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Herzerkrankungen, Teil 1: angeborene Herzkrankheiten

Herzklappenfehler

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Das normale Herz hat vier Klappen. Normal funktionierende Klappen lassen das Blut nur in eine Richtung passieren. Die Klappen verhindern einen Blutrückfluss, ohne dem vorwärts strömenden Blut Widerstand zu leisten. Von Klappenfehlern redet man, wenn eine Klappe entweder undicht ist und damit bei jedem Schlag Blut wieder rückwärts fliessen lässt, oder wenn sich eine Klappe nicht normal öffnet, also den Blutstrom behindert. Beide Arten von Klappendefekten führen zu einer vermehrten Herzarbeit.
Weil bei undichten Klappen mit jedem Schlag etwas Blut rückwärts (in die falsche Richtung) fliesst, muss das Herz bei jedem Schlag ein grösseres Blutvolumen pumpen, damit netto genügend Blut hinaus in den Körper gelangt. Man spricht von einer erhöhten Volumenbelastung des Herzens. Ein solches Herz passt sich diesen Umständen an, indem sich die Herzkammer erweitert (dilatiert): Der Durchmesser der betroffenen Herzkammer wird grösser.

Demgegenüber muss das Herz bei sich unvollständig öffnenden Klappen gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Man spricht von einer erhöhten Druckbelastung des Herzens. Bei erhöhter Druckbelastung verdickt sich (hypertrophiert) der Herzmuskel, ohne dass sich die Kammer erweitert: Die Wand der betroffenen Herzkammer wird dicker.

Ultraschallbilder eines Kammerscheidewanddefektes (Pfeil) bei einer 4-monatigen Katze.
  Ultraschallbild eines Kammerscheidewanddefektes Abbildung 1a
Auf dem 2-dimensionalen Schwarzweissbild sind die rechte Herzkammer (RV), die linke Herzkammer (LV) und die Kammerscheidewand (S) bezeichnet.
Der Defekt ist etwa 2.5 mm gross (Distanz zwischen den 2 Kreuzen).
  Ultraschallbild eines Kammerscheidewanddefektes (Farbdoppler) Abbildung 1b
Mittels (Farb-) Doppleruntersuchung kann der abnormale Blutfluss vom rechten zum linken Herzen dargestellt und bewiesen werden, dass tatsächlich ein Defekt und nicht nur eine optische Täuschung bei der Ultraschalluntersuchung vorliegt.

Wenn der Grad eines solchen Defektes nicht allzu schwerwiegend ist, kann das Herz durch diese Dilatation oder Hypertrophie das Problem kompensieren. Es entstehen keine schlimmen Schäden am Herzen, und das Tier kann ein ziemlich normales Leben mit normaler Lebenserwartung führen. Wenn es jedoch dem Herzen nicht gelingt, für die Mehrarbeit zu kompensieren, schreitet die Herzerweiterung oder die Wandverdickung immer weiter fort. Früher oder später nimmt das Herz irreparablen Schaden und beginnt zu dekompensieren. Das Tier wird Zeichen von Herzversagen entwickeln, seine Lebenserwartung ist eingeschränkt. Grundsätzlich kann jede Klappe undicht sein oder sich ungenügend öffnen, im Gegensatz zu anderen Tierarten sind relevante Klappenmissbildungen bei Katzen jedoch selten.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5 / 2003
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Tony Glaus
Leiter Abteilung für Kardiologie
Tierspital Universität Zürich