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Harnabsatzstörungen

Erkrankungen der unteren Harnwege

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Eine ganze Reihe von Symptomen, wie blutiger Harn, häufiger Harndrang, schmerzhafte Blasenentleerung mit oder ohne Verstopfung der Harnröhre von Katzen beiderlei Geschlechts, deuten auf ein Problem in den ableitenden Harnwegen hin. Häufig lecken sich betroffene Tiere fast manisch an ihren Geschlechtsteilen. Diese sind gerötet und entzündlich verändert (s. Abb.). Da diese Krankheitsbilder bei unterschiedlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege auftreten, wird heute der Oberbegriff Flutd (feline lower urinary tract disease = Erkrankungen der unteren Harnwege bei der Katze) gebraucht. Je nach Schweregrad der Erkrankungen, reichen die Symptome von gestörtem Allgemeinbefinden, Apathie über Erbrechen bis hin zum komatösen Zustand.

Im Einzelnen unterscheidet man zwischen Harnwegsentzündungen/-infektionen und Obstruktionen (Verstopfungen) der ableitenden Harnwege. Nicht in jedem Fall können diese Krankheiten genau voneinander getrennt werden. Denn beispielsweise führt jeder Blasenstein zwangsläufig auch zu einer Entzündung.

 

Verstopfungen der ableitenden Harnwege

In der Folge soll auf die obstruktiven Harnwegserkrankungen bei der Katze eingegangen werden (ausgenommen tumoröse Erkrankungen). Verstopfungen der ableitenden Harnwege sind häufig Zellbestandteile und/oder Abbauprodukte bei Entzündungen und natürlich Kristalle oder Harnsteine.

  Bild Penisspitze mit Pfropf Abbildung 3:
Penisspitze mit Pfropf.
(Abb. M. Keiser, Tierklinik-Obergrund, Luzern)

Eine Vielzahl von Theorien über mögliche Ursachen dieser Erkrankungen, von denen manche sich als falsch erwiesen haben, füllen Seiten von Fachbüchern. Beispielsweise hat der Kastrationszeitpunkt beim männlichen Tier bewiesenermassen keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Harnabsatzproblemen. Hingegen weisen übergewichtige Katzen mit wenig Bewegung ein erhöhtes Risiko der Harnröhrenverstopfung auf. Ist der Urin zu wenig sauer, was durch ständigen Zugang zum Futter gefördert werden kann, muss dies ebenfalls als ein Risikofaktor betrachtet werden. Auch gibt es erblich vorbelastete Rassen (z. B. Perserkatzen), die zu vermehrter Harnsteinbildung neigen. Einer der gewichtigeren Einflussfaktoren ist sicher das Geschlecht: Männliche Tiere, ob kastriert oder nicht, sind wegen ihrer sehr schmalen Harnröhre im Penisbereich deutlich stärker prädestiniert. Denn in dieser Engstelle kann es zur teilweisen bis vollständigen Verstopfungen kommen.

Obstruktive Geschehen sind für den Patienten häufig lebensbedrohlich. Kann durch eine Abflussstörung in den Harnwegen der Urin nicht mehr abgesetzt werden, kommt es zu einem übermässigen Füllungszustand der Harnblase. Harnrückstau in die Nieren und eine Anreicherung der harnpflichtigen Substanzen im Blut sind die Folge. Beim möglichen Blasenriss ergiesst sich der Urin in die Bauchhöhle. Werden diese Probleme nicht notfallmässig behoben, kommt es zum Organversagen und zum Tod.

Im Teil 2 in der nächsten Ausgabe werden die weiterführenden Massnahmen sowohl diagnostisch als auch therapeutisch bei Verstopfung der ableitenden Harnwege bei der Katze besprochen.

 

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 4 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Schloss-Strasse 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch