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Parvovirose (Katzenseuche) bei der Katze

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Gerade in den letzten Jahren liessen uns die Meldungen über ansteckende Krankheiten mit teilweise tödlichem Verlauf bei uns Menschen immer wieder aufhorchen. Fachwissen und Einhaltung von Grundregeln der Hygiene, ja gar Impfprophylaxen scheinen nicht in jedem Falle zu genügen. Auch bei der Katze gibt es bekannte Infektionen, die nicht nur streunende, sondern auch nach bestem Wissen und Gewissen gepflegte Tiere befallen können.

 

Jungkatzen mit akutem Brech-Durchfall

Ein zehn Wochen altes Kätzchen wird wegen akuten Durchfalls, Appetitlosigkeit und reduzierten Allgemeinzustands dem Tierarzt vorgestellt. Es ist das Einzige aus einem 5er-Wurf mit diesen Symptomen. Auch seine Mutter ist wohlauf, umsorgt ihre Jungen und fängt auch schon wieder Mäuse. Die fünf Welpen werden seit ihrer Geburt ausschliesslich in der Wohnung gehalten. Die Vorgeschichte, wie sie in dieser Form immer wieder einmal vorkommt, lässt den Verdacht einer unkomplizierten Magen-Darm-Erkrankung zu. Unterstützt wird diese Vermutung durch mögliche Aspekte wie altersbedingte Futterumstellung, eventueller Parasitenbefall oder/und ungenügende Entwurmung sowie Nachlassen der Immunabwehr über die Muttermilch. Nicht selten ist solchen Krankheiten mit symptomatischer Therapie beizukommen.

Also wird das kranke Kätzchen beim Tierarzt während eines Tages mit Flüssigkeit und Antibiotikum versorgt. Da sich sein Zustand in dieser Zeit recht stabilisiert und es auch bereits wieder etwas Interesse am Futter zeigt, kann es am Abend nach Hause. Aus prophylaktischen Gründen werden alle fünf Jungkatzen inklusive Mutter nochmals entwurmt.
Nach einer ruhigen Nacht liegt das Kätzchen aber am nächsten Morgen wieder apathisch abseits seiner Geschwister, ein zweites hat erbrochen und will ebenfalls nicht fressen. Als noch ein drittes innerhalb von 24 Stunden ähnliche Krankheitszeichen zeigt, müssen dann doch weitere Überlegungen angestellt werden: Da es sich binnen weniger Stunden um mehrere Tiere handelt, die in engem Kontakt zueinander stehen, alle mit mehr oder weniger denselben Symptomen, muss von einer ansteckenden Krankheit ausgegangen werden, die offensichtlich mit dem Magen-Darmtrakt zusammenhängt. Hervorgerufen werden solche Krankheiten in erster Linie durch Parasiten, aber auch durch Bakterien oder Viren.
In der Zwischenzeit befinden sich alle fünf Welpen beim Tierarzt und werden stationär gepflegt. Auch die Tatsache, dass bei diesen Tieren die Diagnose schnell und mit einem relativ einfachen Test gestellt wird, verhindert nicht, dass in den kommenden zwei Tagen vier Kätzchen sterben und nur eines überlebt.

 

Todesfälle trotz Impfung und Entwurmung?

Grundsätzlich ist man versucht zu sagen, dass so etwas heute mit all den prophylaktischen Massnahmen wie Entwurmen, Impfen und Leukosetest nicht mehr vorkommt. Die Tiere werden ausgewogen gefüttert und haben wie im obigen Fall eine kontrollierte Umgebung ohne offensichtlichen Kontakt zu Fremdkatzen. Und trotzdem gibt es Erreger, die hochansteckend und mit fatalen Folgen in ein scheinbar so geschütztes Habitat eindringen. In diesem Fall handelt es sich um das Parvovirus der Katze.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 6 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Martin Keiser
www.tierklinik-obergrund.ch