Herzerkrankungen, Teil 1: angeborene Herzkrankheiten
Abnormale Verbindungen zwischen Herzkammern oder grossen Gefässen
Beim Foeten bestehen verschiedene Kurzschlussverbindungen (so genannte Shunts) zwischen Herzkammern und grossen Gefässen, die sich nach der Geburt verschliessen müssen. Wenn sich solche Verbindungen nicht verschliessen, führt dies wiederum zu abnormaler Arbeitsbelastung des Herzens. Eine bestehende Verbindung zwischen der linken und rechten Herzkammer, also ein Loch in der Herzscheidewand (so genannter Ventrikelseptumdefekt, Abb. 1), führt beispielsweise dazu, dass bei jedem Herzschlag ein Teil des Blutes von der linken Herzkammer statt hinaus in den Körper in die rechte Herzkammer gepumpt wird und von da über die Lunge zurück ins linke Herz gelangt. Ähnlich wie bei undichten Klappen, erhält also der Körper nicht alles Blut eines Herzschlages. Um die Durchblutung des Körpers normal zu halten, muss wiederum vermehrte Volumenarbeit geleistet werden. Neben einem Defekt in der Herzscheidewand kann auch ein Loch zwischen den Vorhöfen oder eine Verbindung zwischen den grossen Gefässen bestehen bleiben (Abb. 2).
Beim gleichen Tier können gleichzeitig verschiedene Fehler vorliegen. Als eine mögliche Folge bei manchen komplexen Missbildungen kann der Blutfluss teilweise die Lunge umgehen, und das Blut wird nicht normal mit Sauerstoff angereichert. Betroffene Tiere zeigen als Zeichen des Sauerstoffmangels entweder nur bei Anstrengung oder aber bereits in Ruhe bläulich verfärbte Schleimhäute.
Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5 / 2003
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Tony Glaus
Leiter Abteilung für Kardiologie
Tierspital Universität Zürich

