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Die Schilddrüsenüberfunktion der Katze

Die Krankheitssymptome

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Die Abmagerung trotz des guten Appetits ist für die Besitzer/innen häufig der auffälligste Hinweis, dass mit ihrem Tier etwas nicht in Ordnung ist. Obwohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion sowohl der Eiweissauf- wie auch der Eiweissabbau im Körper gesteigert ist, resultiert der Eiweissabbau. Dies vermag auch die grössere Futteraufnahme nicht zu kompensieren. Deshalb entsteht insgesamt eine negative Energiebilanz und die Katze verliert an Muskelmasse und letztlich an Gewicht. Der erhöhte Energieumsatz führt andererseits zu vermehrter Bildung von Körperwärme, was eine Ursache für häufiges Hecheln darstellt. Oft sind diese Tiere dann auch ruhelos, tigern im wahrsten Sinne des Wortes umher und suchen kalte Ruheplätze auf. Plötzlich schläft eine Katze auf dem kalten Fliesenboden des Badezimmers oder gar in der Dusche. Trotz der scheinbar erhöhten Aktivität sind diese Tiere aber nicht mehr belastbar. Unmotiviertes, v. a. nächtliches Schreien kann wahrgenommen werden. Weiter können sie ein mattes Haarkleid oder starkes Krallenwachstum aufweisen. Andere Katzen werden mit chronischem Erbrechen mit oder ohne Durchfall, extremem Durst und erhöhtem Harndrang vorgestellt. (Die unten stehende Tabelle zeigt eine Übersicht der möglichen klinischen Symptome.) Generell handelt es sich um eine magere, struppige Katze im Alter von 8 Jahren oder älter mit Magen-Darmproblemen, aber gutem Appetit.

 

Die Lage und Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein Hormon produzierendes Organ, das aus zwei getrennten Drüsenlappen besteht. Diese befinden sich im Normalfall bei der Katze beidseits der Luftröhre und sind äusserlich weder sicht- noch ertastbar. Die Zellen der Schilddrüse sind für die Herstellung und Speicherung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) sowie diverser inaktiver Vorstufen dieser Hormone verantwortlich. Grundsätzlich kann die Wirkung der Hormone zusammengefasst werden als Stoffwechsel steigernd, Sauerstoff verbrauchend und Eiweiss aufbauend. Sie aktivieren in zahlreichen Organen die Stoffwechselvorgänge, allerdings nicht überall in gleicher Intensität. Das erklärt auch die oben beschriebenen Symptome wie gesteigerte Aktivität und Fresslust mit Abmagerung. Betrachtet man die Eigenschaften der Schilddrüsenhormone, so ähneln sie einem Dopingmittel.

 

Wieso kommt es aber zu einer vermehrten Produktion dieser Hormone?

Bei der Mehrheit der betroffenen Katzen liegt eine Überfunktion beider Schilddrüsenlappen vor. Meist sind es Adenome (gutartige Tumoren), die zu einer Vergrösserung des Organs führen. Welche Faktoren zu der doch recht häufigen Erkrankung der älteren Katze führen, sind bis heute nicht bekannt. Es wird übers Futter bis hin zur Geografie spekuliert. Seltener beruhen Schilddrüsenüberfunktionen auf dem Vorkommen von bösartigen Tumoren des Drüsengewebes, den Adenokarzinomen. Diese kommen dann nur in einem Schilddrüsenlappen vor. Zu den ebenfalls seltenen Ursachen gehört auch das im Brustkorb "verstreute" hyperaktive Schilddrüsengewebe. Sowohl die gutartigen wie auch die bösartigen Tumoren und das verstreute Schilddrüsengewebe haben die Eigenschaft, zu viel Schilddrüsenhormone zu produzieren.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2003
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angela Keiser-Semder,
Tierklinik Obergrund Luzern,
www.tierklinik-obergrund.ch