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Die Schilddrüsenüberfunktion der Katze

Klinische Befunde

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Die Schilddrüsenüberfunktion ist die häufigste hormonelle Störung bei über 8-jährigen Katzen. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend, sodass die Tiere dem Tierarzt sehr oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung vorgestellt werden. Abgesehen vom äusseren Erscheinungsbild kann man häufig im Gegensatz zur gesunden Katze vergrösserte Schilddrüsenlappen ertasten. Auch beim Herzen zeigen sich durch Auskultation, d. h. durch Abhorchen,   Geräusche bzw. eine hohe Frequenz und ein unregelmässiger Herzrhythmus. Diese Untersuchung kann durch EKG und Ultraschall des Herzens ergänzt werden.  

  Klinische Symptome Klinische Befunde
  Gewichtsverlust Abmagerung
  Gesteigerte Futteraufnahme Tastbare Schilddrüse
  Struppiges Haarkleid Hyperaktivität
  Grosser Durst Rascher unregelmässiger Herzschlag
  Vermehrter Harnabgang Herzgeräusch
  Erbrechen Kleine Nieren
  Nervosität Rasche Ermüdung
  Durchfall Aggressivität
  Reduzierter Appetit  
  Zittern  
  Schwäche  
  Atemnot  
  Hecheln, Atemnot  

(aus: „Small Animal Internal Medicine“, R. Nelson, C. Couto, 2. Auflage, 720-729)

 

Häufige Begleiterkrankungen

Nebst den Problemen, welche die Schilddrüsenüberfunktion selbst verursacht, kommt es ausserdem als Folge davon oft zu Begleiterkrankungen, deren Symptome oben bereits erwähnt wurden. Dabei werden wichtige Organe beeinträchtigt.

Herzmuskelerkrankung: Auch der Herzmuskel wird durch die Schilddrüsenüberfunktion zu Höchstleitungen getrieben, was zu einer Verdickung der Herzmuskelwände und zu einem rascheren Herzschlag führen kann. Mit der Zeit ermüdet dann der Herzmuskel und kann die Leistung nicht mehr beliebig dem körperlichen Bedarf anpassen. Es kommt zu einer Herzschwäche mit allgemein reduzierter Belastbarkeit. Zusätzlich können ein Lungenödem („Wasser auf der Lunge“) oder ein Brusthöhlenerguss („Wasser in der Brusthöhle“) auftreten, was sich v. a. in Atemnot äussert. Bei stark fortgeschrittenen Herzproblemen sind die Symptome bereits in Ruhe vorhanden und die Tiere können an den Folgen des Herzversagens sterben.

Nierenfunktionsstörungen können parallel zu einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten und verlangen insbesondere im Zusammenhang mit einer Therapie eine gute Überwachung. Deshalb sollten die Nierenwerte in regelmässigen Abständen kontrolliert werden.

Magen-Darmstörungen treten ebenfalls häufig begleitend auf. Diese sind hauptsächlich auf Störungen der Darmbewegungen und der Nahrungsaufnahme im Darm zurückzuführen.

 

Diagnose

Auf Grund des klinischen Bildes und der Befunde der klinischen Untersuchung (vgl. Tabelle) kann meist eine Verdachtsdiagnose gestellt werden:
Ein erhöhter Schilddrüsenhormonwert (T4) im Blut ist ein verlässlicher Gradmesser zur Bestätigung der Diagnose. Jedoch kann sich der T4-Wert zu Beginn einer Erkrankung oder bei begleitenden anderen Allgemeinerkrankungen noch im Normalbereich befinden. In diesem Fall sollte der T4-Wert wiederholt bestimmt werden. In unklaren Fällen und insbesondere, wenn das klinische Bild sehr typisch ist, die Laborwerte die Befunde jedoch nicht bestätigen, können weitere Hormonbestimmungen (fT4), ein TRH-Provokationstest oder Schilddrüsenscanning resp. szintigrafische Untersuchung durchgeführt werden. Letzterer Test kann nur in einer Spezialklinik durchgeführt werden. Das fT4 oder auch freies T4 ist eine Untergruppe des bereits erwähnten wichtigen Schilddrüsenhormones T4. Auch dieser Wert kann bei einer Überfunktion erhöht sein. Beim TRH-Provokationstest wird der Katze ein Hormon injiziert, das im Normalfall die Schilddrüse zu einer vermehrten Ausschüttung von T4 bewegen sollte. Im Falle einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es auf Grund eines durch die Krankheit bedingten erschöpfungsähnlichen Zustandes der Schilddrüse nicht zu dem normal gewünschten T4-Anstieg. Mit Hilfe einer radioaktiv markierten Substanz, die sich in die funktionierenden Anteile des Schilddrüsengewebes einlagert, können diese dann in einem bildgebenden Verfahren, dem Scanning, dargestellt werden. Somit können einzeln veränderte Areale bis hin zu mehreren aktiven Knoten oder gar Metastasen unterschieden werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2003
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angela Keiser-Semder,
Tierklinik Obergrund Luzern,
www.tierklinik-obergrund.ch