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Die Reduktion von Übergewicht muss auf zwei Wegen erfolgen: einerseits durch Einschränkung der Nahrungszufuhr und Verabreichung eines Futters, das weniger reich an Energie ist, andererseits durch vermehrte Bewegung.
Zuerst muss einmal eine möglichst genaue Bilanz erstellt werden: Welche Nahrungsmittel werden verabreicht? Wie ist ihr Energiegehalt, welche Menge pro Tag und wie viele Portionen werden gereicht? Oder hat die Katze ständigen Zugang zu Futter? Ausserdem muss bei Katzen mit freiem Auslauf herausgefunden werden, ob sie eine zusätzliche Futterquelle haben, beispielsweise bei Nachbarn. Die gelegentlich erbeuteten Mäuse und Vögel fallen normalerweise kaum ins Gewicht. Aus all diesen Angaben kann errechnet oder wenigstens abgeschätzt werden, wie gross die aktuell aufgenommene Energiemenge ist.

Futter sollte nicht mehr uneingeschränkt (ad libitum) zur Verfügung gestellt, sondern nach und nach auf die Menge für eine normalgewichtige Katze reduziert werden. Als grobe Empfehlung für eine ausgewachsene Katze durchschnittlicher Grösse gilt ein Kalorienbedarf von 80 kcal/kg bezogen auf das Normalgewicht und Raumtemperatur. Bei Inaktivität sind es sogar nur 70 kcal/kg. Die errechnete Tagesmenge wird am besten auf mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, damit die Katze immer wieder ein wenig den Hunger stillen kann. Alle zwischendurch, beispielsweise am Esstisch, gereichten Beigaben müssen von der gesamten Tagesmenge abgezogen oder - noch besser - unterlassen werden. Auf kalorienreiche Zusätze wie Rahm und Cremen sollte völlig verzichtet werden.
Am einfachsten ist die Verabreichung eines speziellen Diätfutters zur Gewichtsreduktion ("light"-Produkte genügen für diesen Zweck nicht!), das bei geringerem Energiegehalt trotzdem den täglichen Bedarf an allen lebensnotwendigen Nahrungsbestandteilen deckt. Diese Diätfutter enthalten weniger Fett (unter 10 %), dafür mehr Faseranteile (über 15 %), welche die Darmbewegungen fördern und dadurch der Gefahr von Verstopfung entgegenwirken. Da diese Diäten geschmacklich meist etwas weniger attraktiv sind, empfiehlt es sich, anfänglich während einiger Tage einen Teil Diätfutter mit einem abnehmenden Teil des gewohnten Futters zu vermischen, damit es trotzdem gefressen wird. Es ist von grosser Wichtigkeit, dass die Futteraufnahme stets erhalten bleibt, denn Katzen vertragen im Gegensatz zum Hund keine rigorose Reduktion der Futtermenge und schon gar keine Fastenkuren! Vor allem für Katzen mit erheblichem Übergewicht besteht wie erwähnt die grosse Gefahr, bei Nahrungsentzug an Leberverfettung zu erkranken.
Vermehrte Bewegung kann durch wiederholtes Animieren zum Spielen erreicht werden Der Beutefangtrieb zum Beispiel ist auch bei Katzen in fortgeschrittenem Alter erhalten und kann auf mannigfaltige Weise zur Bewegungsanimation eingesetzt werden.

Bewegungsunlust und vor allem eine rasche Ermüdung können jedoch auch durch eine Erkrankung des Herzens, vor allem durch eine Kardiomyopathie, bedingt sein. In diesem Fall sind Schonung und Einschränkung der körperlichen Anstrengung angezeigt. Um sicher zu sein, empfiehlt es sich, bei derartigem Verhalten die Katze tierärztlich untersuchen zu lassen. Im Zweifelsfall wird eine spezielle kardiologische Abklärung erforderlich sein.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Ausgaben 2 / 2000 und 3 / 2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Verena Schärer
Oberärztin, Klinik für kleine Haustiere, Universität Bern