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Wenn es juckt und beisst: Zecken und Milben

Milbenbefall

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Milben gehören wie die Zecken zu den so genannten Spinnentieren, sind also keine Insekten. Beim Begriff "Milben" fallen vielen Personen wohl die Hausstaubmilben ein, deren Exkremente allergische Reaktionen verursachen und zu Asthma führen können. Dabei verstecken sich diese Übeltäter in Teppichen und Bettwäsche und ernähren sich in aller Bescheidenheit von abgefallenen Hautschuppen. Andere Milben holen sich ihre Nahrung jedoch direkt von Mensch und Tier. Dabei gibt es unterschiedliche Strategien: Die Herbstgrasmilben befallen nur als Larven ihre Opfer, während Raubmilben ihre ganze Entwicklung auf dem Tier durchlaufen. Andere Milben, wie Demodex oder die Räudemilben, bohren sich sogar in die Haut ein. Dabei kommt es meist zu starken Entzündungsreaktionen, was zu dramatischen Hautveränderungen führen kann.

 

Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis)

Der Name tönt es bereits an – die Herbstgrasmilben sind vor allem im Spätsommer und Herbst aktiv. Das Leben von Neotrombicula autumnalis findet auf dem Erdboden statt. Allerdings sind die Larven räuberisch und kriechen, ähnlich wie Zecken, an Pflanzen hoch, um Hunde, Katzen oder den Menschen zu befallen. Diese Milben sind nicht eigentlich Blutsauger, verursachen aber Wunden und lösen das Gewebe mit Speichel auf, um den Brei dann aufzusaugen. Befallen werden vorwiegend dünne Hautstellen, z. B. zwischen den Krallen. Die betroffene Katze wird vermehrt Juckreiz zeigen, und es kann zu lokalen Hautentzündungen kommen. Da die Milbenlarven weniger als 0.5 mm messen, sind sie von blossem Auge höchstens als kleine gelbrötliche Pünktchen auf der Haut zu erkennen. Es kann jedoch versucht werden, die Milben mit einem durchsichtigen Klebeband zu fixieren und danach unter einer Lupe anzuschauen. Die Bekämpfung kann mit Zeckenhalsbändern (die Wirkstoffe, die gegen Zecken wirksam sind, haben oft auch einen Effekt gegen Milben) erfolgen, manchmal lassen sich die Larven dadurch aber nicht sonderlich beeindrucken ...

 

Raubmilben (Cheyletiella blakei)

Diese Milben bleiben während ihrer gesamten Entwicklung auf dem Tier. Die Eier werden an den Haaren befestigt, während sich die Larven, Nymphen und ausgewachsenen Stadien auf der Haut und im Fell aufhalten. Die Milben können bei engem Kontakt von einer auf die andere Katze übergehen. Sollten sie von ihrem Wirtstier getrennt werden, können sie bis zu 3 Wochen ohne Nahrung überleben. Daran ist z. B. bei Kämmen oder Bürsten zu denken, denn auch sie können zur Weiterverbreitung dieser Parasiten sorgen. Die Raubmilben ernähren sich von Hautschuppen, setzen jedoch auch kleine Wunden, um Gewebesäfte aufzunehmen. Die Milben verursachen oft Juckreiz und Schuppenbildung. Allerdings können v. a. ältere Katzen auch symptomfrei bleiben. Diese Milben sind ebenfalls sehr klein und messen weniger als 0.5 mm. Es hat sich daher als optimal erwiesen, die Cheyletiellen mit Klebeband zu fangen und mit einer Lupe oder dem Mikroskop zu identifizieren. Die Behandlung stellt keine grossen Probleme dar. Allerdings müssen alle in Frage kommenden Trägerkatzen (und Hunde!) therapiert sowie Gegenstände wie Katzenbürsten gereinigt werden, da es sonst schnell wieder zu Neuinfektionen kommt. Auch hier kann mit Zeckenhalsbändern oder Spot-on-Präparaten vorbeugend gegen den Milbenbefall vorgegangen werden.

 

Haarbalgmilbe (Demodex)

Demodex - Milben sind mikroskopisch kleine, zigarrenförmige Parasiten mit Stummelbeinchen. Sie haben sich optimal an ein Leben in der Haut (v. a. in den Haarbälgen) angepasst und sind kaum mehr an der Hautoberfläche anzutreffen. Die Übertragung findet daher hauptsächlich bei sehr engem Kontakt von der Mutter auf die Kätzchen statt. Zum Glück erkranken Katzen nur selten an diesen Parasiten. Sollte aber Haarausfall im Bereich der Augen ("Brillenbildung") und weiteren Stellen an Kopf und Nacken festgestellt werden, ist auch an Demodex zu denken. Es scheint, dass reinrassige Siamesen und Burmesen anfälliger für Demodikose sind als andere Katzen. Der Nachweis der Milben erfolgt während der tierärztlichen Untersuchung mit einem Hautgeschabsel. Bei einem Nachweis wird entsprechend therapiert. Der Erfolg der Behandlung ist jedoch abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und vom Abwehrstatus der Tiere. Bei einigen Katzen kann es immer wieder zu Problemen kommen.

 

Räudemilben

Als Räude bezeichnet man die Hautveränderungen, die durch Milben verursacht und durch Kratzen meist noch verschlimmert werden. In der Humanmedizin wird daher auch der Begriff „Krätze“ verwendet (allerdings kommen beim Menschen spezielle Milbenarten vor. Räudemilben der Tiere können jedoch beim Menschen ebenfalls klinische Symptome in Form von starkem Juckreiz verursachen. Werden die Personen von den befallenen Tieren getrennt, verschwindet die Problematik glücklicherweise innert kurzer Zeit). Bei der Katze ist hauptsächlich Notoedres cati und die Ohrmilbe, Otodectes cynotis, von Bedeutung. Während die Ohrmilben sich tatsächlich v. a. auf den Gehörgang konzentrieren, finden sich die Notoedres-Milben in der Haut des Kopfbereiches, bevor sie sich über den ganzen Körper ausbreiten. Befallene Tiere sind geplagt von Juckreiz, kratzen sich also häufig. Die Hautveränderungen werden in der Folge immer stärker und führen zur Bildung von Knötchen. Später entstehen krustige Verdickungen und es kommt zu Haarausfall. Die Übertragung der Milben erfolgt beim direkten Kontakt zwischen den Katzen. Auch hier ist für den Nachweis ein Hautgeschabsel notwendig. Bei der Therapie ist zu beachten, unbedingt auch die Liegeplätze und andere Gegenstände wie Haarbürsten der Katze zu reinigen und desinfizieren, um Neuansteckungen zu vermeiden.

 

Erkrankung an Milbenbefall

Nicht jede Katze, die mit Milben in Kontakt kommt, wird all die erwähnten Krankheitssymptome im gleichen Ausmass zeigen, viele Tiere können sogar symptomfrei bleiben. Erkrankte Tiere sollten jedoch zur Abklärung in die tierärztliche Praxis gebracht werden, damit nach der Diagnosestellung eine wirksame Therapie durchgeführt werden kann. Zudem sollten Sie Massnahmen zur Verhinderung von Neuansteckungen besprechen, denn es ist ärgerlich, wenn die Probleme nach kurzer Zeit erneut auftreten. Insbesondere wenn weitere Tiere im gleichen Haushalt leben, muss daran gedacht werden, dass auch sie Milbenträger sein könnten, und dementsprechend sollten sie in die Behandlung miteinbezogen werden.

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern