Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Auswahlseite Katzen

Gefahren für Katzen

Allgemeines

Kippfenster und Balkon

Die am meisten unterschätzten Giftquellen

Spielsachen - keineswegs harmlos

Sommerzeit - Insektenzeit

Verkehrsunfälle

Infektionskontrolle macht Sinn

Kampfspuren - ungeliebte Souvenirs

Gefährliche Neugier

Kontakt

Suche

Fortpflanzung der Katze

Der Sexualzyklus des Katers

Vorherige Seite

Bei der Geburt des Katers sind die Hoden bereits abgestiegen. Diese sind jedoch sehr schwierig zu ertasten, da sie einerseits sehr klein und weich sind, andererseits können die Kater diese im Welpenalter noch in den Leistenkanal zurückziehen. Gewöhnliche Hauskatzen erlangen die Geschlechtsreife mit ungefähr 8 bis 10 Monaten, etwas später als die Kätzinnen. Bei Rassekatzen ist dies dagegen sehr unterschiedlich; insbesondere bei Perserkater können bis zum Eintritt der Geschlechtsreife bis zu 2 Jahre vergehen. Aber wie bei der Kätzin, ist das Erreichen der Pubertät eher mit dem Gewicht als mit dem Alter korreliert. So tritt die Geschlechtsreife ein, sobald 3 bis 3,5 kg Körpergewicht erreicht werden. Die Geschlechtsreife ist zudem an äusseren Merkmalen, wie ausgeprägte Wangenbacken, verdickte Haut, Penishaken, vermehrte Muskelmasse und einen speziellen Harngeruch erkennbar. Typisch sind auch Verhaltensmerkmale, wie Besteigen anderer Katzen und territoriales Markieren. Alle diese Merkmale entstehen unter dem Einfluss vom männlichen Sexualhormon Testosteron. Obwohl eine saisonale Variabilität der Fruchtbarkeit bei Katern besteht, können sie normalerweise das ganze Jahr hindurch erfolgreich decken. Die grösste sexuelle Aktivität kann bis zu einem Alter von 8 bis 10 Jahren aufrecht erhalten werden. Die Kater werden aber oft schon im Alter von 6 Jahren aus der Zucht genommen, da sie im Temperament ruhiger werden oder das Tier durch einen jungen Kater verdrängt wird.
Da ein Teil des Deckverhaltens durch den Kater erst erlernt werden muss, ist es ratsam den Kater bereits früh, jedoch frühestens im Alter von 12 Monaten, in der Zucht einzusetzen, um die zukünftigen Zuchterfolge zu optimieren. Dabei ist es von Vorteil den Kater bei seinem ersten Deckeinsatz einer erfahrenen Kätzin vorzustellen. Bei der gezielten Paarung ist dem territorialen Verhalten des Katers Rechnung zu tragen. So ist es günstiger die Kätzin in die für den Kater gewohnte Umgebung zu verbringen. Dabei können Angewöhnungsphasen von einigen Tagen bis 1 Wochen notwendig sein, um den Stress vom Transport und ungewohnter Umgebung abzubauen.
Die verbreitete Meinung, dass eine frühe Kastration des Katers zu Hochwuchs führt, ist nicht ganz korrekt. Erwiesen ist, dass das Knochenwachstum, v.a. der langen Röhrenknochen, bei früh kastrierten Katern, etwas später abgeschlossen ist. Hinsichtlich der endgültigen Länge der Knochen aber unterscheiden sie sich jedoch kaum von sexuell intakten Tieren. Ebenfalls ist zu beachten, dass eine Kastration zwar nicht immer zu einer vollständigen Elimination von Markierungsverhalten, Aggressivität und Streunen führt, aber diese zumindest doch stark reduzieren kann. Der Zeitpunkt der Kastration spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5 / 1999
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Patrick Hensel