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Der Kreislaufschock

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Der hämorrhagische Schock

Die Katze hat auf Grund ihrer Körpergrösse mit maximal einem halben Liter ein kleines Blutvolumen. Gerade bei kleinen Lebewesen ist ein Blutverlust generell recht schwierig in seinem Ausmass zu objektivieren. So liegt es nahe, dass Blutungen nach aussen (Haut- und Muskelverletzungen) eher überschätzt, innere Blutungen (Bauch-, Brusthöhle) hingegen eher unterschätzt werden.
Relativ schnell führen Blutverluste, meist nach Verletzungen, zu einem Schockzustand. Die betroffenen Tiere werden schwach und apathisch. Die Farbe des Zahnfleisches und der Zunge wird blass. Auch der Nasenspiegel und die Pfotenballen (sofern nicht pigmentiert) erscheinen blass. Atmung und Puls werden schnell, aber eher schwach bzw. oberflächlich in ihrer Intensität. Dieser Blutungsschock führt mit Blutdruckabfall und verminderter Durchblutung der Organe zu den bereits beschriebenen Symptomen. Lebenswichtige Organe wie Gehirn und Herz sind jedoch auf eine gewisse Mindestversorgung durch das Blut mit Sauerstoff angewiesen, damit sie ihre Funktion ausreichend ausführen können. Natürlich versucht der Körper deshalb automatisch, dieser Notsituation entgegenzuwirken: Durch schnelleren Puls und Verengung der Blutgefässe sollen der Blutdruck und die Sauerstoffversorgung aufrechterhalten werden. Diese Eigenleistung des Körpers, auch Kompensation genannt, reicht aber nur bis zu einem gewissen Grade aus. Hört eine Blutung nicht spontan wieder auf oder kann sie durch äussere Hilfe nicht gestoppt werden, führen die fortschreitenden Umstände zur Dekompensation (d. h. die Eigenleistung des Körpers reicht nicht mehr aus).

 

Therapie

Bei grossem Blutverlust muss eine Herz-/Kreislauf unterstützende Therapie eingeleitet werden. Via venösen Zugang erfolgt eine Infusionstherapie, um das verringerte Flüssigkeitsvolumen wieder zu ergänzen und den Blutdruck zu stabilisieren. Offensichtliche und starke, äussere Blutungen werden mittels Druckverband gestillt. Nie dürfen aber Körperteile zwecks Blutungsstillung abgebunden werden! Denn abgebundene Körperteile bluten zwar nicht mehr, aber durch die absolute Unterdrückung der Durchblutung kommt es nach einer gewissen Zeit zum Absterben dieser Körperteile.
Können Tiere nach diesen ersten Massnahmen stabilisiert werden, geht es in die nächste Phase der Versorgung: Je nach Ursache und Verdacht des Geschehenen folgen Abklärungen wie z. B. Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Man sucht nach bislang eventuell übersehenen Blutungsherden oder auch anderen Verletzungen. Anhand der Befunde wird dann das weitere Vorgehen geplant. Findet man innere Verletzungen, muss je nach Ausmass eine Operation in Betracht gezogen werden. Blutungen müssen nicht immer a priori operativ gestillt werden. Häufig hören sie durch Schutzmechanismen des Körpers nämlich von selbst auf. Ähnlich wie bei kleinen, helfen auch bei grösseren äusseren Verletzungen die Blutgerinnung und das spontane Schliessen lädierter Blutgefässe dabei. Solche Patienten können mit symptomatischer Therapie (Kreislaufstabilisierung und Blutstillung) geheilt werden. Übersteigt der Blutverlust aber das Mass des Tolerierbaren, kann eine Bluttransfusion nebst den primären Massnahmen zwingend werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 6 / 2005
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Martin Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch