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Parvovirose (Katzenseuche) bei der Katze

FPV (felines Parvovirus)

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Eigenschaften

Das krank machende Virus (FPV = felines Parvovirus) schadet Zellen im Körper, die sich schnell vermehren. Zu diesen Zellen respektive Organen gehören vor allem lymphatisches Gewebe sowie der Darmtrakt. Bei Neugeborenen kann auch das Gehirn betroffen sein, was sich in Bewegungsstörungen bei sonst normaler Entwicklung manifestiert. Infektionen im Mutterleib können zum Absterben der ungeborenen Früchte führen.
Das Virus gelangt über die Schleimhaut von Nase und Maulhöhle in den Körper. Während durchschnittlich einer Woche, der so genannten Inkubationszeit, vermehrt es sich und streut dann in den ganzen Körper. Da es sich um eine hochansteckende Erkrankung handelt, sind in erster Linie ungeimpfte Tiere ohne vorherigen Viruskontakt betroffen. Die stärksten Symptome zeigen Jungkatzen im Alter zwischen zwei und sechs Monaten. Bei erwachsenen Tieren verläuft die Krankheit meist viel milder. Tragende, ungeimpfte Kätzinnen bergen bei einer Infektion ein grosses Risiko für ihre ungeborenen Welpen.

Die aufgezeigte Krankheit kannte man schon lange unter dem Namen "Katzenseuche", und bereits in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts schrieb man ihr, basierend auf Beobachtungen, ein Virus als Grundursache zu. Das weltweit vorkommende Parvovirus ist gegenüber der Umwelt und Desinfektionsmitteln sehr widerstandsfähig und kann unter günstigen Umständen während Jahren überleben. Es befällt auch Wildkatzen und ist dem Hundeparvovirus nahe verwandt.

 

Ansteckung

Das Parvovirus wird über alle Körperflüssigkeiten und im Kot ausgeschieden. Zu den Ausscheidern gehören nicht nur die im akuten Fall betroffenen Katzen, sondern auch symptomlose Trägertiere. Die Ansteckung findet auf direktem Weg von Tier zu Tier, indirekt über kontaminierte Gegenstände und Parasiten/Insekten statt.

 

Symptome

Bei erkrankten Tieren lassen typische Hinweise in der Vorgeschichte eventuelle Rückschlüsse auf eine Parvoinfektion zu: beispielsweise der Zukauf einer Katze oder Kontakt mit Fremdkatzen als Ursache, begünstigt durch einen schlechten oder gar fehlenden Impfschutz. Die Symptome der betroffenen Tiere unterstreichen dann häufig das spezifische Krankheitsmuster. Nebst dem innert Stunden zum Tode führenden perakuten Verlauf (bei dem Erbrechen und Durchfall fehlen) oder der während Tagen mit geringem Durchfall einhergehenden milden, subakuten Form (meist ohne Todesfolge), gibt es die akute Form. Bei dieser zeigen die betroffenen Katzen ein mässig bis stark reduziertes Allgemeinbefinden. Starkes Erbrechen und Durchfall sind häufige Begleitsymptome, was zu einer starken Austrocknung führt. Gerade Jungkatzen haben nicht allzu grosse Reserven, und so kann der enorme Flüssigkeitsverlust innert Stunden zum Tod führen. Die Tiere weisen oft eine typische Körperhaltung auf (Brust und Hals auf dem Boden, Kopf über dem Wasser- resp. Futternapf, lange verharrend). Bei Druck auf den Bauch geben sie Schmerzäusserungen von sich. Ist das Gehirn betroffen, kann es zu verschiedensten neurologischen Störungen wie unkoordinierten Bewegungen kommen.

Ein gleichzeitiger Befall mit Magen-Darm-Parasiten oder Infektionen der oberen Atemwege führen zu einer schnellen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Ähnliche Symptome wie ein Parvovirusbefall können bei FeLV (felines Leukosevirus)-Befall, bei Salmonellose, Vergiftungen oder anderen Katzenerkrankungen auftreten.

 

Nachweis

Im Blut findet man meist eine stark reduzierte Zahl der weissen Blutkörperchen, weshalb die Krankheit auch Panleukopenie genannt wird. Virusantigen kann eventuell im Kot und Antikörper können im Blut nachgewiesen werden. Möglicherweise kann dann das Virus aus befallenem Gewebe isoliert und elektronenmikroskopisch erfasst werden. Typische durch das Virus verursachte Veränderungen im Dünndarm, im lymphatischen Gewebe und im Knochenmark kann der Pathologe mikroskopisch erkennen. Hier gilt es dann auch, den Link zu den Symptomen auf Grund der betroffenen Organe (Darm mit Durchfall und Knochenmark/lymphatisches Gewebe mit Verlust an weissen Blutzellen) zu machen. Weiter können Veränderungen des Kleinhirns am im Mutterleib infizierten Tieren vorgefunden werden. Leider sind die letzteren Untersuchungen meist nur noch am toten Tier durchführbar. Dies kann aber gerade in einem Fall, wo mehrere Tiere betroffen sind und eine eindeutige Diagnose an den lebenden Tieren nicht möglich ist, dienlich sein.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 6 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Martin Keiser
www.tierklinik-obergrund.ch