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Tumorerkrankungen der Katze

Strahlentherapie

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Die Strahlentherapie wird gegen lokale Tumoren eingesetzt (Abb. 2). Nur die Tumorzellen, die direkt bestrahlt werden, werden "sterilisiert". Es ist daher ausserordentlich wichtig, dass der Patient vor Beginn der Therapie untersucht worden ist, um Ableger in anderen Organen auszuschliessen. Will man auch Tumore mit einer hohen Metastasentendenz bestrahlen, dann ist es sinnvoll, die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie zu kombinieren.

  Bild Bestrahlung einer Katze Abbildung 2:
Eine Katze wird bestrahlt. Eine kurze Vollnarkose ist nötig.

Die totale Strahlendosis wird oft während drei bis fünf Wochen in kleinen Fraktionen abgegeben. Jede Fraktion muss unter einer kurzen Vollnarkose verabreicht werden. Viele Patienten werden während der Woche hospitalisiert und gehen am Wochenende nach Hause.
Die Strahlentherapie zerstört die Tumorzellen, indem Energiequanten in oder um die DNS (d.h. die Erbsubstanz) der Zellen deponiert werden. Die abgetöteten Tumorzellen werden dann vom Körper abtransportiert. Je nach Zellteilungsrate des Tumors dauert es mehr oder weniger lang bis der Tumor sich verkleinert. Schnell wachsende Tumoren zeigen oft innert weniger Wochen eine deutliche Verminderung ihres Volumens.
Leider reagieren nicht nur Tumorzellen, sondern auch Zellen des gesunden Gewebes empfindlich auf die Strahlen, so dass es zu Nebenwirkungen kommen kann. Im Unterschied zum Menschen beschränken sich diese jedoch bei der Katze auf das bestrahlte Gebiet. Man unterscheidet zwischen früh auftretenden Nebenwirkungen (sogenannte Früheffekte) und spät auftretenden Nebenwirkungen (sogenannte Späteffekte).
Früheffekte treten gegen Ende der Therapie auf und klingen ein bis zwei Wochen nach Therapieende ab. Organe mit einer hohen Zellteilungsrate wie Schleimhaut und Haut sind von solchen Früheffekten betroffen. An den Schleimhäuten kommt es zu einer entzündlichen Rötung. In der Haut kann es zu Schuppung, Rötung, Haarausfall und Pigmentänderungen kommen, selten zu schwereren Entzündungen. Bei den meisten Patienten wächst das Fell an der bestrahlten Stelle innerhalb von sechs Monaten wieder nach. Das neue Fell hat aber häufig eine andere Farbe: schwarzes Fell wächst weiss und weisses schwarz nach. Generell beobachtet man Früheffekte bei Katzen viel weniger als z. B. bei Hunden.
Spät auftretende Nebenwirkungen treten erst Monate bis Jahre nach der Therapie in Geweben mit langsamem Zellwechsel auf. Darunter fallen Zelltod von Nerven und Knochengewebe oder bindegewebige Verhärtungen der Haut. Glücklicherweise treten diese Veränderungen mit den verwendeten Therapieschemen praktisch nie auf. Interessanterweise wurde bei Katzen, die mit dem FIV infiziert sind, ein grösseres Risiko für Späteffekte beobachtet.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Nr. 2 und 3 / 2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorinen:
Dr. med. vet. Cécile Rohrer Kaiser1,2, Dipl. ACVIM und ECVIM (Innere Medizin)
Prof. Dr. med. vet. Barbara Kaser-Hotz1, Dipl. ACVR und ECVDI
1 Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Zürich, Abteilung für Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
2 Kleintier-Klinik Rhenus, 8247 Flurlingen