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Harnabsatzstörungen

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Klinische Untersuchung

Ausser der charakteristischen Vorgeschichte zeigen die Kater bei der klinischen Untersuchung eine grosse und harte Blase, deren Berührung für das Tier unangenehm ist. Die Penisspitze ist häufig durch die Stauung und das ständige Belecken tiefrot bis bläulich verfärbt.

 

Harnuntersuchung

Der während der Behandlung gewonnene Harn sollte auf den Säuregrad (pH-Wert), rote und weisse Blutkörperchen sowie möglicherweise vorhandene Bakterien und Kristalle untersucht werden. Die verschiedenen Kristalle oder auch Harnsteine kommen bei unterschiedlich saurem Harn vor (vgl. Tabelle). Bei nicht saurem, so genannt alkalischem Harn wird die Bildung von Struvit-Kristallen (den häufigsten Harnsteinen) gefördert, die zur Verstopfung der Harnröhre führen können. Eine erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen und/oder das Vorhandensein von Bakterien lassen auf eine gleichzeitige Blasenentzündung oder gar -infektion schliessen. Gegebenenfalls ist auch eine Kultur des Harns für eine genaue Bestimmung der vorhandenen Keime und deren Empfindlichkeit auf Antibiotika durchzuführen.

 

Mikroskopische Untersuchung

Kristalle sind Mineralausfällungen und können nur unter dem Mikroskop unterschieden werden. Am häufigsten kommen Struvit- und Oxalatkristalle vor. Sie können sich in der Blase ablagern und bilden zusammen mit Zellbestandteilen den so genannten Harngriess. Daraus kann erstens über längere Zeit ein Harnstein entstehen, aber zweitens ist auch die Bildung eines Harnpfropfens möglich (vgl. Schema). Ob ein Kater nur "verstopft" ist, nur Harnsteine in der Blase hat (eher selten) oder beides gleichzeitig auftritt, ist von Katze zu Katze verschieden. Da das Krankheitsbild von vielen Faktoren beeinflusst wird, lässt sich dies auch nicht vorhersagen.

 

Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung

Die verschiedenen Harnsteine sind nur zum Teil gut im Röntgen darstellbar (vgl. Tabelle). Eine Röntgenaufnahme bzw. eine Ultraschalluntersuchung der Blase ist in vielen Fällen sinnvoll, da sich je nach Dauer der Erkrankung aus den Kristallen bereits Harnsteine gebildet haben. Durch diese Harnsteine kommt es zu einer zusätzlichen Reizung der Blase, was wiederum eine Entzündung oder gar Infektion mit Beteiligung von Keimen fördert. Je nach Grösse und Kristallart müssen diese Blasensteine operativ entfernt werden.

 

Tabelle: verschiedene Harnkristalle

Kristall Harn-pH Darstellbarkeit im Röntgen
Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat) alkalisch ++ bis ++++
(Kalzium-) Oxalat sauer bis neutral ++++
Ammoniumurat sauer bis neutral - bis ++
Calciumphosphat alkalisch ++++
Cystin sauer bis neutral + bis ++

Untersuchung der Blut- und Nierenwerte

Bei Katzen, die bereits Anzeichen eines Harnrückstaus zeigen (Erbrechen, vermindertes Bewusstsein), sollten auch die Blutwerte kontrolliert werden, vor allem die Nierenwerte.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Barbara Hauser