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1. Pemphigus foliaceus

Pemphigus foliaceus (PF) ist eine Erkrankung des Immunsystems, bei der Antikörper gegen die Haftplatten zwischen den Hautzellen produziert werden. Durch die Antikörper werden die Haftplatten zerstört. Damit verlieren die Hautzellen ihre Zwischenzellhaftung und lösen sich frühzeitig aus dem Zellverbund ab. Klinisch zeigt sich der Verlust dieser interzellulären Haftung durch die Bildung kurzlebiger Pusteln, die aufbrechen und anschliessend honiggelb verkrusten. Bei den meisten an PF erkrankten Katzen sind die ersten Hautveränderungen symmetrisch an den Spitzen der Ohrmuscheln, über dem Nasenrücken und um die Augen zu sehen. Zudem kommt es meist auch zu Krallenbettentzündungen mit Krustenbildung. Eine weitere, oft befallene Stelle ist die Haut um die Zitzen. Die Diagnose wird über Gewebeproben (Hautbiopsie) gestellt. Damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann, ist es wichtig, möglichst frische Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen) zu biopsieren. In einigen Fällen können spezialisierte Untersuchungen zusätzlich nötig sein. Die Prognose ist vorsichtig bis günstig zu stellen, jedoch benötigen die meisten Katzen eine lebenslängliche Therapie mit immunsupprimierenden, also die Immunreaktionen abschwächenden Medikamenten.

2. Systemischer Lupus erythematosus

Systemischer Lupus erythematosus ist eine bei Katzen sehr seltene Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen Zellkernantigene gebildet werden. Sie verursacht einerseits systemische Krankheitszeichen (z. B. Blutarmut, Gelenkenzündungen, Lahmheit, Fieber) andererseits Geschwüre an Haut, Schleimhautübergängen und Pfoten. Bei betroffenen Katzen kommt es in erster Linie zu Krallenbettentzündungen. Nur selten sind auch die Ballen erosiv verändert.  Die Diagnose wird anhand der Kombination verschiedener Symptome gestellt sowie der Messung von spezifischen Antikörpern im Blut. Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Die Therapie beruht auf immunsupprimierenden Medikamenten.

3. Plasmazelluläre Pododermatitis

Die plasmazelluläre Pododermatitis ist eine seltene Erkrankung mit unbekannter Ursache. Als wahrscheinlichste Auslöser gelten immunvermittelte Prozesse. Zu Beginn der Erkrankung kommt es zur Schwellung einer oder mehrerer Ballen, insbesondere der Sohlenballen. Die Ballen verlieren ihre derbe Elastizität und werden weich, schlaff und verfärben sich violett. Die Oberfläche wird rissig und schuppig. Im weiteren Verlauf kommt es zu schmerzhaften Geschwüren und Sekundärinfektion der Ballen. In der Regel sind keine systemischen Krankheitssymptome feststellbar. In einigen Fällen liegt aber ein positiver FIV-Test vor. Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Gewebeprobe. Manchmal kann die Diagnose auch über eine feine Nadelbiopsie gestellt werden. Die Prognose ist vorsichtig bis günstig zu stellen. Als Behandlung werden verschiedene Tabletten über ca. 4 Wochen eingesetzt. Rückfälle sind nicht selten, und oft wird ein saisonaler Verlauf gesehen. Aus diesem Grund werden Allergien als mögliche Ursache genannt.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Claudia S. Nett-Mettler
Diplomate American & European College of Veterinary Dermatology
Dermatologie und Allergologie für Tiere
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik
Rothusstrasse 2
6331 Hünenberg
www.vetderm.ch
E-Mail: dr.nett AT vetderm.ch