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Die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) bei Persern:
Gibt es sie noch?

PKD-Untersuchungen in der Schweiz

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Im Jahre 1998 hat eine Gruppe von Züchtern mit der Unterstützung von Ultraschallspezialisten des Tierspitals Zürich (PD Dr. Mark Flückiger und Dr. Urs Geissbühler) ein Vorsorgeprogramm entwickelt, das den Züchtern erlaubt, PKD-positive Katzen zuverlässig zu erkennen. Eine Liste von Untersuchern in der ganzen Schweiz wurde zusammengestellt. Alle diese Untersucher haben eine solide Ultraschallausbildung und sind erfahrene Spezialisten. Zudem arbeiten sie mit leistungsfähigen Ultraschallgeräten, mit denen auch kleine Zysten zuverlässig nachgewiesen werden können. Dadurch wird in der ganzen Schweiz eine einheitliche Untersuchung von hoher Qualität garantiert.
Ein ähnliches Vorsorgeprogramm wurde daraufhin in Zusammenarbeit mit dem Tierspital Zürich für Deutschland ausgearbeitet. Die Zusammenarbeit ging so weit, dass sich eine Basisgruppe deutscher Ultraschalltierärzte in der Schweiz einer Prüfung unterzog.
Viele Züchter/innen haben spontan und uneigennützig bei der Entwicklung dieses Projektes mitgeholfen und waren immer wieder bereit, ihre Tiere (sowohl gesunde als auch PKD-positive) für Ausbildungszwecke zur Verfügung zu stellen. Ihnen sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt. Leider aber konnten sich weder die Katzenclubs der betroffenen Rassen noch die Fédération Féline Helvétique dazu durchringen, die Untersuchung von Zuchtkatzen der gefährdeten Rassen als obligatorisch zu erklären.
So gibt es immer noch Züchter/innen, die es nicht für nötig halten, Tiere aus ungeprüften Linien vor einem Zuchteinsatz untersuchen zu lassen. Die Gegner/innen dieser Untersuchung behaupten, der Nachweis von Zysten in den Nieren sei kein Beweis für die Erkrankung, Nierenzysten könnten aus anderen Gründen entstehen, ohne dass das Tier PKD-Träger sei. Diese Aussage ist so nicht richtig! Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Katze Zysten aus anderen Gründen ausser PKD entstehen, ist extrem klein. Am Tierspital Zürich, wo jährlich bei Hunderten von Katzen die Nieren untersucht werden, sind nicht einmal bei 1 von 500 nicht rassereinen Hauskatzen Zysten zu finden. Für die Zuchtselektion bedeutet das also, dass von allen in der Schweiz untersuchten Rassekatzen höchstens 1 bis 2 Tiere Zystenträger aus anderen Gründen sind. Wenn wir weiter bedenken, dass weniger als die Hälfte der untersuchten Tiere zur Zucht vorgesehen waren, ist in den vergangenen 5 Jahren höchstens 1 Zuchtkatze zu Unrecht von der Zucht ausgeschlossen worden. Das ist angesichts der Bedeutung der Krankheit eine extrem kleine Fehlerquote, die zu verantworten ist.
Untersuchungen aus den USA, Deutschland, Frankreich, England und Australien zeigen alle ein ähnliches Bild: Knapp die Hälfte (40-50 %) der untersuchten Tiere war zu Beginn der breitflächigen Untersuchung PKD-positiv. Betroffen waren vor allem Perser und Exotic Shorthair.
Wie steht es in der Schweiz? Seit Ende 1998 wurden insgesamt 671 Katzen untersucht. Davon waren 569 Tiere älter als ein Jahr und 102 jünger. Untersucht wurden: 391 Perser, 87 Exotic Shorthair, 107 Maine Coon, 37 British Shorthair und 26 Heilige Birma. Von den folgenden Rassen wurden weniger als 10 Tiere untersucht: Bengal, Siamese, Orientale, Karthäuser, Thai Siam und Norwegische Waldkatze.

Der Anteil PKD-positiver Tiere pro Jahr ist in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Tabelle Häufikeit PKD-positiver Katzen

Der Anteil betroffener Tiere je Rasse kann der folgenden Abbildung entnommen werden:

Tabelle Rasseverteilung PKD

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2004
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autoren:
Dr. O. Gardelle, Dr. U. Geissbühler, PD Dr. J. Lang und PD Dr. M. Flückiger