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Inflammatory Bowel Disease (IBD):
chronische Darmentzündungen bei der Katze

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Wie wird die Diagnose gestellt?

Sobald mit den entsprechenden Blut-, Harn- und Kotuntersuchungen Stoffwechselprobleme, Parasiten und Viren als Verursacher des Durchfalls ausgeschlossen wurden, bleiben häufig noch drei Krankheiten übrig: IBD, Tumoren oder Futtermittelallergien.

Bei Katzen mit Futtermittelallergien oder -überempfindlichkeiten sind Hautprobleme - wie z. B. Juckreiz, haarlose Stellen , Kratzverletzungen im Kopfbereich - häufiger als Durchfall, jedoch gibt es immer wieder Katzen, die keine Hautsymptome zeigen. Um IBD, Tumoren oder Futtermittelallergien mit Sicherheit zu unterscheiden, sind meistens ein Ultraschall des Abdomens und eine Endoskopie (Darmspiegelung) mit Biopsieentnahme (Gewebeentnahme)nötig.

Der Ultraschall kann Aufschluss darüber geben, welche Darmabschnitte verändert sind und wie sie verändert sind. Zudem ist gleichzeitig die Beurteilung anderer Organe möglich, v. a. der Leber, Bauchspeicheldrüse (= Pankreas) und Niere.

Bei einer Endoskopie können gleichzeitig Biopsien für eine histologische Untersuchung entnommen werden. Dabei kann gezielt in den allenfalls veränderten Darmabschnitten biopsiert werden, um Tumoren auszuschliessen und eine Entzündung der Darmschleimhaut nachzuweisen.

Falls die Katze klinisch in einem relativ guten Allgemeinzustand ist, kann auch zuerst ein Fütterungsversuch gemacht werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass dabei für mindestens 8 - 0 Wochen nichts anderes als eine strikte Eliminationsdiät gegeben werden darf. Falls dies nicht 100 %ig eingehalten wird, ist dieser Fütterungsversuch nicht aussagekräftig, denn die Futtermittelallergie kann auch durch Tischabfälle oder Konservierungsstoffe in Zusatzfuttern oder Belohnungen ausgelöst werden, selbst wenn bei der Katze Fisch und Milch oder Milchprodukte als häufigste Futterallergene gelten.

Bei der Wahl des Futters ist zu beachten, dass möglichst eine Proteinquelle (+/- Kohlenhydratquelle) gewählt wird, welche das Tier vorher noch nie gefressen hat. Falls dies nicht möglich ist, können auch hydrolisierte Futtermittel eingesetzt werden. Bei diesen Futtermitteln werden die Proteine so vorbehandelt, dass sie zu klein sind, um noch eine Allergie auszulösen. Eine zusätzliche Probetherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten birgt die Gefahr, dass sie bei Tumoren die Diagnosestellung allenfalls erschwert oder verunmöglicht. Zudem kann die Gabe von Prednisolon oder ähnlichen Produkten das Ansprechen auf eine mögliche Chemotherapie beim Lymphom deutlich verschlechtern.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Iwan Burgener
Dr.med.vet., PhD, Dipl. ACVIM & ECVIM-CA
Departement für Klinische Veterinärmedizin
Vetsuisse Fakultät Universität Bern
Abteilung Innere Medizin Kleintiere
Länggassstrasse 128
PF 8466
CH-3001 Bern