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Feline infektiöse Peritonitis

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Obwohl in den letzten Jahren viel über feline infektiöse Peritonitis (FIP) geforscht wurde, bleibt diese immer noch eine sehr frustrierende Krankheit für Besitzer/innen, Tierärztinnen und Tierärzte sowie für die Katze selbst.
Die FIP wird durch ein felines Coronavirus (FCoV) verursacht. Es gibt pathogene (krank machende) und apathogene (nicht krank machende) Coronaviren. Man vermutet, dass beim Ausbruch einer FIP apathogene zu pathogenen FCoV mutieren und somit die Krankheit auslösen können. Damit eine Katze an FIP erkrankt, müssen viele verschiedene Faktoren zusammenwirken. Beispielsweise spielt Stress in Form anderer Krankheiten, eines Tierheimaufenthalts oder eines Besitzerwechsels dabei eine grosse Rolle.
Die klinischen Symptome variieren je nach der Form dieser Erkrankung. Bei der "trockenen" FIP stehen neben unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit und verminderter Fresslust therapieresistentes Fieber, Augenentzündungen (Abbildung 3) und zentralnervöse Störungen im Vordergrund. Bei der häufiger auftretenden "nassen" FIP werden eine Umfangsvermehrung im Bauch oder Atmungsprobleme beobachtet. Diese Symptome werden durch eine Flüssigkeitsansammlung im Bauch- oder Brustraum verursacht (Abbildungen 4 und 5).

Bild Entzündung in der vorderen Augenkammer bei einer Katze mit FIP Abbildung 3:
Entzündung in der vorderen Augenkammer bei einer Katze mit FIP.
(Foto: B. Spiess, Tierspital Zürich)

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Bild Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle bei einer Katze mit FIP Abbildung 4:
Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle bei einer Katze mit FIP.
(Foto: Rohrer)

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Bild fadenziehende Bauchhöhlenflüssigkeit einer Katze mit FIP Abbildung 5:
Die Flüssigkeit ist fadenziehend.
(Foto: Rohrer)

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Die Schwierigkeiten in der Handhabung von FIP-Patienten fangen schon bei der Diagnosestellung an. Tatsächlich ist es nicht so schwierig, die "nasse" Form zu diagnostizieren, da die Analyse der Flüssigkeit zu einem hohen Verdacht leitet. Hingegen kann es sehr schwierig sein, die "trockene" Form zu diagnostizieren. Die Ursache dafür liegt im Unwissen, wie das FIP-Virus molekularbiologisch aussieht. Ein positiver "FIP-Titer", der heute besser "FCoV-Titer" genannt wird, besagt nur, dass die Katze mit einem FCoV infiziert wurde, was nicht heisst, dass sie FIP entwickeln wird. Die Entnahme von Gewebeproben durch eine Operation liefert die definitive Diagnose.
Erkrankt eine Katze an FIP, dann gibt es leider keine Therapie. Man kann die Symptome eine gewisse Zeit lindern, aber die Katze wird in wenigen Wochen bis Monaten an der Krankheit sterben.

In den letzten Jahren wurde ein Impfstoff gegen FIP entwickelt. Er wird intranasal verabreicht. Dieser Impfstoff wurde und wird immer noch kontrovers diskutiert. Noch keine Studie konnte bis jetzt zeigen, dass Nebenwirkungen durch die Impfung auftreten können. Was hingegen noch bestritten wird, ist, ob die Wirksamkeit des Impfstoffes so gut ist, wie die Hersteller behaupten. Es scheint auch, dass der Impfstoff nur bei denjenigen Katzen wirkt, die einen niedrigen FCoV-Titer haben. Es besteht somit die Empfehlung, dass Katzen vor der Impfung getestet werden.
Aufwändige Management-Massnahmen wurden für Besitzer/innen von grösseren Katzenkolonien empfohlen, um das Risiko der Ausbreitung von FCoV-Infektionen in den Katzen zu minimieren. In ausgewählten Situationen können diese Programme nützlich sein, um die Gefahr von FIP-Ausbrüchen zu reduzieren.

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. C. Rohrer Kaiser, Dipl. ACVIM (Innere Medizin)