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Was ist der Hustenreflex?

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Der Husten gehört zu den wichtigsten Abwehrmechanismen der Atemwege. Es handelt sich um einen Reflex, der unwillentlich ausgelöst wird, wenn ein Reiz vorhanden ist. Die Schleimhaut der Atemwege ist enorm empfindlich und reagiert schon bei geringster Stimulation mit einem Hustenreflex. Durch diesen Reflex kann sich der Körper gegen äussere Einflüssen wehren, die sonst in die Atemwege gelangen würden. Die Atemwege können dadurch freigehalten werden. Ein solcher Reiz kann mechanischer Natur (z. B. Fremdkörper) oder chemischer Natur sein (z. B. Flüssigkeit).

 

Wo wird der Husten ausgelöst?

Die Hustenrezeptoren (Reizempfänger) befinden sich hauptsächlich in den Atemwegen, wobei der Kehlkopf und die Luftröhre die meisten Rezeptoren besitzen. Wichtig zu wissen ist, dass die Lunge selber (d. h. die Lungenalveolen, das eigentliche Lungengewebe) keine Hustenrezeptoren besitzt. Deshalb können Erkrankungen der Lunge (z. B. Krebsablagerungen bzw. Metastasen) sehr lange unbemerkt bleiben. Häufig stehen Kurzatmigkeit und Leistungseinbusse im Vordergrund, und der Husten tritt erst auf, wenn sich die Erkrankung auf die grösseren Atemwege, die Bronchien, ausgebreitet hat. Seltener kann der Hustenreflex auch durch Erkrankungen der Nasennebenhöhlen oder sogar des Brustfells und des Herzbeutels ausgelöst werden, denn dort befinden sich ebenfalls einige wenige Hustenrezeptoren.

 

Was spielt sich während des Hustens ab?

Damit der Hustenreflex effizient funktioniert, müssen beträchtliche Luftflussgeschwindigkeiten erreicht werden. (Es konnten Luftflussgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h nachgewiesen werden.) Nur so können auch grössere Gegenstände wie Pflanzengrannen, Futterreste, Knochenstücke oder Flüssigkeiten hinauskatapultiert werden. Nachdem die Hustenrezeptoren stimuliert worden sind, kommt es im zentralnervösen System zu einer automatischen Serie von Ereignissen: Zuerst wird eine grosse Menge von Luft eingeatmet. Danach kommt es zum Verschluss des Kehlkopfs durch die Stimmbänder und den Kehlkopfdeckel. Gleichzeitig werden die Bauchmuskeln kräftig angezogen, was einen enormen Druckanstieg innerhalb des Brustkorbes verursacht. Dann wird der Kehlkopf geöffnet und die angesammelte Luft explosionsartig ausgestossen.

 

Kann Husten auch negativ sein?

Neben den bereits erwähnten positiven Effekten des Hustens muss auch an die allfälligen negativen Folgen gedacht werden. Es besteht kein Zweifel, dass Husten – insbesondere andauernder, heftiger Husten – eine starke Belastung sowohl für die Katze als auch für deren Besitzer/in darstellen kann. Beim Patienten können Würgen, Brechreiz oder sogar allgemeine Erschöpfungszustände auftreten. Durch den enormen Anstieg des Druckes innerhalb der Lunge kann es in ganz seltenen Fällen zum Platzen des Lungengewebes kommen: Die Luft tritt somit direkt in die Brusthöhle aus, was äusserst gefährlich ist!

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 1 / 2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz, Hünenbergerstrasse 4/6, 6330 Cham