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Capillaria aerophila, syn. Eucoleus aerophilus

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Der so genannte Lungenhaarwurm ist ein Parasit von Igeln, Füchsen und anderen Wildtieren und kann auch bei Hunden und Katzen vorkommen. Es gibt diverse Capillaria-Arten (der Name leitet sich vom lateinischen capillus für "Haar" ab, denn diese Wurmgattung ist tatsächlich "haardünn"), die sich als erwachsene Stadien je nach Präferenz im Verdauungstrakt, der Leber, in der Harnblase, oder wie im vorliegenden Fall in der Lunge aufhalten. Die erwachsenen Capillaria aerophila (syn. Eucoleus aerophilus)-Stadien finden sich in der Trachea und den Bronchien. Sie legen Eier, die in den Rachenraum transportiert, abgeschluckt und mit dem Kot ausgeschieden oder ausgehustet werden. Die Entwicklung erfolgt indirekt über Regenwürmer oder direkt über die Aufnahme von Eiern in der Umgebung. Die Infektion der Katzen erfolgt über die perorale Aufnahme von Eiern, in welchen sich das Erstlarvalstadium entwickelt hat, oder von larvenhaltigen Regenwürmern. Bis zur Ei-Ausscheidung im Kot dauert es 25-40 Tage.

Adulte Stadien in der Katze führen klinisch zu Tracheitis, Bronchitis und selten Rhinitis, mit Husten, Nasenausfluss und Atembeschwerden.

Die Diagnose erfolgt über den Ei-Nachweis aus Kot mit der Flotationsmethode oder aus Sekret der oberen Atemwege. Die Eier können morphologisch von Eiern anderer bei Säugetieren vorkommenden Arten differenziert werden (z.B. Capillaria plica).

Capillaria aerophila ist bei Füchsen sehr weit verbreitet, bei Hunden und Katzen nur gelegentlich zu finden. Im Rahmen einer Studie in Deutschland konnte nur bei 0.2 % der untersuchten Katzen Capillaria-Eier im Kot nachgewiesen werden, wobei nicht unterschieden wurde, ob es sich jetzt um Capillaria-Arten der Lunge oder anderer Organe handelt. Dagegen wurde bei 160 untersuchten Katzen in der Schweiz im Kot von 8 Katzen (5%) Capillaria-Eier nachgewiesen. Capillaria aerophila scheint somit auch bei Katzen in der Schweiz verbreitet zu sein. Daten aus Italien weisen auf Prävalenzen von 3-14.3% hin.

Therapeutisch zeigte Moxidectin (min. 1 mg/kg BW, spot on) eine Wirksamkeit von 99.8% unter Feldbedingungen. Weitere Wirkstoffe zeigten nur teilweise Erfolg und/oder sind für die Katze nicht registriert (Ivermectin, Levamisol) und können somit nicht empfohlen werden.

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Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern
2014