Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Auswahlseite Katzen

Übergewicht

Allgemeines

Einleitung

Risiken 1

Risiken 2

Ursachen

Behandlung

Vorbeugung

Kontakt

Suche

Übergewicht

Gesundheitliche Risiken infolge Übergewicht
(andere Krankheiten)

Vorherige Seite

Nicht nur Zuckerkrankheit und Leberverfettung sind Risiken von Übergewicht. Es geht noch viel weiter: Übergewicht beeinträchtigt die Katze im Alltag; beim Spielen, wenn das Herz nicht mehr mitmacht und die Luft fehlt; wenn die Glieder schmerzen unter der Last und der Pelz juckt, weil die Katze sich nicht mehr lecken
kann ... 

 

Herz- und Kreislauferkrankungen

Ob Übergewicht eine Mitursache von Herzmuskelerkrankungen darstellt, ist nicht geklärt. Es gibt Hinweise, dass vermehrte Fetteinlagerung im Herzmuskel zu dessen Schädigung beitragen kann. Einleuchtend ist jedoch, dass die Auswirkungen einer bestehenden Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) bei übergewichtigen Katzen schlimmer sind, weil für die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des vermehrten Fettgewebes eine erhöhte Herzleistung erforderlich ist.

 

Verminderung der Atemkapazität

Die Einlagerung von Fettgewebe im Brustraum und eine zusätzliche Einengung des Brustraums durch massive Fettdepots im Bauchraum haben eine Einschränkung der Lungenkapazität, in schlimmen Fällen Kurzatmigkeit und dadurch verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge. Zudem ist, wie erwähnt, der Sauerstoffbedarf wegen des zusätzlichen Fettgewebes erhöht. Solche Katzen kommen schon nach kurzem Herumtollen ausser Atem. Bei Katzen mit stark verkürzten Nasen, etwa bei Perserkatzen, kann zusätzliches Fettgewebe im Halsbereich die oft bereits vorbestehende Atembehinderung verschlimmern.

 

Lahmheiten

Die hohe Belastung von Gelenken durch Übergewicht kann mit der Zeit zu Lahmheiten wegen Gelenksveränderungen oder Muskel- und Bänderzerrungen führen. Sturzverletzungen sind bei übergewichtigen Katzen häufig schwer wiegender als bei normalgewichtigen.

 

Verminderte Beweglichkeit

Durch die eingeschränkte Beweglichkeit bei hochgradigem Übergewicht ist die normale Körperpflege eingeschränkt: Verschiedene Körperstellen, beispielsweise Rücken und Afterregion, sind mit der Zunge nicht mehr erreichbar. Dies kann Hauterkrankungen und in Ausnahmefällen sogar psychische Störungen zur Folge haben, weil juckende Hautbereiche nicht mehr durch Kratzen oder Belecken erreicht werden können.

Bild Kahlheit übergewichtige Katze (Allergie)   Abbildung 2:
Übergewichtige Katze, die sich wegen einer Allergie kahl geleckt hat. Gut zu sehen sind die weit herabhängenden Fettpolster an der hinteren Bauch- und Leistenregion.

zum Vergrössern hier klicken (30,9 KB)

Bild Kahlheit Rücken übergewichtige Katze (Allergie)   Abbildung 3:
Rücken der gleichen Katze. Wegen der Kahlheit fällt die Faltenbildung der Haut auf, insbesondere auch über dem Schwanzansatz.

zum Vergrössern hier klicken (27,8 KB)

Bild Trichome   Abbildung 4:
Rücken einer älteren aufgefundenen Katze, die sich wegen eingeschränkter Beweglichkeit nicht mehr am ganzen Rücken sauberlecken konnte. Es haben sich grosse Trichome (verfilzte Haarzotten) gebildet.

zum Vergrössern hier klicken (45,8 KB)

 

Weitere Risiken

Ein Grossteil der wegen Harnröhrenverstopfung in die Kleintierklinik eingelieferten Kater sind mässig bis stark übergewichtig. Ob ein Zusammenhang zwischen dieser Erkrankung der ableitenden Harnwege und Übergewicht besteht, ist allerdings nicht bewiesen. Übergewicht ist jedoch nachteilig, falls wegen wiederkehrender Verstopfung chirurgisch ein künstlicher Harnröhrenausgang geschaffen werden muss.

Übergewichtige unkastrierte Kätzinnen haben häufiger Schwergeburten als normalgewichtige.

Die beim Hund als häufige Ursachen von Übergewicht bekannten hormonalen Störungen wie die Unterfunktion der Schilddrüse oder der Überfluss an Steroidhormonen durch Nebennierenüberfunktion oder Langzeitbehandlung mit Kortison, sind bei der Katze nicht von Bedeutung. Kastration kann die Übergewichtigkeit fördern, ebenso die Verabreichung von Hormonen, z. B. zur Unterdrückung der Rolligkeit bei Kätzinnen.

Über erbliche Veranlagungen wie sie beim Menschen und auch beim Hund vorkommen, ist bei Katzen wenig bekannt. Immerhin scheinen Katzen vom orientalischen Typ, beispielsweise Siamkatzen, weniger häufig von starkem Übergewicht betroffen zu sein als Perser- und Hauskatzen.

Nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Ausgaben 2 / 2000 und 3 / 2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Verena Schärer
Oberärztin, Klinik für kleine Haustiere, Universität Bern