmaterial mit jeder Zungenbewegung fast nur in eine Richtung, nämlich weiter nach hinten transportiert wird. Solche linearen Fremdkörper führen oft erst einige Tage nach der Aufnahme zu Beschwerden. Auffällig ist, dass betroffene Katzen in zunehmend kleiner werdenden Abständen zu brechen beginnen. Sie brechen auch dann, wenn sie nichts mehr fressen oder erbrechen sogar das aufgenommene Trinkwasser. Der Kotabsatz bleibt meist aus und das Allgemeinbefinden verschlechtert sich zunehmend. Die Patienten liegen kaum mehr entspannt, vernachlässigen die Körperpflege, verweigern die Futteraufnahme und werden apathisch. Oft wehren sie sich gegen ein gründliches Abtasten des Bauchraumes. Es kommt vor, dass das Fadenende im Kot auftaucht, währenddem der Fadenanfang noch unter der Zunge, gut versteckt, festsitzt. Nie darf an einem der Fadenenden gezogen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die auf dem Faden aufgewickelten Därme längs eingeschnitten werden. Im Darm festsitzende Fremdkörper müssen operativ entfernt werden.
Mitunter werden Fäden mitsamt der Nähnadel verschluckt. Sofern sie in der Speiseröhre oder im Magen festsitzen, lassen sie sich möglicherweise, allerdings auch nur am voll narkotisierten Tier, mit geeigneten Endoskopen auffinden und unblutig entfernen.

  Bild Katze mit Garn Abbildung 5:
Schnur, Garn und Wolle sind keineswegs harmlose Spielsachen.

Sämtliches Spielzeug für Katzen sollte kritisch ausgesucht und ebenfalls nur unter Aufsicht angeboten werden. Es muss entfernt und ersetzt werden, sobald es defekt ist oder Teile durch Zerbeissen oder Kauen abgetrennt wurden.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 4 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
med. vet. Christina Sigrist