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Auch Lebenskünstler leben gefährlich .....

Freilaufkatzen leben besonders gefährlich

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Katzen, denen regelmässig freier Auslauf gewährt wird, leben gefährlicher als reine Stubentiger. Die zahlreichen täglichen Risiken und Gefahren lassen sich weniger gut abschätzen und kaum beeinflussen oder vermindern. Auch Freiläufer werden mitunter von Insekten gestochen oder bleiben in fremden Kippfenstern hängen. Mit Abstand die häufigsten Opfer jedoch fordert unbestritten der Strassenverkehr.

 

Verkehrsunfälle

Bevor man verletzte Katzen birgt, sollte man sich so gut es geht vor schmerz- oder angstbedingten Abwehrreaktionen schützen. Eine Decke, eine Jacke oder ein Pullover leistet hierbei wertvolle Hilfe. Man bedeckt das am Boden liegende Tier vorsichtig und greift mit den durch den Stoff geschützten Händen unter das Tier, um es hochzuheben. Für den Transport eignet sich beispielsweise eine Kiste, der Boden einer grösseren Schachtel, ein Wäschezuber, ein leeres Katzenkistchen oder ein oben zu öffnender, grosszügig bemessener Katzentransportkorb, in welchem der Patient mitsamt der Decke, möglichst in ausgestreckter Seiten- oder Brustlage, Platz findet. Schockpatienten müssen zuerst stabilisiert werden, bevor man sie genauer untersuchen kann. Häufige Komplikationen sind Augenblutungen, Lungen- und Zwerchfell- und Blasenrisse, sowie Becken-, Oberschenkel- und Wirbelbrüche. Letztere erfordern v.a. bei zusätzlicher Verletzung des Rückenmarkes aufgrund der äusserst schlechten Prognose eine Euthanasie des Tieres.

Es ist leider unmöglich, aus Katzen durch erzieherische Massnahmen oder Training umsichtige Verkehrsteilnehmer zu machen. Dennoch lohnt es sich, ein paar Grundregeln zu beherzigen. Besitzt man einen Garten oder eine grössere Grünfläche ist zu überlegen, ob dieser nicht katzengerecht gestaltet und ausbruch- und verletzungssicher eingezäunt werden könnte. Ein permanenter und vor allem auch geschützter, evtl. leicht erhöhter Zugang zur Wohnung ist ein zusätzlicher und unverzichtbarer Sicherheitsfaktor. Eingebaute Schleusen sollten sowohl in den Innenbereich wie auch nach aussen einsehbar sein. Ist die Katze auf der Flucht oder eingeschüchtert, sollte sie sich jederzeit und unverzüglich in den Wohnbereich retten können.

  Bild eingeschüchterte Katze Abbildung 6:
Aufgepasst! Kranke, verletzte oder unter Schmerz stehende Katzen können recht wehrhaft sein!

Einer Jungkatze oder einer mit der Umgebung noch nicht vertrauten älteren Katze sollte man ca. 2-4 Wochen Zeit geben, die Wohnung intensiv zu erkunden, die Katzentüre, alle andern Wohnungszugänge, Fenster, Balkon, etc. kennen zu lernen und sich an regelmässige Fütterungszeiten zu gewöhnen. Erst dann wird sie, möglichst nur tagsüber, am besten kurz vor dem Füttern, dort ins Freie gelassen, wo sie jederzeit auch wieder in die Wohnung zurückkehren kann. Wenn man es richten kann, erledigt man in dieser Zeit etwas im Garten, auf dem Gartensitzplatz, auf der Wiese im Innenhof (z.B. Wäsche aufhängen) oder auf dem Balkon, von dem aus man die Katze beobachten und gegebenenfalls auch rufen kann. Es ist besser, wenn draussen "Betrieb" herrscht, weshalb man nicht unbedingt einen Sonn-oder Feiertag wählt. Nach einer gewissen Zeit ruft man die Katze und belohnt sie mit Futter. Wenn sie möchte, kann sie danach nochmals nach draussen gehen. Ideal ist es, die Katze daran zu gewöhnen, nachts zu Hause zu bleiben oder sie nachts einzusperren- nachts entfernen sich die Katzen weiter vom Heimterritorium, sind weniger scheu und werden von seltener aber meist schneller fahrenden Autolenkern leichter übersehen. Reflektierende Halsbänder schaffen hier etwas Abhilfe.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 4 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
med. vet. Christina Sigrist