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Husten und Atemnot bei der Katze

Unfälle als Ursache für Atemnot

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Katzen werden nicht selten Opfer von Verkehrsunfällen und erleiden recht oft Stürze aus grosser Höhe (von Fenster und Balkonen). Die häufigsten Verletzungen des Atmungstraktes, die dabei entstehen können, sind Lungenprellungen mit Blutung, Pneumothorax (=Lufteintritt in den Brustraum, was zum Kollaps der Lunge auf der betroffenen Seite führt), Rippenfrakturen und Zwerchfellshernien (=Eintritt von Bauchorganen wie Leber, Magen und Därmen in den Brustraum durch ein Loch im Zwerchfell und dadurch Kompression der Organe im Brustkorb). Bei all diesen Verletzungen ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Atemnot festzustellen. Es ist wichtig eine genaue Diagnose zu stellen (meist durch Röntgen), um die richtige Behandlung einzuleiten. Die Katze sollte auch bei milden Veränderungen mindestens 24Stunden unter ständiger Beobachtung sein, da sich die Symptome plötzlich verschlimmern können.

 

Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle

Auch Flüssigkeitsansammlungen in der Brusthöhle, das heisst zwischen der Lunge und der Brustwand, führen zu einer Kompression des Lungengewebes und damit zu Atemnot. Die Diagnose wird mittels Röntgen gestellt; mit einer Punktion der Brusthöhle (Absaugen der Flüssigkeit) kann festgestellt werden, um was für eine Flüssigkeit es sich handelt. In Frage kommen unter anderem Eiter (z.B. nach perforierenden Bissverletzungen), Blut (nach Unfällen oder bei Gerinnungsstörungen) oder klare Flüssigkeiten (z.B. bei Rechtsherzversagen). Die Prognose und Therapie richten sich nach der Ursache.

Seitliche Röntgenaufnahme einer normalen Brusthöhle Abbildung 5:
Seitliche Röntgenaufnahme einer normalen Brusthöhle.

Photo U. Geissbühler

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Röntgenaufnahme Brusthöhle mit Flüssigkeitsansammlung Abbildung 6:
Seitliche Röntgenaufnahme einer Brusthöhle. Die Lunge ist stark verkleinert. Das Herz kann nicht abgegrenzt werden. Ursache: Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle.

Photo U. Geissbühler

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Atemnot als Folge von Herzerkrankungen

Die häufigste Herzerkrankung bei der Katze ist die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie, eine Erkrankung des Herzmuskels unbekannter Ursache, die schon bei jungen, erwachsenen Katzen vorkommen kann. Die Krankheit kann verschiedene Folgen haben. Am häufigsten kommt es durch Versagen der linken Herzhälfte zu einem Lungenödem (=Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe und den Luftbläschen, Alveolen genannt), was natürlich zu einer ganz akuten Atemnot und Schwäche führt; manchmal wird auch feuchter, rasselnder Husten mit blutig-schaumigem Auswurf beobachtet . Es können aber auch Thromboembolien (Verschluss von Gefässen durch Blutgerinnsel) entstehen, die dann zu Lähmungen der Hinterbeine führen . Betroffene Katzen brauchen sofortige tierärztliche Hilfe, plötzliche Todesfälle sind recht häufig. Die Diagnose wird anhand der zum Teil typischen Symptome, Herzauskultation, Röntgen und eventuell Herz-Ultraschall gestellt. Die Krankheit kann nicht geheilt werden; durch lebenslängliche, unterstützende Therapie können aber viele Katzen ein recht normales, weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

 

Neoplasien

Selbstverständlich können auch Tumoren (Krebs) der Atemwege und der umgebenden Strukturen je nach Lokalisation zu Atemnot und/oder Husten führen. Tumoren in den Lungen entstehen bei der Katze meistens als Ableger (Metastasen) anderer Tumoren, primäre Lungentumoren sind recht selten. Es kann oft zuerst Husten und erst später Atemnot beobachtet werden.
Häufiger als Lungenkrebs sind Tumoren von Lymphknoten oder der Thymusdrüse (=Abwehrorgan) in der vorderen Hälfte der Brusthöhle in der Mitte zwischen den Lungenlappen. Diese Tumoren führen durch Organvergrösserung zur Kompression von Lunge und Luftröhre und damit zu zunehmend schwerer Atemnot. Bei der Katze kommen Lymphknotentumoren (Lymphome) an diesem Ort gehäuft bei jungen Leukose positiven Katzen vor, Thymome hingegen sind häufiger bei älteren Leukose negativen Tieren. Die Diagnose wird durch Röntgen und Biopsie der Tumoren gestellt, für die Prognose ist es natürlich wichtig einen Leukose-Test zu machen. Für mögliche Behandlungen verweise ich auf die beiden Artikel über Tumorerkrankungen ("Katzen Magazin" Ausgaben 2 und 3, 2002).

 

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 6 / 2002

Autorin:
Dr. med. vet. Susanne Spagnoli-Hartmann
Spezialtierärztin FVH für Kleintiere
Animal Kleintierpraxis
Kantonsstrasse 41c
3930 Visp