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Lungenwürmer

Troglostrongylus syn. (Bronchostrongylus

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Troglostrongylus spp. wurden bereits in den 1920-er Jahren als Nematoden des Respirationstraktes bei Feliden (Lynx, Panther, Leopard, Tiger, Hauskatzen) beschrieben und in den folgenden Jahren mehrmals neu definiert und umbenannt. Ihr Vorkommen wurde jedoch lange als unbedeutend bei Katzen betrachtet, bis sie neuerdings bei vereinzelten Todesfällen bei Katzenwelpen in Spanien und Italien mittels sorgfältiger morphologischer Messungen sowie molekularbiologischen Methoden identifiziert wurden. Letztere Verfahren wurden auch für die Diagnose von Mischinfektionen mit A. abstrusus eingesetzt. Da die Diagnostik für Lungenwürmer bei Katzen sich insbesondere auf die koproskopische Isolierung von Erstlarvalstadien stützt und sich A. abstrusus-Larven nur schwer von Troglostrongylus-Larven unterscheiden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Troglostrongylus spp. verbreiteter als bisher angenommen sind.

Die adulten Troglostrongylus spp. unterscheiden sich hingegen eindeutig von A. abstrusus, nicht nur bezüglich ihrer Morphologie, sondern auch bezüglich ihrer Lage im Respirationstrakt. So wird T. subcrenatus im Adultstadium als ein 10 (Männchen) bis 24 (Weibchen) mm langer Nematode beschrieben, welche sich in den oberen Atemwegen (Trachea und Bronchi) lokalisieren. Analog dazu besiedelt T. brevior Bronchi und Bronchiolen und ist etwas kleiner (M = 6 mm, W = bis 13 mm).

In beiden Fällen kann bei massivem Befall die Lunge angeschwollen, hämorrhagisch und konsolidiert sein, mit entsprechenden Anzeichen einer massiven Bronchopneumonie. Als Zwischenwirte gelten wiederum Nackt- und Gehäuseschnecken, wobei es auch Hinweise für eine direkte laktogene Übertragung von T. brevior vom Muttertier auf die Welpen gibt.

Diagnostisch können Erstlarvalstadien mittels Längen- und Breiten-Messung und detaillierter Analyse des Hinterendes voneinander und von A. abstrusus unterschieden werden, was jedoch insbesondere bei Mischinfektionen sehr schwierig ist.

Durch die relativ neue „Wiederentdeckung“ dieser Parasiten gibt es kaum therapeutische Erfahrungsberichte. Wir haben jedoch Hinweise für eine gute Wirksamkeit von Moxidectin (1mg/kg KG, spot on) und Emodepsid (mind. 3 mg/kg KG, spot on). Auch Milbemycinoxim (2 mg/kg BW) wurde in Einzelfällen mit Erfolg eingesetzt.

Weitere Parasiten mit Potential für Lungensymptomatik

Bei einer Erstinfektion der Katze mit dem Einzeller Toxoplasma gondii kann es v.a. bei Jungtieren während der extraintestinalen Phase zu einem akuten Verlauf mit fieberhafter Allgemeinerkrankung, Husten, Dyspnoe u.a. kommen. Auch die pränatale Infektion kann, neben Aborten, u.a. zu Pneumonie der Welpen führen.

Zudem zeigte die Anwendung hochauflösender bildgebender Verfahren, dass asymptomatisch verlaufende Toxocara cati-Infektionen  massive Lungenveränderungen hervorrufen können, verursacht durch die Wanderstadien, und somit auch bei einer Infektion ohne Larvenausscheidung. Diese Veränderungen können von einer A. abstrusus-Infektion, einer Dirofilariose oder anderen unspezifischen Lungenerkrankungen nicht differenziert werden. Besondere Bedeutung erlangt diese Erkenntnis in Berücksichtigung der Tatsache, dass sogar bei vorbildlich entwurmten Katzen die Lungenwanderung von Toxocara cati nicht unterbunden wird. Da hochauflösende bildgebende Verfahren zunehmend eingesetzt werden, kann dies zu zusätzlichen differentialdiagnostischen Herausforderungen führen.

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Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern
2014