Lungenwürmer
Krankheit und Symptome
Alle aufgeführten Lungenwürmer der Katze lokalisieren sich in den Atemwegen. Es ist klar, dass dies eine dauernde Reizung für den Körper darstellt, und dass es in der Folge zu Entzündungen in der Trachea, den Bronchien und tiefen Luftwegen kommt. Die Reaktion ist aber stark davon abhängig, wie viele Würmer sich im Atmungstrakt befinden. Bei einem geringen Befall wird man der Katze kaum etwas anmerken. Nimmt die Anzahl jedoch zu, kommt es zu einem chronischen Husten. Starker Befall mit Aelurostrongylus kann auch zu Nasen- und Augenausfluss und einem schlechten Allgemeinzustand führen. Die Tiere magern ab, und wenn nicht behandelt wird, können sie an der Infektion sterben.
Diagnosestellung
In der tierärztlichen Praxis kann sich ein erster Verdacht auf Lungenwurmbefall bei chronischem Husten ergeben. Je nachdem kann auch ein Röntgenbild einen Hinweis auf den Parasitenbefall liefern (die Würmer sind darauf natürlich nicht sichtbar, aber die Veränderungen der Lunge auf Grund der Entzündungsreaktionen). Die eigentliche Diagnose erfolgt jedoch durch den Nachweis der Wurmlarven im Kot oder in einer Trachealspülprobe. Die Larven lassen sich auf Grund charakteristischer Merkmale am Hinterende unterscheiden. Schwieriger wird es bei Capillaria-Infektionen, da ein Nachweis der Eier noch nicht zwingend auf einen Lungenbefall hindeuten muss.
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Abbildung 1: Ein Crenosoma vulpis-Weibchen bei der Ablage von Larven. Die Larven sind sehr aktiv und kriechen in der befallenen Katze die Luftröhre hinauf, um an die Aussenwelt zu gelangen. Foto: H. Sager zum Vergrössern hier klicken (26 KB) |
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Abbildung 2: Eine Crenosoma-Larve, wie sie im Kot oder in einer Trachealspülprobe nachgewiesen werden kann. Das Hinterende der Larve läuft relativ glatt in eine Spitze aus. Foto: H. Sager zum Vergrössern hier klicken (17 KB) |
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Abbildung 3: Im Gegensatz dazu weist das Hinterende einer Aelurostrongylus-Larve, eine starke Krümmung auf, weshalb sich die beiden Lungenwürmerlarven gut unterscheiden lassen. Foto: H. Sager zum Vergrössern hier klicken (28 KB) |
Behandlung
Die Behandlung mit gängigen Wurmmitteln ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Oft sind mehrtägige Therapien und Wiederholungsbehandlungen notwendig, um diesen Parasiten den Garaus zu machen. Es ist daher wichtig, vorgängig eine klare Diagnose zu haben und den Therapieverlauf im Auge zu behalten. Es kann nicht erwartet werden, dass sich der Husten gleich am ersten Behandlungstag auflöst. Auch wenn die Würmer abgetötet werden, müssen sie zuerst abtransportiert oder abgebaut werden, was mit weiteren Entzündungsreaktionen verbunden ist. Erst im Anschluss können die geschädigten Atemwege repariert werden, was wiederum einige Zeit in Anspruch nimmt.
Zusammenfassung
Auch wenn Lungenwürmer bei der Katze in der Schweiz eher eine Randerscheinung sind, sollten sie bei Atemwegserkrankungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden. Als wichtigster Lungenparasit dürfte Aelurostrongylus abstrusus gelten. Die anderen zwei hier erwähnten Lungenwürmer, Crenosoma vulpis und Capillaria aerophila, sind eher als Wildtierparasiten zu bezeichnen und treten nur in Einzelfällen bei Katzen auf. Allen ist gemeinsam, dass sie für ihre Entwicklung einen Zwischenwirt benötigen. Es handelt sich dabei um Schnecken bzw. für Capillaria um Regenwürmer. Aelurostrongylus kann sich jedoch in für die Katze attraktiveren Beutetieren wie Vögeln, Echsen oder Mäusen einnisten, die solche Schnecken gefressen haben; dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, von Katzen aufgenommen zu werden.
Somit ist auch klar, dass Wohnungskatzen ohne Freilauf keinem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Eine direkte Übertragung von Katze zu Katze ist nicht bekannt. Ein Befall kann zu chronischem Husten, in schwerwiegenden Fällen sogar bis zum Tod führen. Bei Verdacht auf Lungenwürmer sollte versucht werden, die Larven im Kot oder in einer Trachealspülprobe nachzuweisen. Auf jeden Fall sollte bei Husten und anderen Atemwegsproblemen eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden. Dort können die notwendigen Untersuchungen durchgeführt und bei Bedarf auch die entsprechende Wurmtherapie eingeleitet werden.
Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 1 / 2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern


