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vorherige Seite Alle aufgeführten Lungenwürmer der Katze lokalisieren sich in den Atemwegen. Sie können eine dauernde Reizung für den Körper darstellen, so dass es in der Folge zu Entzündungen in der Trachea, den Bronchien und tiefen Luftwegen kommt. Die Reaktion ist stark davon abhängig, wie viele Würmer sich im Atmungstrakt befinden. Bei einem geringen Befall wird man der Katze kaum etwas anmerken. Nimmt die Anzahl jedoch zu, kann es zu einem chronischen Husten oder aber auch zu Nasen- und Augenausfluss und einem schlechten Allgemeinzustand kommen. Die Tiere magern ab, und wenn nicht behandelt wird, können sie an der Infektion sterben.

 

Diagnosestellung

IIn der tierärztlichen Praxis kann sich ein erster Verdacht auf Lungenwurmbefall bei chronischem Husten ergeben. Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT) liefern Hinweise auf Parasitenbefall. Die eigentliche Diagnose erfolgt jedoch durch den Nachweis der Wurmlarven (A. abstrusus, Troglostrongylus spp.) oder der Wurmeier (Capillaria aerophila) im Kot oder in einer Trachealspülprobe.

Bild Crenosoma-Larve Abbildung 1:
Das Hinterende einer Aelurostrongylus-Larve weist eine charakteristische Krümmung auf, die als diagnostisches Kriterium zur morphologischen Unterscheidung von Lungenwurmlarven dienen kann.
Foto: H. Sager

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Behandlung

Die Behandlung mit gängigen Wurmmitteln ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Oft sind mehrtägige Therapien und Wiederholungsbehandlungen notwendig, um diesen Parasiten den Garaus zu machen. Es ist daher wichtig, vorgängig eine klare Diagnose zu haben und den Therapieverlauf im Auge zu behalten. Es kann nicht erwartet werden, dass sich der Husten gleich am ersten Behandlungstag auflöst. Auch wenn die Würmer abgetötet werden, müssen sie zuerst abtransportiert oder abgebaut werden, was mit weiteren Entzündungsreaktionen verbunden ist. Erst im Anschluss können die geschädigten Atemwege repariert werden, was wiederum Zeit in Anspruch nimmt.

 

Zusammenfassung

Auch wenn Lungenwürmer bei der Katze in der Schweiz eher selten diagnostiziert werden, sollten sie bei Atemwegserkrankungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden. Als wichtigster Lungenparasit dürfte Aelurostrongylus abstrusus gelten. Capillaria aerophila, der Lungenhaarwurm, tritt nur in Einzelfällen bei Katzen auf, und das Vorkommen des A. abstrusus-ähnlichen Lungenwurms Troglostrongylus sp. ist in der Schweiz unbekannt. Allen ist gemeinsam, dass sie für ihre Entwicklung einen Zwischenwirt benötigen. Es handelt sich dabei um Schnecken bzw. für Capillaria aerophila um Regenwürmer. Aelurostrongylus abstrusus kann sich jedoch in für die Katze attraktiveren Beutetieren wie Vögeln, Echsen oder Mäusen einnisten, die solche Schnecken gefressen haben; dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, von Katzen aufgenommen zu werden.

Somit ist auch klar, dass Wohnungskatzen ohne Freilauf keinem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Eine direkte Übertragung von Katze zu Katze ist nicht bekannt. Ein Befall kann zu chronischem Husten, in schwerwiegenden Fällen sogar bis zum Tod führen. Bei Verdacht auf Lungenwürmer sollte versucht werden, die Larven oder Eier im Kot (idealerweise Sammelkotprobe über 3 Tage) oder in einer Trachealspülprobe (geringere Nachweisempfindlichkeit) nachzuweisen. Auf jeden Fall sollte bei Husten und anderen Atemwegsproblemen eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden. Dort können die notwendigen Untersuchungen durchgeführt und bei Bedarf auch die entsprechende Wurmtherapie eingeleitet werden.

Referenzen

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern
2014