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Hautkrankheiten, Teil 2: allergische Hautkrankheiten

Eosinophiler Granulom-Komplex

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Mit dem Ausdruck "eosinophiler Granulom-Komplex" werden drei verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, die bei der mikroskopischen Untersuchung ähnlich aussehen: indolentes Ulcus, eosinophiles Plaque und eosinophiles Granulom. Die Diagnose beschreibt nur ihr Aussehen, aber sie sagt noch nichts über die krankheitsauslösende Ursache aus. Diese Hautveränderung kann die Haut oder auch die Maulschleimhaut der Katze betreffen.

 

Das indolente Ulcus

Ulcus ist der medizinische Ausdruck für ein Geschwür. Mit indolent wird die Eigenschaft der Schmerzlosigkeit beschrieben. Das Ulcus tritt meist ein- oder beidseitig an der Oberlippe auf. Es sind eher jüngere Katzen betroffen. Eine gewisse genetische Veranlagung wird vermutet. Das indolente Ulcus sieht aus, als ob ein kleines Hautstück am Übergang zur Maulschleimhaut fehlen würde, es blutet nicht und ist klar abgegrenzt. Der Rand des Ulcus ist meist etwas erhöht. Es kann seltener auch im Maul oder an anderen Hautstellen beobachtet werden. Interessanterweise stört dieses indolente Ulcus die Katze meist gar nicht.

An eine allergische Grundursache ist zu denken, wenn es immer wieder zu neuen Ausbrüchen kommt. Möglich sind Flohallergie, Futterallergie sowie atopische Dermatitis. Zum Teil bilden sich die Geschwüre von selbst zurück, andere müssen mit Kortikosteroiden behandelt werden. Wenn so ein Ulcus zu lange bestehen bleibt, erhöht sich das Risiko, dass daraus ein bösartiger Tumor (Plattenepithelkarzinom) entsteht. Am sinnvollsten ist es aber sicherlich, die Grundursache herauszufinden und zu versuchen, diese zu beheben.

 

Das eosinophile Plaque

Mit Plaque wird in der Dermatologie eine flache, harte Hauterhebung umschrieben. Eosinophil im weiteren Sinn bezeichnet Zellen oder Material, die sich mikroskopisch gesehen vorwiegend mit einer rosaroten Eosinfärbung darstellen lassen. Eosinophile im engeren Sinn werden besondere weisse Blutkörperchen genannt, die bei dieser Hauterkrankung vermehrt mikroskopisch festgestellt werden. Die Veränderungen sind oft am Bauch oder an den Innenschenkeln zu finden, viel seltener auch am Übergang von Haut zu Schleimhaut (Maul, Geschlechtsteile, After). Sie präsentieren sich als einzelne oder multiple, gut abgegrenzte, erhöhte, rund bis ovale, flache, gerötete und zum Teil nässende haarlose Hautverdickungen. Diese Läsionen stören die Katze sehr stark und sie leckt sehr oft daran. Jüngere und ältere Katzen sind gleich oft betroffen. Die Grundursachen und auch die Therapie sind gleich wie beim indolenten Ulcus.

 

Das eosinophile Granulom (oder lineare Granulom)

Granulom ist der Oberbegriff für knötchenartige Veränderungen, die histologisch (durch mikroskopische Gewebsuntersuchung) eine Ansammlung von typischen Zellen aufweisen. Das eosinophile Granulom kann irgendwo in der Haut oder in der Maulschleimhaut vorkommen, aber am meisten tritt es an den Hinterbeinen, am Kopf, an der Zunge oder am Gaumen auf. An den Hinterbeinen zeigt es sie sich als gut abgegrenzte, gelblich bis rosafarbene, harte Hautveränderungen mit einem häufig strangförmigen Verlauf und ist mit Haaren bedeckt. Es scheint die Katze nicht zu stören, weshalb es oft nur zufällig entdeckt wird. Am Kopf kann es sich als Schwellung oder Knoten der Unterlippe äussern oder als schmerzlos geschwollenes Kinn. Auch hier können Flohallergien, Futterallergie oder atopische Dermatitis die Grundursache sein. Die Therapie ist gleich wie beim indolenten Ulcus beschrieben.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2003
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
med. vet. Christina Sigrist